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Messe

Ein Fest für Fans der Probierteller

Pfefferbier, Pina-Colada-Stollen oder die Urschokolade: Für die Food & Life kommt die kulinarische Welt nach München-Riem.
von Katia Meyer-Tien, MZ

  • Pfefferhändler Martin Gompelmann kommt mit dem Ausschenken seines Pfefferbieres kaum nach. Foto: Meyer-Tien
  • Bäckermeister Stefan Düming hat zur Messe einen Pina-Colada-Stollen mitgebracht. Foto: Meyer-Tien
  • Michaela und Harald Biehler präsentieren ihr Aztekengold. Foto: Meyer-Tien

München.Auf den ersten Blick scheint alles wie immer auf der Food & Life, jener Messe, die seit 2004 parallel zur Heim und Handwerk auf dem Münchner Messegelände zu Gast ist. Zur Eröffnung am Mittwoch schlendern zahlreiche Besucher durch die Gänge, probieren hier Bergkäse aus Tirol, dort Salami aus dem Friaul, gehen weiter zu Austern und Champagner aus Frankreich oder gleich zum Whisky aus der Oberpfalz und lassen sich von den Kochshows auf den Aktionsbühnen inspirieren.

Die kulinarische Welt zu Gast in München-Riem ist wie immer ein Fest für Fans der Probierteller, doch es lohnt auch, zwischen Altbekanntem nach Neuem zu suchen. Denn dann findet man zum Beispiel Martin Gompelmann. Der steht an seinem Stand in der Halle C3, hinter ihm prangt in puristischen Buchstaben sein Firmenname: Hennes Finest, vor ihm hölzerne Schälchen mit kleinen Kügelchen, dunkelbraun, schwarz, rötlich: Pfeffer. „Ich hole schnell das Bier aus dem Kühlschrank!“, ruft er, und kommt kurz darauf mit ein paar kleinen Flaschen wieder: Pfefferbier. Gebraut von einer kleinen Kölner Brauerei, ein Weizenbier, verfeinert mit einem Hauch weißem Kampot-Pfeffer, der dem Bier im Nachgang eine leichte Schärfe geben soll. Je länger gelagert, desto kräftiger. Dazu empfiehlt Gompelmann Graubrot mit Lachsforelle, fein bestreut mit Pfeffer, anschließend präsentiert er kleine Schokoladentäfelchen, weiß, Vollmilch, dunkel, alle mit ganzen Pfefferkörnern gespickt: Eine Kombination aus Süße und Schärfe. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Verbindungen“, sagt Gompelmann, dessen Interesse für das einst so kostbare Gewürz in Kambodscha geweckt wurde: „Wir alle nutzen Pfeffer, aber keiner denkt über den Anbau, die Geschichte nach“, sagt er, der wieder die Freude am Genuss von Pfeffer wecken möchte. Das Pfefferbier ist ein Experiment, das es bisher nur in seinem Laden in Köln zu kaufen gibt –oder eben auf der Food & Life.

Deutschlands bester Bäcker macht Stollen

Freude am Experimentieren hat auch der Münchner Bäckermeister Stefan Dümig: „Ich kriege einen Koller, wenn ich immer nur das gleiche machen muss“, sagt er. Erst vor kurzem ist er in der ZDF-Sendung „Deutschlands bester Bäcker“ ausgezeichnet worden. Seine neueste Erfindung: „Pina-Colada-Stollen“ aus Butter-Kokos-Masse mit Ananasstücken, die in Rum eingelegt wurden, überzogen mit Kokosflocken und weißer Schokolade: Eine mächtige Versuchung zur Weihnachtszeit, die es den vorüberprobierenden Messebesuchern schwermacht, weiterzugehen. Düming will Südsee-Gefühle in die bayerischen Wohnzimmer bringen. Und lässt sich auch von der Frage, ob dieser Kuchen überhaupt noch ein Stollen ist, nicht aus der Ruhe bringen: Die Form, sagt Düming, sei die eines Stollens, und der Basisteig, der schwere Hefeteig, ebenso. Für Traditionalisten hält Dümer aber noch zwölf andere Stollen bereit, was für seine Verhältnisse fast bescheiden ist: Zur Faschingszeit hat er 37 verschiedene Krapfen im Angebot.

Gutes aus Region im Glas

Doch nicht immer müssen Ideen neu sein, um neu zu sein. Eine kleine Firma aus Markt Schwaben beweist das mit ihrer Neugründung: Für „eingeweckt.de“ kocht Daniela Wagner an vier Tagen in der Woche Lammbraten, Currys, Gulasch oder Eintöpfe aus frischen, regionalen Zutaten. Wie Großmama weckt sie die Gerichte in Gläser ein und liefert sie als praktische Fertiggerichte nach Hause oder an Firmenkantinen, neu zur Weihnachtszeit bietet sie sogar fertige Keksbackmischungen im Glas. Und ganz traditionell arbeitet Harald Biehler von „biopus“ aus Bad Kohlgrub: Aus Kakaobohnen und Rohrzucker stellt er eine „Urschokolade“ her, nur grob vermahlen, so dass es beim Draufbeißen knirscht und sich ein ganz feines Aroma aus der bitteren Bohne und dem süßen Zucker einstellt: „Aztekengold“, nennt der Konditormeister seine Schätze, die es ebenso wie die Produkte von 236 weiteren Ausstellern noch bis zum Sonntag auf der Food & Life zu entdecken gibt.

Infos zur Messe

  • Die Food & Life

    Die Messe findet noch bis zum Sonntag in der Halle C3 auf dem Messegelände München statt und ist täglich von 9:30 bis 19 Uhr geöffnet.

  • Tickets

    Tageskarten gibt es im Internet unter www.food-life.de für 11 Euro, an der Tageskasse kosten die Tickets zwei Euro mehr. Die Karten gelten auch für die parall stattfindende Messe Heim + Handwerk.

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