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Solidarität

Ein Zeichen für die Pressefreiheit

Satire, Tabubruch, auch Blasphemie muss unsere Gesellschaft aushalten. Deutsche Medien veröffentlichen aus Solidarität eine Karikatur.

  • Die Mittelbayerische Zeitung veröffentlicht als Zeichen der Solidarität die Karikatur von Heiko Sakurai.
  • Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger Foto: David Ausserhofer

Regensburg.Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat die deutschen Zeitungen zu einer spontanen Solidaritätsaktion mit dem französischen Satiremagazin „Charlie Hebdo“ aufgerufen. Der Verband stellte am Freitag Karikaturen der beiden renommierten Zeichner Klaus Stuttmann und Heiko Sakurai zur Verfügung. Die Mittelbayerische Zeitung veröffentlicht als Zeichen der Solidarität die Karikatur von Heiko Sakurai in allen Print-Ausgaben sowie im Internet und den Social-Media-Kanälen.

Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger, erklärt:

Das abscheuliche Attentat von Paris war ein gezielter Anschlag auf das Satireblatt „Charlie Hebdo“ und seine Mitarbeiter. Aber es war zugleich ein Anschlag auf die westliche Welt, auf die Grundlagen und Werte einer offenen Gesellschaft.

In herausragender Solidarität berichten freie Medien weltweit seit Tagen über dieses unmenschliche Verbrechen und die verquere Ideologie, die junge Muslime erst zu religiösen Fanatikern und dann zu Mördern macht. Der einhellige Appell: Presse- und Meinungsfreiheit sind unteilbar. Unsere Werkzeuge sind Worte und Bilder.

Satire, Tabubruch, auch Blasphemie muss unsere Gesellschaft aushalten. Sie gehören zum Dialog über streitige Themen, selbst wenn dies dem Einzelnen nicht gefällt. Die Medien und gerade auch die Zeitungen tragen durch Kommentare und Hintergrundberichte zur Reflexion über unsere zivilen Standards bei.

Sie sind, mit allen Fehlern und Schwächen, mit ihren Stärken und Vorzügen, eine Errungenschaft unserer Demokratie, die wir stets aufs Neue verteidigen müssen. Das zeigt nicht nur der Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Das zeigen auch Nazi-Schmierereien an den Wänden deutscher Verlagshäuser oder das dumpfe Verunglimpfen der „Lügenpresse“ durch die Pegida-Anhänger.

„Lügenpresse“ – das ist ein Kampfbegriff aus Deutschlands dunkelster Vergangenheit. Perfide Propaganda der Pegida-Anführer, Ignoranz und unklare Ängste drohen hier, eine üble Allianz einzugehen. Sie versprechen einfache Antworten auf komplexe Fragen. In unserer globalisierten Welt gibt es diese einfachen Antworten nicht.

Wehren wir uns. Beharren wir, Zeitungen und Leser gemeinsam, auch weiterhin selbstbewusst auf der Pluralität der Meinungen und der Freiheit, sie zu äußern. Bieten wir so allen Eiferern die Stirn, die im Namen von Religionen oder Ideologien pöbeln, Angst verbreiten und am Ende sogar morden.

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