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Insolvenz

Entlassungswelle bei Weltbild-Filialen

Medienberichten zufolge soll sich noch in dieser Woche entscheiden, wie viele der 1400 Mitarbeiter in rund 220 Läden ihre Arbeitsplätze verlieren.

In dieser Woche könnten die Weltbild-Mitarbeiter Klarheit bekommen. Foto: dpa

Augsburg.Die Zukunft der Weltbild-Filialen entscheidet sich offensichtlich in den kommenden Wochen. Bei der Entwicklung eines entsprechenden Sanierungsplans sei man relativ weit, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Patrick Hacker, am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Anfrage. Entscheidungen zu Schließungen und Entlassungen gebe es jedoch noch nicht. Damit reagierte Hacker auf Medienberichte, wonach eine Entlassungswelle bei den 1 400 Mitarbeitern in den etwa 220 Läden bevorstehen soll.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch) hatte berichtet, dass innerhalb der kommenden sieben Tage eine Entscheidung falle. Mit Verweis auf „gut informierte Kreise“ schreibt das Blatt, die Verhandlungen über einen Sozialplan würden noch in dieser Woche abgeschlossen. Ebenso wie beim Weltbild-Verlag solle für die Gesellschaft, die nach der Trennung von Hugendubel das Filialgeschäft bündelt, eine Transfergesellschaft eingerichtet werden.

Angeblich weniger als 100 Filialen vor Schließung

Die „Augsburger Allgemeine“ schrieb, dass deutlich weniger Filialen geschlossen würden als die bisher vermuteten 100. Die Zahl werde nur zweistellig sein, ein „optimistischer Gewährsmann“ spreche von 50 unrentablen Filialen. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz betonte, dass das Filialnetz für den Multichannel-Ansatz eine „strategisch wichtige Säule“ sei. Deshalb werde man besonnen und überlegt vorgehen.

Die „Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG“ hatte nach der Trennung von Hugendubel Ende Februar für das Filialgeschäft ein Schutzschirmverfahren beantragt. Dadurch bekommen die Mitarbeiter Insolvenzgeld. Dies fließt drei Monate lang und läuft am 30. April aus. Danach muss der vorläufige Sachwalter Christian Plail aus der Kanzlei des Weltbild-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz die Gehälter wieder aus dem laufenden Geschäft finanzieren. Hacker betonte, dass dies erst Ende Mai der Fall sein werde. Der Sanierungsplan müsse ebenfalls nicht mit Ablauf der Monatsfrist vorgelegt werden.

Tolino-Mitentwickler musste gehen

Für die Weltbild-Verlagsgruppe als Muttergesellschaft wurde nach dem vorläufigen Insolvenzverfahren bereits Anfang April das reguläre eröffnet. Gleichzeitig wechselten 582 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft. Dadurch entgingen sie einer Kündigung. Die Zahl der in der Weltbild-Zentrale verbleibenden Mitarbeiter liegt damit bei rund 1.050.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet zudem, dass bereits im März und April viele Geschäftsleiter aus der zweithöchsten Führungsebene entlassen worden seien. Dazu gehörten etwa der Chef-Einkäufer für das Non-Book-Angebot oder die Chefin Katalog-Werbung. Auch der Mitentwickler des E-Book-Lesegeräts „Tolino“, das als erfolgreicher Konkurrent zu Amazons „Kindle“ gilt, habe Weltbild verlassen müssen. Mit den Kündigungen sei jede Menge Know-how verloren gegangen. Die Zeitung zitiert einen Mitarbeiter mit den Worten: „Das innere Gerüst wurde herausgerissen.“ (KNA)

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