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Geschichte

Ermittlungen gegen KZ-Funker eingestellt

Der 95-Jähriger, der heute in Franken lebt, ist laut einem Gutachten der Staatsanwaltschaft nicht verhandlungsfähig.

Die Staatsanwaltschaft Weiden  hat die Ermittlungen  gegen einen KZ-Helfer in Flossenbürg eingestellt. Der 95-Jährige ist nicht verhandlungsfähig.
Die Staatsanwaltschaft Weiden hat die Ermittlungen gegen einen KZ-Helfer in Flossenbürg eingestellt. Der 95-Jährige ist nicht verhandlungsfähig. Foto: dpa-Archiv

Flossenbürg.Die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Funkstellenleiter des Konzentrationslagers Flossenbürg (Lkr. Neustadt/WN) sind eingestellt worden. Der heute 95-Jährige, der in Franken lebt, laut einem Gutachten nicht verhandlungsfähig.

Die Staatsanwaltschaft Weiden hatte die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Name des Mannes auf einer Liste mit über 300 Personendaten von Angehören der sogenannten SS-Totenkopf-Einheiten gefunden wurde. Dem Funkstellenleiter war Beihilfe zum Mord vorgeworfen worden, weil er im KZ Flossenbürg Exekutionsbefehle weitergegeben haben soll.

Der 95-Jährige, der in Franken lebt, war in Folge des Prozesses gegen den 2011 verurteilten ehemaligen KZ-Helfer John Demjanjuk ins Visier der Staatsanwaltschaft Weiden geraten. Ein ärztliches Gutachten hat jetzt ergeben, dass der 95-Jährige nicht verhandlungsfähig ist. Deshalb sind die Ermittlungen eingestellt worden.

Kritik kommt nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks von Anwalt Thomas Walter, der 2011 die Namensliste mit den Angehörigen der Totenkopfeinheit der Staatsanwaltschaft übergeben und somit die Ermittlungen angestoßen hatte.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft über drei Jahre gedauert hätten, so Walther. Diese behäbige Vorgehensweise der Ermittlungsbehörden sei gegenüber Überlebenden und Opfern unwürdig, wird der Anwalt zitiert. (wi)

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