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Extremismus

Gedenktafeln für NSU-Opfer enthüllt

München hat ein sichtbares Zeichen des Erinnerns an die Opfer der NSU-Terroristen gesetzt. Gedenktafeln an den Tatorten warnen vor Rechtsextremismus.

  • Münchens zweite Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und Georg Eisenreich (CSU), Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst haben am Freitag eine Gedenktafel für Theodoros Boulgarides, ein Todesopfer des NSU-Terrors, in München enthüllt. Foto: dpa
  • Münchens zweite Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) hat am Freitag eine Gedenktafel für Habil Kiliç, ein Todesopfer des NSU-Terrors, in München enthüllt. Foto: dpa
  • Die Gedenktafeln sollen an die insgesamt zehn Menschen erinnern, die zwischen 2000 und 2007 durch die Terrorzelle ermordet wurden. Foto: dpa

München.In München erinnern seit Freitag Gedenktafeln an die beiden in der Stadt ermordeten NSU-Opfer. Bürgermeisterin Christine Strobl und Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich enthüllten die Tafeln an den Tatorten. München setzte damit als letzte der von den NSU-Morden betroffenen Städte ein sichtbares Zeichen des Gedenkens.

Am 29. August 2001 wurde im Stadtteil Ramersdorf in der Bad-Schachener-Straße der türkischstämmige Gemüsehändler Hablil Kilic erschossen. Am 15. Juni 2005 starb in der Trappentreustraße der Grieche Theodoros Boulgarides in seinem gerade eröffneten Schlüsselladen. Insgesamt ermordeten die mutmaßlichen Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ zehn Menschen.

„Unfassbar und unbegreiflich“

„So unfassbar diese Serie mörderischer Bluttaten ist, so unbegreiflich ist erst recht auch, wie es sein konnte, dass die Täter über zehn Jahre lang unentdeckt blieben“, sagte Strobl. Bei den Ermittlungen sei nie ein rechtsextremistischer Hintergrund in Betracht gezogen worden, stattdessen seien die Opfer und ihre Familien ins Fadenkreuz falscher Verdächtigungen geraten. Das sei beschämend und habe das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert. Strobl rief zum Zusammenhalt gegen rechtsextremistische Gewalt, Hasspropaganda und gegen jeglichen Rechtspopulismus auf. Kultusstaatssekretär Eisenreich sagte, der Freistaat setze alles daran, die Verbrechen des NSU lückenlos aufzuklären.

Gemeinsam abgefasste Erklärung

Die Gedenktafeln an den Münchner Tatorten tragen neben den Namen aller Opfer der Mordserie die gemeinsam abgefasste Erklärung aller sieben von der Neonazi-Mordserie betroffenen Städte Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn: „Neo-nazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin. Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“ (dpa)

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