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Justiz und Selbstjustiz in der Provinz

Bei der ZDF-Krimireihe „Unter Verdacht“ mit Senta Berger – alias Eva Prohacek – geht es dieses Mal um das Schicksal eines Vergewaltigers.

Der Produzent Mario Krebs und die Schauspielerin Senta Berger stellen die 20. Episode der ZDF-Krimireihe „Unter Verdacht“ mit dem Titel „Ohne Vergebung“ vor. Foto:dpa

Berlin.Schon Ende Oktober sahen Arte-Zuschauer, wie Friedrich Schmolzer von einem Polizisten halbtot geprügelt i Straßendreck liegt. Viele Passanten haben zugesehen. Keiner hat etwas unternommen. Wen wundert’s: Hat er doch wohl vier Frauen vergewaltigt, gewürgt, geschlagen und übel zugerichtet. Der Krimi „Ohne Vergebung“ aus Senta Bergers Reihe „Unter Verdacht“ ist an diesem Samstag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen –es ist der 20. Fall der polizeiinternen Ermittlerin Eva Prohacek, für die Rente kein Thema zu sein scheint.

Wie ist das mit dem Ruhestand? „Diese Frage stelle ich mir auch“, sagte die 72-Jährige kürzlich bei einem Pressegespräch in Berlin. „Aber ich werde es heute nicht verraten.“ „Unter Verdacht“ ist seit Februar 2003 fester Bestandteil des ZDF-Programms. Der Sender plant mit seiner Krimireihe zumindest bis zum Jahr 2016. Die Filme 21 bis 23 sind fertig produziert. Die Drehbuch-Vorbereitungen für die Krimis Nummer 24 und 25 laufen bereits. Sie werden dann voraussichtlich im Winter 2015/2016 zu sehen sein.

Für Berger ist die Reihe als Visitenkarte wichtig, um weiter im Geschäft zu bleiben, wie sie einräumte. Als kleineres Problem betrachtet sie lediglich das frühe Aufstehen im Winter. „Aber wir brauchen nun einmal die geheimnisvolle Nebelatmosphäre in der dunklen Jahreszeit“, sagte sie. Produzent Krebs ergänzte, dass das ZDF immerhin noch 24 Tage Drehzeit für einen Film gewähre, 25 waren es zu Beginn. „Bei anderen Sendern geht es in Richtung 21 Tage, bald sind wir so weit, dass ein Film für eine Million Euro in 16 Tagen fertig sein muss.“

Im Fall „Ohne Vergebung“ ist Schmolzer bald wieder auf freiem Fuß. Obwohl er als gefährlich gilt, verbietet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Sicherungsverwahrung. Schmolzer wohnt bei seinem Bruder - ganz nah bei den Angehörigen und Freunden seiner Opfer. Tag für Tag demonstrieren die Wallersdorfer vor dem Haus. „Eier ab!“ und „Sicherheit für unsere Frauen“ steht auf ihren Schildern. Ein wütender Mob.

Oder doch nur besorgte Ehemänner, Mütter, Nachbarn? Weder der prügelnde Polizist Walter Maiberger (Marcus Mittermeier) noch der verprügelte Vergewaltiger Schmolzer (Michael Stange) lassen sich ins Gut- oder Böse-Fach schieben. Genüsslich verabscheuen dürfen die Zuschauer wieder einmal nur Prohaceks Vorgesetzten Dr. Reiter (Gerd Anthoff). Er sabotiert die Ermittlungen, wo es nur geht.

Aufhalten kann er die zierliche Kommissarin trotzdem nicht. War Schmolzer wirklich mit einer Frau unterwegs? Wer hat ihm Briefe ins Gefängnis geschrieben? Als Maiberger unter merkwürdigen Umständen stirbt und die geheime Briefschreiberin spurlos verschwunden scheint, geht es plötzlich um viel mehr als eine polizeiinterne Ermittlung.

Auch wenn Senta Berger ihre Gedanken über eine Fortsetzung der Reihe auf längere Sicht für sich behält: Ihre Reihe wird auf alle Fälle andere Samstagabendproduktionen aus dem Krimigenre überleben. Bereits vor längerer Zeit hatte Iris Berben (63) angekündigt, mit „Rosa Roth“ aufzuhören. Wolfgang Stumph (67) hat vor wenigen Tagen sein Alter ego „Stubbe – Von Fall zu Fall“ in den Ruhestand geschickt. Und auch Hannelore Hoger erwägt einen Abschied von „Bella Block“. Dafür startet am 8. März die neue ZDF-Krimireihe „Helen Dorn“ mit Anna Loos. (dpa)

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