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Kirche

Kardinal kritisiert Erzbischof Müller

Der Präfekt der Glaubenskongregation müsse noch dazulernen, sagt der Koordinator des Kardinalsrats für die Kurienreform, Rodriguez Maradiaga.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller – in Kürze Kardinal – erhält Ratschläge eines Amtsbruders. Foto: dpa

Köln.Der Koordinator des Kardinalsrates für die Kurienreform, Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (71), sieht den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (66), noch im Lernprozess. Müller sei ein deutscher Theologieprofessor; „in seiner Mentalität gibt es nur richtig oder falsch, das war’s“, sagte Rodriguez im Interview des „Kölner Stadtanzeiger“ (Montag). Aber ich sage: „Die Welt, mein Bruder, die Welt ist nicht so. Du solltest ein wenig flexibel sein, wenn du andere Stimmen hörst, damit du nicht nur zuhörst und sagst, nein, hier ist die Wand.“

Als er Müllers Äußerungen über die Autorität der Kirche gelesen habe, habe er gedacht: „Okay, vielleicht hast du Recht, vielleicht aber auch nicht.“ Er, Rodriguez, glaube aber, Müller werde noch „dahin gelangen, andere Ansichten zu verstehen“. Derzeit sei er „halt noch am Anfang, hört bloß auf seinen Beraterstab“. Der Kardinal räumte ein, bislang noch nicht persönlich mit Müller gesprochen zu haben: „Aber wir werden reden, ganz bestimmt. Es ist immer gut, einen guten Dialog zu führen.“

Der frühere Dogmatikprofessor und Regensburger Bischof Müller leitet seit 2012 die Römische Glaubenskongregation und damit eine der ranghöchsten Vatikanbehörden. Ende Februar wird er von Papst Franziskus ins Kardinalskollegium aufgenommen. (kna)

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