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Kulturpreis wird verliehen

Zum achten Mal zeichnet E.ON Bayern Persönlichkeiten aus dem kulturellen Leben aus. Unter den Preisträgern sind die Tanngrindler Musikanten aus Hemau.

E.ON Bayern verleiht zum achten Mal den Kulturpreis. Foto: dpa

Regensburg. In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zeichnet E.ON Bayern jährlich Persönlichkeiten aus dem kulturellen Leben mit dem Kulturpreis Bayern aus. In diesem Jahr wird der Preis bereits zum achten Mal verliehen. „Wir wollen die Bedeutung kulturellen Schaffens hervorheben“, erklärt Thomas Barth, Vorstandsvorsitzende der E.ON Bayern AG, das Ziel der Ausschreibung. In der Sparte Kunst werden Kunst- und Kulturschaffende aus jedem der sieben bayerischen Bezirke ausgezeichnet. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die Entscheidung über die Vergabe hat eine unabhängige Jury getroffen. Die Preisträger des Jahres 2012 sind:

Tanngrindler Musikanten (Oberpfalz)

Aus der Begründung der Jury: „Die Tanngrindler Musikanten aus Hemau stehen für erstklassig gespielte, traditionelle Tanzbodenmusik. Die vor 42 Jahren gegründete Kapelle spielt heute bereits in der zweiten Generation in achtköpfiger Besetzung. Die von der Gruppe gepflegte Musiktradition geht durch alt überliefertes Notenmaterial bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. Die Musikgruppe besticht mit ihrer spieltechnisch und virtuos erstklassigen Besetzung durch eine lebendige Musizierweise. In ihren musikalischen Arrangements schaffen die Tanngrindler eine Verbindung zwischen alt und neu. Sie haben eine charakteristische und unverwechselbare Spielart entwickelt. Die Tanngrindler Musikanten waren so Vorbild für viele neue Gruppen, die sich in den letzten Jahrzehnten der Wirtshaus- und Tanzbodenmusik zugewandt haben.“

Michael Hauck (Niederbayern)

Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Michael Hauck leitete seit Oktober 1988 die Staatliche Dombauhütte am Dom St. Stephan in Passau. In Anerkennung seiner Verdienste um den Erhalt des Passauer Doms wurde Hauck im März 2009 von Bischof Wilhelm Schraml zum Bischöflichen Dombaumeister ernannt. Seit 2003 ist Michael Hauck maßgeblich an der Entwicklung eines Sanierungskonzepts für den Münchener Liebfrauendom sowie seit 2009 an der dortigen Steuerung der Maßnahmendurchführung beteiligt. Michael Hauck habe als Dombaumeister und durch seine wissenschaftlichen Forschungsarbeiten in hohem Maße zur Pflege und Erhalt bayerischer Kulturdenkmäler beigetragen, heißt es in einer Mitteilung von E.ON Bayern. Das Metropolitankapitel Köln hat Michael Hauck zum 1. September 2012 als neuen Dombaumeister berufen.

Herlinde Koelbl (Oberbayern)

Herlinde Koelbl studierte in München Modedesign und lebt seit den 1960er Jahren in Neuried bei München. Erst 1976 kam sie als Autodidaktin zur Fotografie. Sie arbeitete für renommierte Zeitschriften und Zeitungen wie den Stern, die Zeit und die New York Times. Mit dem Bildband „Das deutsche Wohnzimmer“ (1980) hatte sie den ersten großen Erfolg. Es folgten weitere Bildbände wie „Männer“ (1984) und „Starke Frauen“ (1996) sowie das preisgekrönte Werk „Jüdische Porträts“ (1989). Parallel zu ihren Büchern und Ausstellungen veröffentlicht sie häufig themengleiche Dokumentarfilme. Für die Langzeitstudie „Spuren der Macht“ fotografierte und interviewte sie über einen Zeitraum von acht Jahren eine Gruppe von 15 Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. 1999 veröffentlichte sie dazu einen Bildband sowie einen Dokumentarfilm, der mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Rudolf Herz (Schwaben)

Der in Sonthofen geborene Künstler studierte Bildhauerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste in München, anschließend Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und am Kunsthistorischen Seminar der Universität in Hamburg. 1995 promovierte er an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg. Seine künstlerischen Arbeiten haben Rudolf Herz internationale Anerkennung eingebracht. Hohe Beachtung fanden seine Projekte im öffentlichen Raum. Beispiele hierfür sind „Lenins Tour“ oder das Projekt „Tatlins Dog“, das im Jahr 2008 in Ingolstadt stattfand. Mit seinen Werken habe Herz Ausrufezeichen für die kulturelle Schaffenskraft der bayerischen Kunstszene gesetzt, heißt es.

Theater Pfütze e.V. (Mittelfranken)

Im Jahr 1986 ist das Theater aus einer Initiative von vier Studentinnen und Studenten entstanden und hat sich über die Jahre hinweg zu einem bedeutenden Teil des mittelfränkischen Kulturlebens entwickelt. Die Theaterstücke schlagen eine Brücke zwischen den Generationen. Der Schwerpunkt der künstlerisch anspruchsvollen Inszenierungen liegt in der Dramatisierung bedeutender Kinderromane, oft in Zusammenarbeit mit den Autoren. Zum Repertoire zählen auch Eigenproduktionen. Die eigens für jedes Stück komponierte Musik sowie die individuell entwickelte Ausstattung zeichneten die Produktionen des Theaters aus – lautet die Begründung der Jury.

Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier (Oberfranken)

Die Bayreuther Festspiele sind ein herausragendes Kulturereignis, das international Beachtung findet. Jahr für Jahr bieten die Festspiele auf dem Grünen Hügel erstklassig besetzte Aufführungen. Die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier bewahrten mit Akribie, Professionalität, dem Sinn für Historie und Tradition sowie dem Blick für das Moderne die besondere Rolle und Ausstrahlung Bayreuths im internationalen Festspielreigen. Bei aller Internationalität der Festspiele ließen sie die Regionalität nicht aus dem Auge, sondern trugen in hohem Maße dazu bei, dass die Festspiele Aushängeschild der Stadt, der Region und der bayerischen Kulturlandschaft blieben – heißt es in einer E.ON-Mitteilung.

Bernd Glemser (Unterfranken)

Bernd Glemser zählt zur internationalen Pianisten-Elite. Sein weit gespanntes Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Einen Schwerpunkt bilden die virtuosen Werke von Liszt, Skrjabin, Busoni und Rachmaninow. Konzerteinladungen erhält Glemser aus der ganzen Welt. Die Diskographie Glemsers umfasst bislang 33 CDs, die fast ausnahmslos Auszeichnungen durch die Fachpresse erhielten. Bernd Glemser, 1989 zum jüngsten Klavierprofessor Deutschlands ernannt, lehrt seit 1996 an der Hochschule für Musik in Würzburg. Als weltweit anerkannter Pianist und Musikpädagoge ist Glemser seit vielen Jahren ein herausragender Vertreter des kulturellen Lebens in Bayern. Für sein musikalisches Schaffen wurde Glemser mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt.

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