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Kriminalität

Millionenbetrug mit Fantasiewährung

Seit Freitag steht ein mutmaßlicher Betrüger vor dem Münchner Landgericht. Er soll Anleger mit einem Trick um 1,6 Millionen Euro geprellt haben.

Seit Freitag muss sich ein mutmaßlicher Betrüger vor dem Münchner Landgericht verantworten. Foto: dpa

München.Mit einem ungewöhnlichen Trick sind Anleger von den Verantwortlichen einer Internetseite um 1,6 Millionen Euro geprellt worden. Bei dem Geschäft wurden Kapitalanlagen in Euro in die Fantasiewährung Jodi umgebucht und angeblich täglich mit bis zu knapp einem Prozent verzinst. Seit Freitag steht einer der mutmaßlichen Betrüger vor dem Münchner Landgericht. Er will zunächst selber erfolgreich investiert und sich dann als Kontenverwalter und Kundenberater engagiert haben.

Auf den „Jodi“-Trick sollen 2006 bis 2008 Dutzende von Geldgebern hereingefallen sein, sie verloren mehr als eineinhalb Millionen Euro. Der Angeklagte hatte an der Internetseite moneypay-europe.com mitgearbeitet. Vorgegaukelt wurden den Anlegern dort Beteiligungen auf dem internationalen Finanzmarkt. Laut Anklage erfolgten Ausschüttungen an Anleger, wenn überhaupt, nur aus den Einzahlungen weiterer Geldgeber. Den Kunden wurden bis zu 0,99 Prozent Zinsen pro Tag versprochen.

Der Angeklagte soll für seine Dienste monatlich mit 50 000 bis 70 000 Euro entlohnt worden sein. Gegen ihn wird voraussichtlich an sechs Tagen verhandelt. Der 56-Jährige mit Wohnsitz in Thailand hat nach seiner Darstellung selbst Geld angelegt und „irgendwann eine Auszahlung bekommen“. Der zum dritten Mal verheiratete Vater von vier Kindern warb später gegen Provision neue Geldgeber.

Schließlich soll ihn der Betreiber angerufen und nach Deutschland eingeladen haben. Dort ließ sich der Angeklagte zur Mitarbeit an der Internetseite gewinnen. Das Geschäft ging weiter, als bereits Ermittlungen liefen und Büros durchsucht wurden. Laut Anklage gab es keinerlei Anlagen zur Erwirtschaftung von Gewinnen. Das Geld sollen der Betreiber und sein Verwalter verbraucht haben. Was aus dem Betreiber geworden ist, ist unbekannt. (dpa)

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