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Kirche

Papst: Twitter-Aktion läuft aus dem Ruder

Modern und jugendnah sollten der Twitter-Account und die Frage-Aktion von Benedikt XVI. wirken. Doch nun kapern Scherzbolde die Aktion.

Ein eigener Twitter-Account sollte das Image Papst Benedikt XVI. bei der Jugend verbessern. Doch der Plan offenbart im Moment seine Tücken. Foto: dpa

Rom. Mit seinem Twitter-Account @pontifex wollte sich Papst Benedikt XVI. modern und jugendnah zeigen. Doch was von den Kommunikationsstrategen im Vatikan als Coup geplant war, droht nun aus dem Ruder zu laufen.

Ab dem 12. Dezember, so wurde vom Vatikan angekündigt, werde der Pontifex Kurzbotschaften über den Nachrichtendienst verbreiten – in den vergangen Tagen hat das Krichenoberhaupt schon fleißig Follower gesammelt. Vorab können User dem Papst unter dem Hashtag #askpontifex Fragen stellen. Eine Auswahl dieser Fragen sollte der Papst am kommenden Mittwoch, 12. Dezember, in einer Live-Twitter-Session beantworten.

Allerdings scheinen nur die wenigsten die Aktion ernst zu nehmen. Ein User will vom Pontifex wissen: „Wie lang schmort man in der Hölle, wenn man auf Twitter den Papst verarscht?“ Und derUser Worldpotato fragt, welches Smartphone und welche App der Papst nutzt. Ein weiterer fragt sich, ob er exkommuniziert wird, wenn er Benedikt XVI. nicht auf Twitter folgt. Und Philipp will wissen, warum Gott RTL zugelassen hat. So reihen sich Scherze und Beleidigungen aneinander. Ernst gemeinte Fragen sind vergleichsweise nur wenige zu finden.

Viele User spielen zudem auf die Themen Missbrausskandal und Zölibat an „Wäre die Welt nicht herzlicher und fröhlicher, wenn Priester eine Familie gründen und Frauen diesen Beruf ausüben?“, will ein User wissen. Und Ramses fragt: „Wie viele Kinder wurden schon durch katholische Priester vergewaltigt?“

Der Vatikan hat sich mit seiner Twitter-Aktion offenbar in die Nesseln gesetzt. Vatikansprecher Federico Lombardi verteidigte die päpstliche Twitter-Aktivität aber. Zwar betrachteten einige „Bewohner des digitalen Kontinents“ den Papst als „Eindringling“ in ihre Welt oder interessierten sich nur dafür, ob er mehr Follower habe als die großen Fußballstars, sagte Lombardi am Wochenende Radio Vatikan. Andere Nutzer fühlten sich jedoch durch die Botschaften angesprochen und twitterten sie an ihre Freunde weiter. Die Welt werde durch solche „Tweets“ gewiss nicht gerettet, so Lombardi. Aber unter den eine Milliarde Katholiken und sieben Milliarden Menschen insgesamt könnten einige Millionen dem Papst und der christlichen Botschaft auf diese Weise näher sein. (wk/KNA)

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