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Veranstaltung

Regensburg bekommt eine „Unkonferenz“

Am 23. und 24. November findet an der Uni das erste Regensburger BarCamp statt. Wissensaustausch und Networking stehen dabei im Mittelpunkt.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Bei BarCamps – hier eine Veranstaltung in Braunschweig 2012 – gestalten die Teilnehmer das Programm selbst. Foto: Alexander Hahn
  • Daniel Dengler, Alexandra Graßler und Dominik Schön (v.l.) organisieren das Regensburger BarCamp. Foto: Knobloch

Regensburg. Wer zu einer Konferenz fährt, der weiß normalerweise im Vorfeld, welches Programm ihn dort erwartet. Nicht so bei einem BarCamp: Hier gestalten die Teilnehmer Inhalt und Ablauf der Veranstaltung selbst. Diese Form einer offenen Konferenz stammt aus den USA, 2006 fanden die ersten BarCamps in Deutschland und Österreich statt. Auch in München und Nürnberg gibt es solche „Unkonferenzen“ mittlerweile. Aus der lokalen Twitter-Szene kam die Idee, in Regensburg ebenfalls ein BarCamp auf die Beine zu stellen. Die Premiere findet am 23. und 24. November an der Universität Regensburg statt. Die Organisatoren Dominik Schön, Daniel Dengler und Alexandra Graßler rechnen mit rund 100 Teilnehmern.

Große Bandbreite an Themen

Internet und Social Media sind typische BarCamp-Themen. „Hausautomatisierung mit dem Raspberry Pi“ hat Dominik Schön als Idee für seine Session auf der BarCamp-Homepage eingetragen, eine andere Teilnehmerin bietet „Coole Apps & Tools für das Arbeiten unterwegs“ an. Generell sei man aber für alle Themenbereiche offen, betont Daniel Dengler. Gesundheit, Bildung, Work-Life-Balance, Tourismus: „Die Bandbreite der Teilnehmer entscheidet über die Bandbreite der Themen“, sagt Alexandra Graßler. Sie selbst bietet eine Session zum Gendermarketing an – „Warum Frauen und Männer anders einkaufen“.

Eine der Regeln bei einem BarCamp ist, dass es keine Zuschauer gibt – nur aktive Teilnehmer. Wer nicht selbst einen Vortrag halten will, könne die Veranstaltung auch unterstützen, indem er sich eine Stunde an den Empfang setze oder Getränke ausgebe, sagt Schön. Aber: „Niemand wird zu irgendetwas verpflichtet.“ Die Organisatoren hoffen natürlich auf rege Beteiligung. „Man muss kein Profi sein, um eine Session zu halten“, betont Graßler. Gerade für Studenten sei ein BarCamp eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren und ein Thema zu präsentieren, das man im Studium ohnehin vorstellen müsse, findet sie.

An ihr erstes BarCamp an der Universität Krems in Österreich erinnert sich Graßler, die eine Wissensagentur betreibt, noch gut. „Jeder, der da war, hat sich eingebracht – ich war total begeistert.“ Innerhalb von nur einem Tag sei dort komprimiert so viel Wissen weitergegeben worden, wie bei keiner anderen Konferenz, die sie bis dahin besucht habe. Diese Erfahrung kann Dominik Schön bestätigen: „Ein Wochenende auf einem TYPO3Camp hat mir mehr gebracht als die Lektüre von fünf Fachbüchern zum Thema.“

Dass die Veranstaltungen immer beliebter werden, zeigt die Internetseite barcamp-liste.de, die für 2013 über 70 BarCamps in Deutschland aufführt. Zu Beginn der Veranstaltung stellen die Teilnehmer ihre Themen vor, dann wird darüber abgestimmt, was davon in den Sessionplan aufgenommen wird. „Durch das bunt gemischte Publikum bekommt man in den Diskussionen verschiedene Blickwinkel auf die Themen“, sagt Daniel Dengler, Geschäftsführer der doPanic GmbH.

Neue Kontakte knüpfen

Neben den Vorträgen und Workshops steht das Networking im Mittelpunkt. „Man kann ganz ungezwungen mit verschiedenen Leuten ins Gespräch kommen“, sagt Alexandra Graßler. Das sei auch für Firmen interessant, die Nachwuchskräfte suchen. Insbesondere will Graßler Frauen ermutigen, zum BarCamp zu kommen. „Vor einigen Jahren war ich auf solchen Veranstaltungen oft noch die Quotenfrau – mittlerweile steigt der Frauenanteil aber erfreulicherweise.“

Wer nicht selbst dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Diskussionen online zu verfolgen. „Auf BarCamps wird immer fleißig getwittert, gefacebooked und gebloggt – meistens ist das WLAN überlastet“, sagt Graßler. In Anspielung auf das Kultbuch „Per Anhalter durch die Galaxies“ schreibt ein erfahrener BarCamper online: „Dem BarCamper sein Handtuch ist der Mehrfachstecker.“

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