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Justiz

Strafbefehl gegen Notarzt zurückgenommen

Ein Notarzt aus Neuburg wehrte sich gegen eine Anzeige wegen Verkehrsgefährdung – erfolgreich. Mehr als 200 000 unterstützten ihn.

Ein Autofahrer hat Notarzt Alexander Hatz aus Neuburg an der Donau wegen Verkehrsgefährdung angezeigt. Der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro. Dagegen wehrte er sich nun.
Ein Autofahrer hat Notarzt Alexander Hatz aus Neuburg an der Donau wegen Verkehrsgefährdung angezeigt. Der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro. Dagegen wehrte er sich nun. Foto: Winfried Rein/Donaukurier/dpa

Neuburg.Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt nimmt den Strafbefehl gegen den Neuburger Notarzt Alexander Hatz zurück. „Die nochmalige Überprüfung des Vorganges durch die Generalstaatsanwaltschaft München hat ergeben, dass der von der Polizeiinspektion Neuburg a.d. Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt“, hieß es am Montagnachmittag in einer Stellungnahme. Zu der Entscheidung habe maßgeblich die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt beigetragen, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht einging. Ein strafbarer Vorwurf lasse sich nicht aufrechterhalten.

Alexander Hatz bedankte sich auf seiner Facebook-Seite bei seinen Freunden und Unterstützern. „Gerade eben erreicht mich die Nachricht meines Anwaltes, dass der Strafbefehl von der StA Ingolstadt zurückgenommen wird“, schreibt er. „Das ist der absolute Oberhammer!“ Bis Montagmittag hatten bereits mehr als 200 000 Menschen aus dem In- und Ausland eine Online-Petition unterzeichnet, in der ein „Freispruch“ für den Mediziner gefordert wird.

Entgegenkommende Fahrzeuge mussten offenbar abbremsen

Der Notarzt war nach einer Einsatzfahrt im vergangenen April wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt worden: Der Neuburger Mediziner war von der Rettungsleitstelle Ingolstadt ins gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn überholte der Notarzt mehrere Autos. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt warf ihm nun im Strafbefehl vor, beim Überholen zwei entgegenkommende Fahrzeuge zum Abbremsen und Ausweichen auf die Bankette gezwungen zu haben, wie der Donaukurier berichtet.

Der Arzt hatte einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung bekommen. Zudem drohte ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate. Weil der 51-Jährige die Strafe des Amtsgerichts Neuburg a.d. Donau nicht akzeptieren wollte,sollte es nun zum Prozess kommen.

Alexander Hatz hatte dem Donaukurier erklärt, er könne sich nicht mehr an eine gefährliche Situation auf der Einsatzfahrt nach Karlshud erinnern. (dpa/bm)

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