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Ausstellung

Unbesungene Helden: die Schindlers

Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Regensburg erinnert 2014 mit einer Ausstellung an Oskar und Emilia Schindler, die über 1000 Juden das Leben retteten.
Von Daniel Pfeifer, MZ

  • Der deutsche Industrielle Oskar Schindler 1967 in London, wo ihm der Friedenspreis der internationalen Martin Buber-Gesellschaft verliehen wurde. Schindlers Liste rettete Hunderten Juden das Leben. Foto: dpa
  • Erika Rosenberg und Harald Zintl arbeiten an einer Ausstellung über das Ehepaar Schindler Foto: Pfeifer
  • Emilie Schindler im Jahr 1999. Zwei Jahre später starb die Witwe von Oskar Schindler und wurde im oberbayerischen Waldkraiburg beerdigt. Foto: dpa

Regensburg.„...ich werde meine Juden auf jeden Fall verteidigen“: So lautet der Titel einer kommenden Ausstellung über das Leben von Oskar und Emilia Schindler, die während der NS-Diktatur insgesamt 1200 Menschen vor dem sicheren Tod in Vernichtungslagern gerettet haben. Auf Initiative der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt die Biografin Prof. Erika Rosenberg in Zusammenarbeit mit Harald Zintl und einem Team der FES Passau auf 32 Tafeln die Stationen dieses bewegten Lebens. Auch ihr Leben in Regensburg wird in Fotos und Schriftstücken dokumentiert.

Die Ausstellung wird ab Frühjahr 2014 in Museen, öffentlichen Gebäuden und temporär in Schulen zu sehen sein. Feste Termine gibt es, bis auf eine Veranstaltung im Landratsamt Amberg im Juni, noch nicht, doch es seien bereits Planungen in ganz Europa, Spanien, Krakau und Österreich, sowie in der USA im Gange. Zudem soll eine interaktive Stadtführung auf die Beine gestellt werden, bei der an allen Lebensstationen der Schindlers in Regensburg kleine Plaketten angebracht werden, mit deren Hilfe, ähnlich einem Museumsführer, O-Töne, Informationen und Bilder, auf dem Smartphone erscheinen. Die Planungen wird Erika Rosenberg jedoch nur aus weiter Ferne mitbekommen, denn bereits am Montag reist sie zurück in ihr Heimatland Argentinien.

„In Emilia Schindler habe ich vieles gefunden“, sagt sie, selbst Tochter von jüdischen Flüchtlingen. Ihren Mut, ihre Zivilcourage und die Liebe zu allen Lebewesen habe sie an ihr bewundert. Als sie Emilia Schindler 1990 kennenlernt, habe sie „vergessen von der Geschichte“ gelebt, Oskar Schindler war zu dieser Zeit bereits verarmt in Hildesheim gestorben. Seitdem hat sich Erika Rosenberg mit einer Vielzahl an Biografien der Weitergabe und Erhaltung der Lebensgeschichte der beiden Humanisten verschrieben.

„Frühe Geschichte kann man in Büchern lernen“, betont Erika Rosenberg, „aber diese Geschichte geht über Menschen.“ Sie hat selbst schon viele Vorträge gehalten, auch an Schulen, und stellt fest, dass bei einem so menschlichen Thema mit Zeitzeugen besonders viel bei den Jugendlichen hängen bleibt. Deshalb werden auch die künftigen Ausstellungen Workshops als Rahmenprogramm beinhalten, so Harald Zintl. Darin soll unter anderem auf die moralischen Werte der Schindlers eingegangen wird, die auch heute im Kampf gegen Extremismus aktuell und wichtig seien. „Die Menschen lernen aus der Vergangenheit“, weiß Erika Rosenberg, vor allem von dessen „unbesungenen Helden“.

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