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Preis

Uni ehrt „Menschen mit Hintergrund“

Louis Destin Siewe aus Kamerun und die Deutsch-Albanische Studenteninitiative TASH wurden in Regensburg ausgezeichnet.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Uni-Präsident Prof. Dr. Udo Hebel und Laudator Dr. Andreas Wendt mit dem Preisträger Louis Destin Siewe Foto: Knobloch
  • Den Förderpreis für die Deutsch-Albanische Studenteninitiative TASH nahm deren Gründer Muhamet Idrizi entgegen. Prof. Dr. Udo Hebel und Laudator Dr. Michael Griesbeck gratulieren. Foto: Knobloch
  • In einer kleinen Podiumsrunde mit Prof. Dr. Walter Koschmal vom Europaeum berichteten die Preisträger von ihrem Leben und ihrem Engagement. Foto: Knobloch
  • „Ich habe meinen Hintergrund nie als Defizit betrachtet“, sagte Muhamet Idrizi, der 1993 als Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen war. Foto: Knobloch
  • „Wenn man irgendwo ankommen möchte, muss man die Sprache lernen“, sagte Preisträger Louis Destin Siewe. Foto: Knobloch

Regensburg.Sie bauen Brücken zwischen Deutschland und ihren Heimatländern: Für ihr Engagement sind am Montagabend an der Universität Regensburg Louis Destin Siewe und die Deutsch-Albanische Studenteninitiative TASH mit dem erstmals vergebenen „Preis für Menschen mit Hintergrund“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis wolle man zeigen, dass „Migration als Chance begriffen werden kann und muss“, betonte der Präsident der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel. Die Preisträger leisten ihm zufolge „einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau grenzüberschreitender Identitäten.“

Den mit 15 000 Euro dotierten Hauptpreis – gestiftet vom BMW Werk Regensburg – nahm der in Kamerun geborene Siewe entgegen. Er war 1999 mit 17 Jahren als politischer Flüchtling nach Deutschland gekommen. In seiner neuen Heimatstadt Jena lernte er Deutsch, machte Abitur und studiert nach einer Ausbildung Wirtschaftsingenieurswissenschaften.

Um Ausländerfeindlichkeit zu bekämpfen, gründete Siewe 2004 den Verein „Festival de Colores“, der den Bürgern von Jena seither jedes Jahr mit einem einwöchigen Festival einen anderen Kulturraum nahe bringt. „Bildung ist die beste Waffe gegen Vorurteile“, sagte Siewe. Auch in Afrika engagiert er sich weiterhin und hat 2012 die Stiftung GlobalEduPals ins Leben gerufen. Laudator Dr. Andreas Wendt, der Leiter des Regensburger BMW Werks, würdigte Siewe als wahren „Brückenmenschen“.

Mit einem Förderpreis in Höhe von 5000 Euro wurde die Deutsch-Albanische Studenteninitiative TASH ausgezeichnet. Sie wurde 2007 von dem aus Mitrovica stammenden Kosovo-Albaner Muhamet Idrizi gegründet, der inzwischen in Baden-Württemberg als Lehrer arbeitet. TASH unterstütze den Auf- und Ausbau des Bildungssystems im Kosovo – unter anderem durch eine Kooperation zwischen der Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und der Universität Pristina in der Lehrerausbildung, sagte Laudator Dr. Michael Griesbeck, der Vizepräsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Dieses hatte den Förderpreis gestiftet.

Der „Preis für Menschen mit Hintergrund“ soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.

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