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Funcom-Übernahme: Mehr Conan und ein "Dune"-Spiel

Die vor allem für ihre Online-Rollenspiele bekannte norwegische Spiele-Schmiede Funcom soll vom chinesischen Internet-Riesen Tencent geschluckt werden. Die Folgen könnten positiv sein: mehr Ressourcen und mehr Spiele.

  • Aktuell der größte Erfolg des norwegischen Entwickler-Studios Funcom: Das in der Romanwelt von Robert E. Howard angesiedelte Survival- und Multiplayer-Spiel "Conan Exiles". Foto: Funcom
  • Enten- und Wildschwein-Mensch im Strategie-Gefecht: Funcoms "Mutant Year Zero" ist eine gelungene Adaption des gleichnamigen Pen-and-Paper-Rollenspiels aus Schweden. Foto: Funcom / The Bearded Ladies

Die norwegischen Games-Wikinger von Funcom sind vor allem für MMO-Titel wie "Anarchy Online", "The Secret World", "Age of Conan" oder "Conan Exiles" bekannt. Zuletzt produzierte man die erfolgreiche Pen-and-Paper-Umsetzung "Mutant Year Zero: Road to Eden", in der ulkige Tier-Wesen postapokalyptische Strategie-Abenteuer im Stile von "XCOM" erleben.

Doch trotz seiner bis immerhin 1994 zurückreichenden Geschichte hatte es das Studio nicht immer leicht: Ewig in der Entwicklungsspirale rotierende Games wie "Age of Conan" brachten nicht den gewünschten Erfolg, das Lovecraft-inspirierte Horror-MMO "Secret World" wurde sogar eingestellt und stattdessen durch das ähnlich strukturierte Free-to-Play-Pendant "Secret World Legends" ersetzt.

Eine Anteils-Übernahme (29 Prozent) durch den chinesischen Internet-Riesen Tencent verpasste dem angeschlagenen Entwickler vor einiger Zeit die nötigen Ressourcen, um seine Projekte weiter zu pflegen - jetzt sieht es so aus, als würde der Technologie-Konzern das Studio komplett übernehmen. 148 Millionen US-Dollar hat Tencent den Norwegern geboten, um aus aktuell 29 Prozent 100 zu machen - und die scheinen das Angebot zu begrüßen.

Survival-Abenteuer auf dem Wüstenplaneten

Für Fans des Studios interessant ist dabei vor allem, dass Funcom die gestiegenen monetären Mittel in neue Projekte investieren will: Vor allem das Open-World- und Multiplayer-Survival-Spiel im "Dune"-Kosmos des verstorbenen US-Autoren Frank Herbert würde man gerne vergrößern. Das Projekt befindet sich bereits seit zwei Jahren in Entwicklung und ließe sich mithilfe einer Finanzspritze von Tencent-Seite maßgeblich ausbauen.

Nicht unwahrscheinlich, dass die Entwickler dabei außerdem von den Erfahrungen profitieren wollen, die sie mit dem ähnlich gelagerten "Conan Exiles" gemacht haben. Letzteres wiederum würde ebenfalls von dem Geschäft profitieren: Die zukünftige Pflege von den bereits bekannten MMO-Angeboten des Studios wäre damit erstmal gesichert.

Wann genau ein Spiel um Herberts Wüstenplaneten erscheinen könnte, ist unbekannt. Es ist allerdings anzunehmen, dass Funcom den Hype um die für Ende 2020 geplante Neuverfilmung von "Blade Runner 2049"-Regisseur Denis Villeneuve nutzen möchte. Funcom-Chef Rui Casais äußerst sich dazu wie folgt: "Wir haben bisher eine großartige Beziehung zu Tencent, unserem größten Anteilseigner. Wir freuen uns sehr über diese Option. Wir werden weiterhin großartige Games-Titel entwickeln, die von Menschen auf der ganzen Welt gespielt werden. Wir glauben, dass die Unterstützung von Tencent uns auf die nächste Stufe bringen wird."

teleschau

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