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Schutzmaßnahmen bei Musical.ly zu lasch

Ein Portal kritisierte, dass die Beiträge der oft jungen Nutzer frei einsehbar sind und so anzügliche Kommentar verursachen.

 Foto: Alexandra Stober/dpa +
Foto: Alexandra Stober/dpa +

Berlin.Nach einem Bericht über die Missbrauchsmöglichkeiten bei der Video-App Musical.ly will das Unternehmen seine Schutzmaßnahmen weiter ausbauen. Zugleich räumt die besonders bei Kinder und Jugendlichen beliebte App mit mehr als 200 Millionen Nutzern am Dienstag auch Mängel ein. Am Wochenende hatte das Verbraucherschutzportal mobilsicher.de vor Missbrauch und sexueller Nötigung auf der App gewarnt.

So fänden sich unter einschlägigen Hashtags aufreizende Videos auch von jungen Mädchen, die nicht älter als sieben oder acht Jahre sein. Über die Kommentarleisten würden manche Nutzer anzügliche Kommentar abgeben, versuchen direkt an die Videos zu kommen oder Kontakt mit den Mädchen aufzunehmen. Zudem prangerte mobilsicher.de die kritischen Voreinstellungen und den Umgang des Dienstes mit Nutzerdaten an. Ein Teil der verwendeten Hashtags ist inzwischen nicht mehr abrufbar.

Musical.ly überwacht App rund um die Uhr

„Musical.ly gewährleistet eine Moderation rund um die Uhr, um die Möglichkeiten einer missbräuchlichen Nutzung der App zu reduzieren“, teilte die das Unternehmen am Dienstag mit. „Leider sind diese Schutzmaßnahmen nicht immer tadellos“. Die genannten Beispiele von Missbrauch spiegelten nicht typischen Inhalte oder Nutzungsmuster der App wieder, hieß es weiter in dem Statement. Musical.ly sprach von einem „komplexen Problem“, das es als Industrie zu lösen gelte.

Aktuell dürfen unter 13-Jährige laut Nutzungsbedingungen nicht bei Musical.ly dabei sein. Tatsache ist jedoch, dass weder das angegebene Geburtsdatum noch die E-Mail-Adresse überprüft wird. Und: Jeder neu angelegte Account ist standardmäßig auf öffentlich eingestellt.

Musical.ly wurde 2014 gegründet und vor allem durch kurze selbstgefilmten Clips populär, bei denen die Nutzer ihre Lippen synchron zu Popsongs oder Filmzitaten bewegen. Inzwischen zählt die App mehr als 200 Millionen Nutzer weltweit. 2017 wurde der Dienst von einer chinesische Firma für rund eine Milliarde Euro gekauft.

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