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Hightech

Ein Ausblick in die digitale Zukunft

Der Sieg des mobilen Internets, sprechende Geräte oder das Ende der PC-Festplatte: Sechs Technik-Trends werden unseren Alltag 2014 weiter verändern.
von Sebastian Heinrich, MZ

  • Fernsehen in der nächsten Dimension: Besucher der Hightech-Messe CES vor einem Ultra-HD-Bildschirm. Foto: dpa
  • Datenzentrale am Handgelenk: Smartwatches könnten 2014 den Durchbruch schaffen. Foto: dpa
  • Das Smartphone als Zahnputz-Hilfe: intelligente Zahnbürste des Herstellers „Kolibree“. Foto: kolibree

Internutzung: Mobil gewinnt gegen stationär

Die weltweite Internetnutzung hängt immer weniger vom Ort ab. 41 Prozent der Deutschen gingen 2013 über mobile Geräte ins Internet. Weltweit soll 2014 ein Viertel des gesamten Internet-Traffics im mobilen Netz stattfinden, in Ländern wie China und Südkorea hat das mobile Internet das stationäre schon überholt. „Jetzt hat das mobile Internet gewonnen“, sagt Google-Top-Manager Eric Schmidt. Die mobile Internet-Nutzung wird sich 2014 auch weiter auf die Arbeitswelt auswirken. Immer mehr Arbeitnehmer möchten überall an Dokumenten arbeiten können – egal auf welchem Endgerät. Neue Lösungen für Unternehmen sollen das möglich machen. Wie die Anwendung „cuConnect“ der norddeutschen Firma Circle Unlimited: Mit ihr können Arbeitnehmer an ihrem iPad die Arbeit an Dokumenten und Verträgen fortführen, die sie zuvor im Büro bearbeitet haben – und das sogar offline.

Das „Internet der Dinge“: Geräte im digitalen Dialog

Maschinen und Haushaltsgeräte werden dank der Verbindung mit dem Internet immer intelligenter. Wie viel Potenzial in diesem Markt steckt, hat kürzlich der Kauf der Firma Nest durch Google verdeutlicht: 3,2 Milliarden Dollar ist dem digitalen Giganten der Hersteller vernetzter Rauchmelder und Thermostate wert: Googles bisher teuerster Einkauf. Schon jetzt können Verbraucher über Haussteuerungssysteme mit ihrem Smartphone Hausbeleuchtung, Heizung und Einbruchsschutz fernsteuern. Auf der Hightech-Messe CES in Las Vegas war zu bestaunen, was das „Internet der Dinge“ bald bieten kann. Dort war eine Waschmaschine zu sehen, mit der man über Twitter spricht, eine Zahnbürste, die via Smartphone-App die Putzgewohnheiten kontrolliert – und ein Kochtopf mit Bluetooth-Anbindung, den der Hobbykoch via mobiler App steuert.

Big Data: Wie Unternehmen die Datenflut beherrschen

Die Digitalisierung führt zu einer regelrechten Datenexplosion. Bis zum Jahr 2000 hatte die Menschheit insgesamt fünf Exabyte – also fünf Milliarden Gigabyte – an digitalem Material produziert. Heute entsteht diese atemberaubende Menge weltweit alle zehn Minuten. Eine große Chance für Unternehmen: Nie waren so viele digitale Informationen verfügbar, die ausgewertet werden können. Einen Großteil dieses Potenzials nutzen die Firmen aber noch nicht aus, meint IT-Experte Christoph Witte. Als Beispiel führt er die Prüfdaten von Automotoren an: Eigentlich könnte man diese Daten nutzen, um die Motoren immer weiter zu verbessern. „Aber meistens wird nur geguckt, ob der Motor gerade funktioniert oder nicht.“ Dabei gibt es beeindruckende Beispiele, wie Unternehmen „Big Data“ nutzen. Das Berliner Charité-Klinikums etwa analysiert in Echtzeit 900 Millionen Datensätze und kann so genauere Diagnosen stellen und falsche Behandlungen vermeiden.

Die Cloud: Die Festplatte wird zum Auslaufmodell

Immer mehr Menschen benutzen statt stationärer Computer Tablet-PCs, die eine deutlich kleinere Speicherkapazität haben. Unternehmen möchten nicht mehr auf eigene Kosten riesige Rechenzentren betreiben. Zwei Gründe, weshalb das Speichern in der „Cloud“ – auf externen Servern – immer beliebter wird. „Die Tage des Vor-Ort-Speicherns sind gezählt“, schreibt das US-amerikanische Technik-Blog Mashable. Der Trend zur Cloud vereinfacht 2014 auch eine der am wenigsten beliebten jährlichen Aufgaben der Deutschen: die Steuererklärung. Seit dem 2. Januar sind Lohn- und Sozialversicherungsdaten für Steuerpflichtige in Form von „eBelegen“ in der Cloud hinterlegt – auf den Servern des IT-Dienstleisters „Datev“ aus Nürnberg. Anhand dieser Daten wird eine vorausgefüllte Steuerklärung erstellt, die Steuerpflichtige ungeändert zurückschicken oder bearbeiten können. Über eine „Vollmachtsdatenbank“ haben auch Steuerberater Zugriff.

Sicherheit: Vernetzt und gleichzeitig geschützt

Der Ruf nach Datenschutz wird 2014, im Jahr eins nach Edward Snowden, lauter werden. Er darf nach Ansicht von Experten aber nicht in überzogene Hysterie münden. Stefan Wess, Geschäftsführer des Unternehmenssoftware-Herstellers Empolis, sieht bei manchen Verbrauchern ein widersprüchliches Verhalten. Viele wollen in der digitalen Welt „persönlich wie im Dorf leben, aber dabei völlig anonym bleiben“. Eins ist für Wess aber klar: Das Vernetztsein steht nicht im Widerspruch zu Datenschutz. Gerade wer Daten in der Cloud speichert, will sicher sein, dass sie nicht in die falschen Hände geraten. Daher bietet die österreichische Firma Fabasoft Unternehmen eine TÜV-zertifizierte „europäische Cloud“ an. Die Daten sind in Rechenzentren in der Schweiz, Österreich und Deutschland gespeichert. Für Verbraucher ist der Service nicht verfügbar. „Wir arbeiten dran“, verspricht aber Fabasoft-Geschäftsführer Karl Mayrhofer.

Verbraucherelektronik: Ultra-HD und High-Tech am Körper

Die Revolution durch Tablets und Smartphones ist noch im Gang. Was das nächste große Ding wird, ist noch offen. Viel spekuliert wird etwa über den Durchbruch der „Smartwatches“ – internetfähiger Armbanduhren mit ähnlichen Funktionen wie bei einem Smartphone. Tragbare Technologie ist eines der spannendsten Themen der kommenden Monate: Auch, weil die Datenbrille „Google Glass“ bald für die Masse erhältlich sein soll. Und in den Wohnzimmern könnte bald manchem HD-Fernseher der Austausch drohen: „4K“-Geräte, deren Auflösung vier mal höher ist als die von HD-Geräten, werden immer erschwinglicher.

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