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Samstag, 24. Februar 2018 1

Konflikte

Türkei marschiert in Syrien ein

Türkische Truppen sind in die von kurdischen Milizen kontrollierte Region Afrin eingedrungen. An der Grenze stehen Panzer.

Ein Lastwagen, der militärische Pickups mit Geschützen geladen hat, fährt in einem Konvoi bei Sugedigi (Türkei). Die Türkei begann am Samstag eine groß angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Istanbul.Türkische Bodentruppen sind nach einem Bericht in die von kurdischen Milizen kontrollierte Region Afrin in Syrien einmarschiert. Das sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Sonntag, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rückten die Soldaten mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee vor.

Die Türkei hatte am Samstag mit Luftschlägen eine groß angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Die „Operation Olivenzweig“ zielt auf die mit den USA verbündeten syrischen Volksschutzeinheiten YPG. Yildirim hatte für Sonntag den Einsatz von Bodentruppen angekündigt. Nach Angaben von Anadolu sind türkische Panzer an der Grenze zu Syrien aufgefahren.

Mehrere Zivilisten getötet

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Einmarsch am Morgen zunächst nicht. Sie berichtete zwar von heftigen Kämpfen zwischen „türkischen Truppen“ und Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), einer Allianz unter Führung der YPG. Die Kämpfer versuchten nach Afrin vorzurücken, zunächst hätten die Kurden sie aber davon abgehalten.

Rauchwolken sind in der Nähe der Grenzstadt Kilis (Türkei) auf der syrischen Seite der Grenze zu sehen. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Beide Seiten griffen sich mit Artilleriefeuer an. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Angaben. Auch die türkischen Luftangriffe gingen den Menschenrechtlern zufolge am Sonntag weiter. Am Vortag seien durch die Bombardements sechs Zivilisten gestorben, darunter ein Kind.

Riskantes Manöver

Die Türkei sieht die YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die sie im eigenen Land bekämpft. Von ihrer starken Präsenz an der türkischen Grenze fühlt sich Ankara bedroht.

Mit Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen beladene Lastwagen des türkischen Militärs passieren in der Nähe der türkischen Stadt Kilis die türkisch-syrische Grenze. Foto: Can Erok/AP/dpa

Das Vorgehen der Türkei ist auch deswegen riskant, weil in der Region um Afrin russische Soldaten stationiert waren. Moskau hatte sie nach Beginn der Offensive verlegt und betont, man beobachte das Vorgehen mit Sorge. Russland und die Türkei treten bei den Syrien-Gesprächen in Astana und den geplanten Friedensgesprächen in Sotschi als Schutzmächte der Regierung und der Rebellen auf.

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