MyMz

Programm

KiBü: Rekorde und mächtig viel Blödsinn

Clowns, die alleine null auf die Reihe brachten, sportliche Erlebnisse und spannende Einblicke begeisterten in Kelheim.
Von Beate Weigert

Franz Probst, alias Fabellini, gibt für die Kinder gerne den „dummen August“. Der war zum Schreien komisch.
Franz Probst, alias Fabellini, gibt für die Kinder gerne den „dummen August“. Der war zum Schreien komisch.

Kelheim.Darf ich da raufkommen?“, fragten die Buben und Mädchen am Anfang noch ein wenig schüchtern. Bald enterten sie reihenweise den „Nepomuk“. Das 175 PS starke Rettungsboot der Kelheimer BRK-Wasserwacht war einer der Magneten auf dem Kelheimer KiBü-Gelände. Über eine Staffelei, die an dem Boot aufgestellt war, kraxelten die Kinder hinein. So gut wie jeder wollte einmal auf dem Fahrersitz Platz nehmen. So auch Leonard, Simon und Helena.

Alles wurde auf Herz und Nieren geprüft, Scheibenwischer, Blaulicht und das Tollste? Nepomuk kann hupen, was ausgiebig getestet wurde.

Den musste niemand fürchten

Die Abteilung Schabernack war im bunten Zirkuszelt vom Clowntheater Spectaculum, weiter hinten im Gelände, anzutreffen. Zauberclown Fabellini, alias Franz Probst, trat als Erster auf. Er gibt ganz bewusst und gerne für die Kinder den „dummen August“, sagte Franz Probst in einer Pause. So mache er bei seinen Vorstellungen von Anfang an klar. Von ihm geht – auch für die Kleinsten – definitiv keine Gefahr aus.

Ja, und wenn man einem wirklich alles selbst erklären muss. Die Buben und Mädchen hatten mit Fabellini richtig viel zu tun.

Diese Clowns, immer neben der Spur. Den Kindern gefiel es.
Diese Clowns, immer neben der Spur. Den Kindern gefiel es.

Beim zweiten Clown, dem Heini, wurd’s nicht besser. Der wusste nicht einmal, wo seine rote Nase hingehört. Die Kinder mussten es ihm unter vollen Körpereinsatz zeigen, am Ende landete sie am Hirn statt auf der Nase. Ja, was blieb da den Kindern, als sich inbrünstig mit den Fingern an die Stirn zu tippen. Nirgendwo ist Schadefreude brutaler, so einer der Clowns. Beim KiBü durften die Kinder diese einmal hemmungslos ausleben.

Bei gut 30 Vereinen und Organisationen, die sich vorstellten, gab es viel Wissenswertes, so erklärte Liv Dornquast, die technische Leiterin der Kelheimer BRK-Wasserwacht, was alles zu ihrer Taucherausrüstung gehört. Im Notfall geht sie damit auf Personensuche.

Nepomuk, das Rettungsboot der Wasserwacht war einer der Magneten. Hupen, das Größte.
Nepomuk, das Rettungsboot der Wasserwacht war einer der Magneten. Hupen, das Größte.

Auch die DLRG Weltenburg hatte ihr Boot dabei. Die „Gabi“. Auch sie verfügt über eine Hupe. Am späten Nachmittag hörte man sich die beiden Booten in der Ferne zuhupen. Ein Indiz, dass die Retter den ganzen Tag über hoch im Kurs standen bei den Gästen.

Das waren auch die Kelheimer Feuerwehr und das THW. Bei den Floriansjüngern ging es entweder beim Kistenstapeln hoch hinaus oder es wurde feucht-fröhlich beim Löscheinsatz. Was von beidem begehrter war, ließ sich schwerlich sagen, lange Schlangen bildeten sich überall. Wir nennen das: unentschieden.

20 Kisten plus ein Kind obenauf

Kistenstapeln war auch beim THW am anderen Ende des KiBü-Geländes der Hit. Unablässig wurde gestapelt und dreimal der Rekord von 20 Kisten plus obendrauf stehen erreicht. Die sechsjährige Cecilia war am Nachmittag eine der schwindellosen Kletterer. Als bei 17 Kisten unten das Publikum riet, „lass’ dich fallen“, stapelte sie munter weiter. Wer weiß, womöglich hatten die Zuschauer einfach nur selbst schneller drankommen wollen.

Heini und sein Schuh-Handy
Heini und sein Schuh-Handy

Bei Clown Heini (Jürgen Keidel) hieß es unter anderem: „Voll der Rock’n’Roll“. Logo, dass die Kinder ziemlich bald ihren Einsatz hatten. Unzählige coole Luftgitarren-Riffs wurden gesichtet. Bald wurde es aber ganz schön ekelig, als Heinis Handy bimmelte. An seinem Fuß. Ja, richtig gehört. Flugs war die Antenne ausgeklappt, der Schuh vom Fuß gezogen – und ein kleines Stinke-Problem sprichwörtlich gelüftet. Nein, nicht die KiBü-Besucher hatten den Käsefüße-Duft mitgebracht. Aber das wollte der Heini, erst nicht so recht glauben.

Von Kindern als sein Publikum sei er nie wieder weggekommen, sagt Keidel, der seit Jahrzehnten auch den Kinderclown gibt. Die Bewunderung, die er als Darsteller erfahre, sei nirgends größer, sagt er.

Als es plötzlich aus dem Wäschebehälter schnarchte, stellte Heini ein paar Sicherheitsfragen: Gibt es Monster in Kelheim? Vampire? Gespenster? „Neeeeein“, da konnten die Kinder den Clown beruhigen. Der Schnarcher war nur Günther Gartenfrosch. Der hatte nach seinem Nickerchen Hunger. Eine Pizza musste her. Zum Glück fand sich für Heini eine Lösung. Nicht, ohne neue Ekeligkeit. Eine „super Käsesocke“ sollte die Pizza krönen.

Uli legte sich probehalber in den Sanka des BRK. FotoS: Weigert
Uli legte sich probehalber in den Sanka des BRK. FotoS: Weigert

Vor dem Theaterzelt konnte Eltern und Kinder selbst Jonglieren, bei der Kreisverkehrswacht den Radparcours testen, bei der Montessori-Schule riesige Seifenblasen machen oder Dosen werfen. Spannend war es auch im Sanka des Roten Kreuzes. Der kleine Uli traute sich sogar auf die Liege. Bei den ATSV Handballern wurde Zielen geübt, mit Soft-, Kinderhand- oder Medizinball. Fast alle Vereine bieten Kindergruppen an, wer interessiert ist, meldet sich.

Der Löscheinsatz bei der Kelheimer Feuerwehr war heiß begehrt.
Der Löscheinsatz bei der Kelheimer Feuerwehr war heiß begehrt.

Clowntheater-Impressario Stephan Zenger war am Schluss durchgeschwitzt. Er fertigte Luftballontiere im Akkord. Das Wasser lief ihm herunter. Aber wenn die Kinder so viel Freude haben, schwitzt er gerne. „Und morgen komme ich wieder“, sagte ein Knirps zum Abschied.

Nichts geht ohne den KiBÜ-Gottesdienst

  • Messe:

    Bevor das KiBü im Keldorado so richtig Fahrt aufnahm, feierte Stadtpfarrer Reinhard Röhrner mit Kindern und Eltern Gottesdienst. Ein Schmunzeln brachte die musikalische Überleitung zur Predigt auf die Lippen der Gäste. „Pack’ die Badehose“ hatte der Keyboarder ins Ende eines Kirchenlieds „gemogelt“.

  • Glück:

    Pfarrer Röhrner verwies in der Predigt auf die Momente des Glücks und wie wichtig schöne Erlebnisse sind, die die Horizonte erweitern. Genau dies bescherte den zahlreichen Besuchern das Kinderbürgerfest der Mittelbayerischen im Anschluss. Kinder aus Kelheim trugen die Fürbitten vor.

  • Verbundenheit:

    Am Ende warf Röhrner ein Wollknäuel unter die Besucher. Bald waren Groß und Klein in einem Netz miteinander verbunden.

  • Glückwunsch:

    Als nachträgliche Überraschung zum Geburtstag gab’s für den Pfarrer eine Luftballon-Blume.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht