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Landkreislauf
Dienstag, 21. August 2018 29° 3

10 Läufer, 1 Team, 2 Autos

Teamlogistik

zehn Läufer, ein Team, zwei Autos

Bestünde der Mittelbayerische Landkreislauf nur aus dem Laufen von zehn Etappen, dann könnten wir statt der 300 Teams auch die doppelte Anzahl Teilnehmer an den Start bringen. Leider ist aber ein unvermeidliches Nebenprodukt die Planung und Umsetzung der Fahrtstrecken, um alle Teammitglieder zum Start ihrer Etappe hin und vom Ziel wieder weg zu transportieren. Da wir oft und gerne in kleinen Ortschaften wechseln, ist die Parkplatzsituation oft sehr angespannt. Die Anfahrt jedes Wechselortes mit bis zu 300 Autos ist wohl kaum zu vermeiden. 

Dabei macht es aber einen wesentlichen Unterschied, ob ein Auto kommt, einen Starter absetzt, den "Vorläufer" wieder einpackt und nach z.B. einer halben Stunde weiterfährt zum nächsten Wechselort oder ob ein Großteil der PKWs über Stunden am selben Ort stehen bleiben. 
Gerade auf den hinteren Etappen, wenn das Feld schon 3 bis 5 Stunden auseinandergezogen ist, wäre ein Wechsel dann mit z.B. 100 Parkplätzen durchführbar. Deshalb möchten wir hier einmal vorrechnen, dass ein Team mit zwei normalen PKWs gut auskommen kann, und Euch zum Ausprobieren anregen.

Der Grundgedanke ist, dass jeder PKW von einem Etappenort immer zum übernächsten fährt. Dadurch bleibt auch bei schnellen Teams genügend Zeit, um ohne Stress die reibungslose Übergabe des Staffelstabes zu gewährleisten. Hierfür müssen in einem Auto die Läufer*innen der Etappen 1, 3, 5, 7 und 9 sitzen, im anderen Auto die Läufer*innen der Etappen 2, 4, 6, 8 und 10. Da man nach getaner Arbeit vom jeweils anderen Auto eingesammelt wird, hat jeder Teilnehmer idealerweise vorher im jeweils anderen Auto einen Beutel mit Wechselklamotten platziert.

Was passiert jetzt im Detail? 
Zur Veranschaulichung nehmen wir die erwarteten Laufzeiten der Siegermannschaft (Lauftempo 3:15min pro km), die am wenigsten Zeit zur Verfügung hat.

PKW 1 (Etappen 1, 3, 5, 7, 9):
Ab 7:30h geben wir die Staffelhölzer am Startort aus. Ab diesem Moment kann das Team also sinnvoll vor Ort sein. Sie warten hier in aller Ruhe den Startschuss ab und setzen sich dann (ca. 9:10h) ins Auto. 
Jetzt haben sie bis 9:54h Zeit, ihren nächsten Starter nach Thonlohe zu bringen (laut Google Maps 9,7km, 10 Minuten). Dort übernimmt der Läufer der 3. Etappe das Staffelholz, sein Team feuert ihn an, während der Läufer der 2. Etappe ausschnauft, sich verpflegt und vielleicht umzieht und dann mit den übrigen weiterfährt nach Painten. 
Dort müssen sie spätestens um 10:44h sein. Da die Verbindung schlecht ist, müssen hierfür laut Google Maps 15,4km und 13 Minuten gerechnet werden.
So geht es weiter: um nach Viehhausen zu gelangen, haben sie nach dem Start ihres Läufers fast eine Stunde Zeit bis 11:43h (laut Google Maps 18,4km, 19 Minuten), dann weiter nach Sinzing (laut Google Maps 9,4km, 10 Minuten), wo sie nach 49 Minuten um 12:32h sein müssen. 
Von hieraus geht es dann zum gemeinsamen Zieleinlauf nach Matting, wo sie spätestens um 13:21h sein müssen (laut Google Maps 14,2km, 16 Minuten).

Genauso geht es mit PKW 2 (Etappen 2, 4, 6, 8, 10): 
Sie müssen irgendwann vor 9:24h in Neukirchen sein. Bei einer Fahrzeit von Hemau von nur 5 Minuten können sie dort mit dem übrigen Team beim Startschuss dabei sein und erst dann losfahren. 
Nachdem sie Läufer 2 abgesetzt und den Startläufer eingepackt haben, fahren sie nach Aichkirchen (laut Google Maps 10,3km, 11 Minuten), wo sie um 10:24h sein müssen, weiter nach Haugenried (11:23h, laut Google Maps 13,2km, 19 Minuten), dann nach Gundelshausen (12:07h, laut Google Maps 12,7km, 16 Minuten) und schließlich nach Pentling (12:55h, laut Google Maps 13km, 15 Minuten). 
Jetzt bleiben ihnen noch 26 Minuten, um nach Matting zum Zieleinlauf zu kommen, laut Google Maps 4,6km und 7 Minuten Fahrzeit. 

Dieses Beispiel zeigt hoffentlich deutlich genug: selbst dem Siegerteam bleibt zwischen allen Etappen immer ein Puffer von einer halben Stunde oder mehr, um den nächsten Läufer abzusetzen. Einzig PKW 2 könnte mit viel Pech den gemeinsamen Zieleinlauf verpassen. Für alle anderen Teams, die statt 4 Stunden 21 Minuten (voraussichtliche Siegerzeit, Lauftempo 3:15min pro km) fünf, sechs oder acht Stunden Zeit haben, um von Hemau nach Matting zu gelangen, gilt umso mehr, dass nur zwei Autos reichen, um ganz ohne Fahrstress, dafür aber mit sehr viel Teamerlebnis diesen Landkreislauf zu bewältigen. Bei jedem Wechsel ist das halbe Team vor Ort, kann seine Athleten anfeuern, alle Teilnehmer verbringen einen Teil des Tages miteinander in dauernd wechselnder Zusammensetzung, und am Abend bei der Abschlussfeier hat jede und jeder etwas zu erzählen.

Und nur ganz nebenbei wurden jede Menge Autokilometer eingespart, Stress am Parkplatz vermieden, und Ihr habt was für die Umwelt getan.

Das Konzept können Sie auf der rechten Seite herunterladen* und mit den individuellen Zeiten Ihres Teams ausfüllen. Viel Spaß beim Ausprobieren.

*Sie haben keine Lust das Konzept herunterzuladen? Kein Problem, Sie finden es auch in der Startertasche Ihres Teams. Diese wird bei der Teamleitersitzung am 06.09. an die Teamleiter ausgehändigt.

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