Beyoncé, Georg W. Bush und Charles Darwin: Sie haben auf den ersten Blick nicht allzu viel gemeinsam. Und doch: Sie alle sind Namensgeber eines Tieres - mit den unterschiedlichsten Erklärungen für die Namenwahl.
Nach der US-Sängerin Beyoncé Knowles hat ein australischer Wissenschaftler eine seltene Pferdebremse benannt. Das schön geformte Hinterteil des Insekts "Scaptia (Plinthina) beyonceae" habe ihn an die Kurven von Beyoncé erinnert, sagte Bryan Lessard von der australischen Insektensammlung in Canberra. "Es war so augenfällig, ich konnte das Hinterteil ohne Mikroskop sehen", erzählte er. "Auf dem Unterleib wachsen dichte, goldene Haare, das hat mich an Beyoncé in einem ihrer goldenen Kostüme erinnert."
Der „Anophthalmus hitleri“, in Medienberichten manchmal „Hitlerkäfer genannt“, ist ein augenloser, brauner Käfer. Er lebt in Höhlen in Slowenien und ist nur etwa 5 mm lang. 1937 erhielt der Käfer seinen Namen mit der Begründung „Dem Herrn Reichskanzler Adolf Hitler als Ausdruck meiner Verehrung zugeeignet“. Heute gilt diese Benennung als unpassend - doch nach international geltenden Regeln darf der Name nicht geändert werden, da in diesem Fall die Prioritätsregel für die Erstbenennung gilt.
Der Nasenfrosch – oder etwas charmanter als „Rhinoderma darwinii“ bezeichnet, wurde zu Ehren des britischen Naturforschers Charles Darwin so getauft – er hatte ihn während einer Forschungsexpedition entdeckt. Der Frosch hat, wie der Name schon vermuten lässt, eine auffallend lange Nase.
US-Präsident Barack Obama wird eine ungewöhnliche Ehre zuteil: Er ist Namenspate für eine Flechtenart. Eine vor der Küste Kaliforniens wachsende orangefarbene Flechte wurde auf den Namen „Caloplaca obamae“ getauft. Sein Entdecker hat genau am Tag vor Obamas Amtseinführung den Fachartikel fertiggestellt – somit war die Namensgebung besiegelt.
Der „Agathidium bushi“ ist ein Schwammkugelkäfer, der in verrottendem Baumholz lebt. Im Englischen wird die Käferart aufgrund ihrer Ernährung (Schleimpilzen auf den Baumrinden) auch als „slime mold beetles“, also Schleimpilz-Käfer, bezeichnet. Die Namensgeber benannten den Käfer nach dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, betonten jedoch, dass sie ihn damit nicht beleidigen, sondern auszeichnen wollten. Allerdings: Während der Regierung Bush hatte sich die Wissenschaft so viele Feinde gemacht, wie unter keiner anderen Regierung zuvor.
Die „Myrmekiaphila neilyoungi“ gehört zu den Vogelspinnen. Sie wurde zu Ehren von Neil Young benannt – mit der klaren Absicht, sein soziales Engagement für den Frieden während seiner musikalischen Karriere zu würdigen.
Der „Avahi cleesei“, oder auch Cleese-Wollmaki genannt, ist eine Primatenart aus der Gruppe der Lemuren. Schon 1990 wurde der Wollmaki zum ersten Mal gesehen, beschrieben wurde er allerdings erst im Jahr 2005. Der Name wurde zu Ehren des Schauspielers John Cleese gewählt – er setzt sich besonders für den Erhalt der Lemuren ein.
Im Jahr 1993 entdeckten Forscher in China die fossilen Überreste eines etwa 30 Zentimeter großen Vogels. Zwei Jahre später gab man ihm den Namen „Confuciusornis sanctus“. Da von ihm viele gut erhaltene Skelette und Gefieder-Abdrücke gefunden wurden, wurde der „Heilige Konfuzius-Vogel“ zu einem der bekanntesten Vögel des Erdmittelalters. (Foto: (c) dpa - Bildfunk)