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28-jähriger Läufer stirbt nach Marathon

Der Regensburg Marathon fordert ein Menschenleben. Nach dem Ziel brach ein Läufer mit Herz-Kreislaufproblemen zusammen.
Von Heinz Klein, MZ

Von den circa 5000 angemeldeten Läufern gingen letztendlich nur 4150 an den Start. Foto: Altrofoto.de
Von den circa 5000 angemeldeten Läufern gingen letztendlich nur 4150 an den Start. Foto: Altrofoto.de

Regensburg. Es ist der größte anzunehmende Unfall bei einem Marathon, der GAU – und der trat am Sonntag ein: Nach dem Zieleinlauf gegen Mittag brach ein 28-jähriger Läufer zusammen und wurde vom BRK nach sofortiger Erstversorgung in ein Krankenhaus gebracht, wo er am späten Nachmittag verstarb. Mit tiefem Bedauern gab der Veranstalter, der LLC Marathon Regensburg e.V., diese Nachricht am Montagmittag bekannt.

Verstorbene stammt aus Großraum Nürnberg

Nach MZ-Informationen war der junge Mann, der aus dem Großraum Nürnberg stammt, auf der Halbmarathonstrecke unterwegs und soll bereits unterwegs mit Problemen gekämpft haben. Eine Begleiterin, die eine weite Strecke mit dem 28-Jährigen gelaufen war, wusste aber nichts von körperlichen Problemen. Ursache dieses Unglücks war nach ersten Einschätzungen ein Herz-Kreislaufproblem, bedingt durch Hitze und große Anstrengung. Die genaue Todesursache wird eine Obduktion ergeben.

Der Veranstalter hatte auf hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung reagiert und die Abstände zwischen den Versorgungsstellen von fünf auf vier Kilometer reduziert. Zusätzlich wurde am Weinweg eine Wasserstelle für die letzten zwei Kilometer eingerichtet. Auch gab es eine Wasserfontaine, gespeist durch einen Hydranten und etliche Möglichkeiten, sich per Gartenschlauch abzukühlen. „Es war wirklich überall viel Wasser da“, bestätigte ein Läufer im MZ-Gespräch.

Jürgen Eder, der BRK-Einsatzleiter, bestätigte, dass insgesamt drei Läufer in Krankenhäuser eingeliefert worden waren. Im Zielbereich wurden rund 50 Läufer kurzzeitig behandelt. Es waren mehr Einsätze als in den Vorjahren, was aber den relativ hohen Temperaturen geschuldet war. Die Versorgung der Läufer sei aber optimal gewesen. Dem Veranstalter sei an dem tragischen Todesfall kein Vorwurf zu machen, sagte Jürgen Eder gegenüber unserem Medienhaus.

Die Teilnehmer konnten noch bis kurz vor dem Start ihre Laufdistanz verändern, was auch eine ganze Reihe von Läufern tat. Etliche disponierten um und liefen statt der 42,4 Kilometer lieber einen Halbmarathon, bestätigte LLC-Vorsitzende Sylvia Gingele. Und natürlich war es auch möglich, nach der ersten Runde am Ziel einfach aufzuhören und nicht mehr auf die zweite 21-Kilometer-Distanz zu gehen.

Von den 4106 Läufern, die starteten, kamen 4004 am Ziel an. Bei den 26 Marathon-Läufen mit insgesamt rund 110 000 Teilnehmern hatte es in den ersten Jahren einmal einen Todesfall gegeben. Ein 77-jähriger Läufer war damals am Ziel zusammengebrochen.

Auch Mathias Wagner aus der MZ-Redaktion wollte am Sonntag den Marathon absolvieren. Doch schon nach der Hälfte der Strecke erlebte er einen Einbruch seiner Kräfte. „Ich hatte mich in der ersten Runde übernommen und dann wurde es mir einfach zu heiß.“ Auf Höhe des Jakobstores ging er ein paar Schritte, um sich auszuruhen. „Ein Feuerwehrmann, der die Strecke absperrte, sprach mich sofort an und fragte, ob bei mir alles in Ordnung ist.“ Wagner bejahte und lief weiter. Doch wenige Kilometer später wurde ihm doch klar: Hier ist Schluss. Wagner spazierte zurück in den Start-Ziel-Bereich.

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