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B 16: Das Schlimmste ist geschafft

Seit Mittwoch ist auf der Bundesstraße eine Fahrspur wieder freigegeben. Täglich wälzten sich Blechlawinen durch Gonnersdorf.
Von Ralf Strasser und Thomas Kreissl, MZ

  • Schier nicht enden wollende Fahrzeugströme quälten sich zur Rushhour durch Gonnersdorf. Fotos: Strasser
  • Auf den Umleitungsstrecken ging es sehr eng zu.

Gonnersdorf.Das Schlimmste ist geschafft. Seit Mittwochabend ist die Bundesstraße 16 zwischen den Anschlussstellen Thurnhof und Haslbach wieder befahrbar – zumindest für den Verkehr in Fahrtrichtung Regensburg. Die Menschen, die an der Ausweichroute in Irlbach und Gonnersdorf leben, können schon einmal ein wenig aufatmen. Bis die Sperrung der Bundesstraße komplett aufgehoben wird, müssen sie sich aber aller Voraussicht noch bis zum kommenden Mittwoch gedulden. Dann sollen beide Fahrtrichtungen wieder frei befahrbar sein.

„Die Anwohner mussten in den letzten Tagen viel hinnehmen“, weiß Bauoberrat Manfred Rieger, der Abteilungsleiter Straßenbau für die Stadt und den Landkreis Regensburg beim Staatlichen Bauamt. Vor allem in der Rushhour morgens und abends quälte sich ein schier nicht enden wollender Strom von Autos und Lastwagen auf der Umleitungsstrecke entlang. Viele Pendler mussten deutlich mehr Zeit und Nerven einplanen für den Weg zur oder von der Arbeit.

Die Sattelzüge sorgten für Ärger

Viele störten sich vor allem an der großen Zahl von Sattelzügen, die auf der Umleitungsstrecke unterwegs waren. Dabei hatte das Staatliche Bauamt eigens eine großräumige Umfahrung ausgeschildert und die Baumaßnahme bei Gonnersdorf zeitgleich mit Sanierungsarbeiten an der B16 neu zwischen den Anschlussstellen Nittenau-Ost (Muckenbach) und Walderbach durchgeführt. Rieger ist überzeugt, dass ein Großteil des Schwerverkehrs diese beiden aufeinanderfolgenden Baustellen komplett umfahren hat. „Auf den unmittelbaren Umleitungsstrecken war deutlich weniger Lkw-Verkehr unterwegs als normalerweise auf der B 16“, betont er.

Trotzdem war die Situation für die Menschen, die in Gonnersdorf und Irlbach direkt an der Umleitungsstrecke leben, teilweise unerträglich. „Ich wohne seit 60 Jahren in Gonnersdorf und bin quasi mit dem Verkehr aufgewachsen“, erzählt beispielsweise Alfred Götzfried. Der Inhaber des gleichnamigen Cafés wohnt am Ortseingang direkt an der von Thurnhof kommenden Straße. Er hat noch die Zeit erlebt, als die Bundesstraße  16 durch Gonnersdorf führte. „Ich bin also einiges gewohnt, aber was jetzt los ist, das ist schon der Wahnsinn“, schimpft Götzfried.

Wer rückwärts aus dem Grundstück fahren wolle, könne das absolut vergessen. Noch schlimmer erwischt hat es den Bruder von Alfred Götzfried, der direkt in der Ortsmitte an der 90-Grad-Kurve wohnt, die die Kreisstraße R 6 dort beschreibt. „Er kommt gar nicht mehr zur Ruhe“ erzählt Götzfried. Seiner Meinung nach liegt das eigentliche Problem jedoch im Bereich der Anschlussstelle Haslbach. Götzfried glaubt nicht, dass die Verkehrsprobleme in Gonnersdorf zu lösen sind, solange die Auffahrt auf die Bundesstraße nicht anständig ausgebaut werde.

Einen Schutzengel benötigten Radfahrer, die sich in den vergangenen Tagen auf die Straße zwischen Regensburg und Gonnersdorf verirrt hatten. Radler, die von Regensburg kommend die Abzweigung zu dem 200 Meter entfernten Radweg verpassten, gerieten buchstäblich zwischen die Fronten. Im Begegnungsverkehr zweier Lastwagen ist der Radfahrer unweigerlich das schwächste Glied in der Verkehrskette. Für so manchen blieb da im Notfall nur noch der Weg in den Straßengraben.

Trotz dieser „gefühlten“ Gefahr und der enormen Fahrzeugströme auf den Umleitungsstrecken ist in den vergangenen Tagen glücklicherweise nichts passiert. „Wir hatten keine größeren Unfälle und keinerlei Personenschäden“, zeigt sich der Regenstaufer Polizeichef Klaus Baumer erleichtert. Seine Beamten waren immer auf der Umleitungsstrecke unterwegs, um Präsenz zu zeigen. „Für uns hat die Verkehrsicherheit in solchen Situationen oberste Priorität“, betont Baumer.

Die Bauarbeiter waren schnell

Zügig zu Werke gegangen sind die Bauarbeiter, die in den vergangenen Tagen die Asphaltdecke auf der Bundesstraße erneuert haben. Dabei waren die Schäden an der Straße größer als zunächst erwartet. Nachdem sie am Mittwoch noch die Fahrspuren direkt an der Anschlussstelle Thurnhof neu asphaltiert haben, konnte der Fahrstreifen in Richtung Regensburg für den Verkehr freigegeben werden. „Zwei Tage früher als geplant“, betont der Bereichsleiter Straßenbau am Staatlichen Bauamt Regensburg, Baudirektor Alexander Bonfig.

Eckdaten der Maßnahme

  • Für die Erneuerung

    der Fahrbahn auf der Bundesstraße 16 zwischen den Anschlussstellen Haslbach und Gonnersdorf werden Kosten von insgesamt 600 000 Euro veranschlagt. Finanziert wird die Maßnahme vom Bund, Auftraggeber ist das Staatliche Bauamt Regensburg.

  • Die Bundesstraße

    wurde auf einer Länge von 2,6 Kilometern komplett neu asphaltiert. Die Straße ist in diesem Bereich 8,5 Meter breit. Kleinere schadhafte Stellen wurden auch zwischen Haslbach und dem Lappersdorfer Kreisel erneuert.

  • Insgesamt

    wurden 32 000 Quadratmeter Asphaltdeckschicht abgefräst und anschließend neu eingebaut. Etwa 6000 Quadratmeter Deckschicht wurden im Bereich der einzelnen Flickstellen neu eingebaut.

Die Freigabe der Gegenrichtung wird seinen Worten zufolge aber erst am kommenden Mittwoch im Laufe des Vormittags erfolgen. Dies liegt an den Schäden am Brückenbauwerk der Anschlussstelle Haslbach, die so gravierend nicht erwartet worden waren. Deshalb dauern hier die Brückenbauarbeiten länger als ursprünglich geplant. Immerhin konnte aber ein Fahrstreifen auf der Brücke geöffnet werden. Die Erneuerung der 26 Jahre alten Fahrbahn der B 16 war dringend erforderlich, erklärt Bonfig. Da sich die Schäden über die gesamte Fahrbahn erstreckten, hatten sich die Experten am Staatlichen Bauamt dafür entschieden, die Bundesstraße komplett zu sperren.

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