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Dienst- oder Brautauto – alles Elektro!

Die Gemeinde Train macht am Sonntag Lust auf E-Mobilität. Zu Gast ist auch das Projekt „KERL“ aus dem Kreis Regensburg.
Von Beate Weigert

Auch das Mittelbayerische-Medienhaus setzt auf Elektromobilität. Die Kelheimer Redaktion ist mit diesem BMW i3 im Landkreis unterwegs. Interessierte können den Wagen in Train in Augenschein nehmen. Foto: Weigert
Auch das Mittelbayerische-Medienhaus setzt auf Elektromobilität. Die Kelheimer Redaktion ist mit diesem BMW i3 im Landkreis unterwegs. Interessierte können den Wagen in Train in Augenschein nehmen. Foto: Weigert

Train.Lautlos und annähernd klimaneutral sind mittlerweile auch wir MZ-Reporter unterwegs zu Terminen im Landkreis. Wir tun es damit umweltbewussten Bürgern, Allgemeinmedizinern, Behörden oder den Mitarbeitern der Kelheimer Stadtwerke gleich. Insgesamt ist die Zahl der E-Mobilisten im Raum Kelheim noch überschaubar.

Von knapp 117 000 zugelassenen Fahrzeugen sind knapp 76 000 Autos. Langsam, aber stetig steigt laut Landratsamt die Zahl der E-Fahrzeuge. Aktuell sind 62 E-Pkw, drei E-Laster und zehn E-Krafträder gelistet. Zudem 150 Hybrid-Pkw.

Die drei E-Autos von KERL sparen im Jahr 3000 Liter Diesel und neun Tonnen CO
Die drei E-Autos von KERL sparen im Jahr 3000 Liter Diesel und neun Tonnen CO

Am Sonntag will die Gemeinde Train mit dem Regionalmanagement im Landkreis Kelheim den Bürgern noch mehr Lust auf vier- wie zweirädrige Stromer machen – beim Tag der Elektromobilität. Nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch.

Mit dabei sein wird auch KERL, das eCarsharing-Modell des Landkreises Regensburg. Maria Politzka, die Leiterin des Sachgebiets Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz im dortigen Landratsamt, stellt das Konzept vor. Es könnte auch in Kelheim eine Alternative sein.

Das Programm in Train

  • Termin:

    Sonntag, 7. Mai, 9 bis 17 Uhr, beim Zehentstadl Train

  • Programm:

    9 Uhr: Eröffnungsgottesdienst in der Pfarrkirche; 10.15 Uhr: Eröffnung durch Landrat Martin Neumeyer, MdL Erwin Huber und Bürgermeister Gerhard Zeitler; Frühschoppen mit Bewirtung im Zelt; 11 Uhr: Begrüßung der Sternfahrer am Schotterplatz vorm Zehentstadl; 11.30 Uhr: Eröffnungsrundgang über das Ausstellungsgelände; 12.30 bis 13 Uhr: KERL – das eCarsharing-Modell im Landkreis Regensburg (Maria Politzka, Wirtschaftsförderung, Landkreis Regensburg);

  • Ab 13 Uhr:

    Solarbootbasteln für Kinder im Außengelände; 13.05 bis 13.45 Uhr: Alles rund ums E-Bike (Vortrag Verkehrswacht Mainburg); 13.50 bis 14.10 Uhr: Eröffnung der Wanderausstellung Elektromobilität durch Bürgermeister Zeitler und Dr. Guido Weißmann von Bayern Innovativ; 14.15 bis 14.50 Uhr: Intelligente Ladung von E-Fahrzeugen (Harry Barth); 15 Uhr: E-Mobil auf dem Land: eine zukunftsfähige Lösung (Dr. Weißmann); 15.30 Uhr: Wettrennen der Solarboote für Kinder und Eltern (wetterabhängig); 16 Uhr: Preisverlosung

  • Aussteller:

    16 Stände informieren über E-Bikes, E-Autos, E-Scooter, E-Segways sowie über Speicheroptionen. Bei der Abens-Donau Energie GmbH gibt’s Infos über Stromtankstellen und man kann einen BMW i3 Probe fahren.

  • Die MZ

    ist mit einem Infostand vor Ort. Interessierte können bei einem Quiz ihr Wissen rund um die E-Mobilität testen.

  • Selbstversuch:

    Wer den i3 von KERL testen möchte, meldet sich bei der Bürger-Energie-Genossenschaft, kurz Bengel: per E-Mail: Vorstand@bengel-keh.de, Fax: (0 94 43) 9 28 54 27. (re)

Seit Sommer 2015 können sich die 41 Kommunen des Nachbarlandkreises, aber auch Vereine und Privatpersonen einen von zwei BMW i3 sowie einen E-Golf ausleihen. Stunden-, tage- oder monatsweise. Ein besonders e-affiner Bürger lieh sich einen der i3 sogar als Brautauto, wie auf der KERL-Homepage zu sehen ist.

Den BMW i3 der Kelheimer Stadtwerke kann man am Stand der Abens-Donau-Energie am Sonntag, 7. Mai, Probe fahren. Foto: Weigert/Archiv
Den BMW i3 der Kelheimer Stadtwerke kann man am Stand der Abens-Donau-Energie am Sonntag, 7. Mai, Probe fahren. Foto: Weigert/Archiv

Ob die Regensburger die Allerersten mit so einer Initiative waren, vermag Stefanie Sturm von KERL nicht zu sagen. Das Pilotprojekt sei in jedem Fall eines der ersten in Bayern gewesen. Inzwischen sind die Regensburger zum Vorbild für andere Landkreise geworden. Oft werden Politzka und Sturm um Tipps zur Umsetzung ähnlicher Angebote gebeten.

Wo finde ich die nächste Stromtankstelle? Das verrät einem heutzutage das Navigationssystem des E-Autos, sagt Stefanie Sturm. Foto: Weigert
Wo finde ich die nächste Stromtankstelle? Das verrät einem heutzutage das Navigationssystem des E-Autos, sagt Stefanie Sturm. Foto: Weigert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Stromtankstellen in der Region.

Die beiden Frauen sehen das eCarsharing als Erfolgsmodell. Kalkuliert hatte man, dass die E-Autos an die 10 000 Kilometer pro Jahr zurücklegen würden. Tatsächlich haben die drei Fahrzeuge nach 20 Monaten zusammen mehr als 75 000 Kilometer auf den Tachos. Damit möglichst viele Landkreisbürger aufmerksam werden, wechseln die Standorte. Aktuell steht ein i3 in Thalmassing, der e-Golf in Wiesent. Der zweite i3 ist an Bengel im Kreis Kelheim verliehen. Bis 20. Juli können Interessierte diesen testen.

Stefanie Sturm vom KERL-Team im Regensburger Landratsamt Foto: Weigert
Stefanie Sturm vom KERL-Team im Regensburger Landratsamt Foto: Weigert

An negative Erfahrungen kann sich Sturm nicht erinnern. Nur ab und an müsse sie Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens weiterleiten. Denn die E-Autos beschleunigen recht gut. Bislang überzeugten sich Bürgermeister und Rathausmitarbeiter von der Qualität der E-Autos, aber auch Vereine, Privatpersonen oder ein Pflegedienst. Letzter nutzte den KERL-Pkw für Krankentransporte. Bei KERL ist man mehr als zufrieden. Das Projekt mit Leasingautos „trägt sich selbst mit einer schwarzen Null“. Die Autos helfen pro Jahr neun Tonnen CO und rund 3000 Liter Diesel-Kraftstoff zu sparen.

Testen Sie in unserem Quiz, wie gut Sie sich bei der Elektromobilität auskennen.

Dr. André Suck ist Klimaschutzmanager im Landkreis Regensburg Foto. Weigert
Dr. André Suck ist Klimaschutzmanager im Landkreis Regensburg Foto. Weigert

Eine Hauptrolle im Nahbereich

Das sagt Dr. André Suck, der Klimaschutzmanager des Landkreises Regensburg im Interview:

Ist das Förderprogramm der Bundesregierung für die Bürger Anreiz, sich ein E-Auto zuzulegen?

Das Förderprogramm läuft sehr schleppend in meinen Augen. Bei der derzeitigen Nachfrage wird sich das Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen zu bringen, nur schwer realisieren lassen.

Wo hakt es?

Ein Problem ist die sich noch dynamisch entwickelnde Technik, besonders bei den Batterien. Hier dürfte es in den kommenden Jahren noch große Entwicklungssprünge geben. Seit kurzem ist etwa ein BMW i3 auf dem Markt, der 190 Kilometer Reichweite hat. Bezüglich Reichweitenverlängerung dürfte sich noch einiges tun. Entsprechend werden sich auch die Preise verändern. Und das wollen viele Interessierte abwarten.

Glauben Sie, dass man mit einem E-Auto in absehbarer Zeit einmal an die 1000 Kilometer zurücklegen kann?

Nein, so einen Sprung darf man wohl nicht erwarten – der ist aus Sicht der Pkw-Nutzung aber auch nicht erforderlich. Ich bin überzeugt, dass die E-Mobilität im motorisierten Individualverkehr – künftig besonders im Nahbereich eine wichtige Rolle haben wird.

Der Einsatz von E-Autos steht und fällt mit den Lademöglichkeiten. Wie ist die Region Regensburg aufgestellt?

Im Vergleich zu anderen Regionen und Landkreisen in Deutschland sehr gut. In der Stadt Regensburg ist das Netz an Lademöglichkeiten natürlich dichter als im Landkreis. Aktuell gibt es mehr als 30 Ladestationen, neben der Stadt auch in Lappersdorf, Neu- und Obertraubling, Regenstauf und Wörth. Rewag und Bayernwerk werden in Kürze – dank eines Förderprogramms des Bundes – noch weiter nachlegen. Die Zahl der Stromtankstellen wird sich stark erhöhen.

Viele lehnen es jedoch ab, ein E-Auto mit „schmutzigem Strom“ zu betanken?

Die Baustelle wird beackert. Lag der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien bei der bundesweiten Stromversorgung vor 10 bis 15 Jahren im einstelligen Bereich, liegt er aktuell bei knapp 32 Prozent. Er wird sich weiter erhöhen. Wir haben bis 2050 auch gar keine andere Wahl, um unsere Klimaschutzziele und die hierfür erforderliche CO-Reduzierung zu erreichen.

Hier gibt es ein Video, das zeigt, wie Sie Ihr (E-)Auto für den Notfall rüsten:

Mehr über das aktuelle KERL-/Bengel-Angebot lesen Sie hier.

So sah es in Sachen Elektromobilität vor neun Monaten im Kreis Kelheim aus.

Unsere MZ-Themenwoche „Nächster Halt, Zukunft!“ zum Nachlesen finden Sie hier.

Mehr Aktuelles aus Train lesen Sie hier.

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