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Einbrüche in Lappersdorf gestoppt

Polizei überführte 29-jährigen Serieneinbrecher. Dem Fahndungserfolg ging viel akribische Feinarbeit der Ermittler voraus.
Von Sabine Norgall, MZ

Am Wochenenden oder im Schutz der Dunkelheit schlug der Einbrecher im März und April im Lappersdorfer Gewerbegebiet zu. Jetzt konnte ihn die PI Regenstauf nach akribischer Feinarbeit überführen. Archivfoto: dpa
Am Wochenenden oder im Schutz der Dunkelheit schlug der Einbrecher im März und April im Lappersdorfer Gewerbegebiet zu. Jetzt konnte ihn die PI Regenstauf nach akribischer Feinarbeit überführen. Archivfoto: dpa

Lappersdorf. Es gibt zwei Dinge, die haben nichts miteinander zu tun: Kriminalfälle, wie sie täglich im Fernsehen gelöst werden, und die intensive und aufwendige Ermittlungsarbeit, wie sie Polizisten vor Ort leisten. PHK Rainer Spangler, stellvertretender Leiter der PI Regenstauf, schmunzelt über das Bild, das das Fernsehen transportiert: „Die haben ein Merkmal, drücken auf eine Taste und sofort erscheinen Foto und Lebenslauf des Täters. So einfach ist es leider nicht.“

Nach intensiven und akribischen Ermittlungen und genauester Arbeit der Spurensicherung meldete die Polizei Regenstauf am Mittwoch einen Erfolg: Der Serieneinbrecher, der zwischen dem 24. März und dem 21. April in zwei Kindergärten, vier Firmen im Gewerbegebiet, den Lappersdorfer Bauhof sowie in das Kletterzentrum einbrach, ist gefasst. Der Beuteschaden belief sich insgesamt auf knapp 5000 Euro. Der Sachschaden wird mit 7000 Euro angegeben.

Serie war schnell zu erkennen

Der Täter gelangte in fast allen Fällen durch das Aufhebeln eines Fensters in die Objekte, durchsuchte diese und entwendete überwiegend Bargeld, Mobiltelefone sowie ein Laptop. Zweimal riss er Möbeltresore aus der Verankerung und brach diese in nahegelegenen Grünanlagen auf. Nach allen Einbrüchen konnte der Täter unerkannt flüchten.

Der stellvertretende Leiter der PI Regenstauf, Rainer Spangler, und Ermittler PHK Dieter Bachfischer (rechts) freuen sich über den Fahndungserfolg.
Der stellvertretende Leiter der PI Regenstauf, Rainer Spangler, und Ermittler PHK Dieter Bachfischer (rechts) freuen sich über den Fahndungserfolg.

Nach dem dritten Einbruch stand für Ermittler PHK Dieter Bachfischer fest, dass er es mit einem Serientäter zu tun hatte. An den Fenstern, die der Täter aufhebelte, blieben jeweils rote Lackspuren zurück.

Beim Aufhebel der Fenster hinterließ der Täter jeweils Spuren, die von einem roten Brecheisen stammten. Foto: PI Regenstauf
Beim Aufhebel der Fenster hinterließ der Täter jeweils Spuren, die von einem roten Brecheisen stammten. Foto: PI Regenstauf

Bachfischer sicherte die Spuren und vollzog in jedem einzelnen Fall den Tatweg genau nach: Wie stieg der Täter ein?, was hat er gemacht?, wie kam er wieder raus und wie verließ er den Tatort? Immer wieder stellte er die gleichen Fragen. Die PI Regenstauf verstärkte die Streifenfahrten im Gewerbegebiet. Dazu Rainer Spangler: „Nur weil man kein Polizeiauto sieht, heißt das nicht, dass keine Polizei vor Ort ist.“

Einbrecher suchte den leichtesten Weg

  • Örtlichkeiten

  • Abgelegen, kein soziales Umfeld, im Erdgeschoss und Fenster ohne besondere Sicherung: Der Einbrecher im Lappersdorfer Gewerbegebiet suchte bei seinen schweren Diebstahlsdelikten jeweils den Weg des geringsten Widerstandes.

  • Widerstand

  • In drei Fällen scheiterte der Einbrecher. Die Fenster dort, sagt Ermittler Dieter Bachfischer, waren „etwas robuster“, der Täter gab auf. Bachfischer ist überzeugt. „Es lohnt sich, in mehr Sicherheit zu investieren.“

  • Sicherheit

  • Wie man sein Haus einbruchsicher und es potenziellen Tätern zumindest schwer macht, dazu berät die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Telefon (0941) 506 2775 oder 2776.

  • Beobachtungen

  • PHK Rainer Spangler appelliert an die Bevölkerung, verdächtigen Wahrnehmungen zu melden. „Lieber die 110 einmal zuviel gewählt. Je mehr wir mitkriegen, desto schneller fügt sich aus Kleinigkeiten ein Bild zusammen.“ Die PI Regenstauf ist direkt unter (09402) 93 110 zu erreichen.

Zum Verhängnis wurde dem Einbrecher der Diebstahl eines Handys. Mit der „Auswertung von Telekommunikationsspuren“ näherten sich die Fahnder dem Einbrecher. Dieser Ermittlungsschritt, erklärt Spangler, liegt weit unter einer Telekommunikationsüberwachung. Für so eine Überwachung wäre das Delikt des schweren Diebstahls viel zu gering.

Der Beschuldigte, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat und bei einem Freund in Regensburg untergetaucht war, wurde dort festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl.

Diebesgut gefunden

Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellte die Polizei das Aufbruchswerkzeug sowie Teile des Diebesgutes sicher.

Die Einbruchwerkzeuge wurden bei der Durchsuchung der Wohnung sichergestellt. Foto: PI Regenstauf
Die Einbruchwerkzeuge wurden bei der Durchsuchung der Wohnung sichergestellt. Foto: PI Regenstauf

Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen und werden durch die PI Regenstauf fortgeführt. Bislang ist nicht klar, ob der Mann für weitere Einbrüche verantwortlich ist.

Lappersdorfs Bürgermeister Christian Hauner war erleichtert, dass die Einbruchserie vorbei ist. Diese, sagt er, wäre bei der Bevölkerung ein Thema gewesen, das immer wieder angesprochen wurde. Die Tatsache, dass die Einbrüche dort erfolgten, wo sich der Täter besonders schnellen Erfolg versprach, gab Hauner zu denken. Mehr Sicherheit koste natürlich Geld. Bei Neubauten oder Renovierungen sollte man dies aber im Hinterkopf behalten. Über den Fahndungserfolg freute sich der Bürgermeister: „Das ist ein Zeichen, dass die Polizei da ist, wenn man sie braucht und so einen Täter auch findet.“

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