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Eine neue Kulturmeile für die Stadt

Doris Gerstl leitet die Museen der Stadt Regensburg seit 100 Tagen. Die kommenden Herausforderungen sieht sie als Chance.
Von Kathrin Robinson, MZ

Dem Historischen Museum am Dachauplatz stehen Umbaumaßnahmen bevor. Es soll moderner und offener werden. Foto: Historisches Museum
Dem Historischen Museum am Dachauplatz stehen Umbaumaßnahmen bevor. Es soll moderner und offener werden. Foto: Historisches Museum

Regensburg.Über Langeweile kann sich Dr. Doris Gerstl, die Leiterin der Museen der Stadt Regensburg, mit Sicherheit nicht beklagen. Seit 100 Tagen ist sie nun im Amt, hatte Zeit, sich einen Überblick über alle Strukturen in der Museumslandschaft der Domstadt zu verschaffen und die Mitarbeiter der Städtischen Museen kennenzulernen. Bei einer Pressekonferenz zog sie gestern eine erste Bilanz und gab einen Ausblick auf die wichtigen Projekte, die für die Museen der Stadt anstehen. Und das sind mit dem Neubau des Museumsdepots in Burgweinting, dem Umzug von Teilen der Museumsverwaltung aus dem Gebäude des Historischen Museums in der Altstadt nach Burgweinting und dem Umbau des Historischen Museums selbst einige Mammutaufgaben.

Depot soll bis 2020 fertig sein

„Ich freue mich, in Regensburg zu sein“, sagte Gerstl. „Es ist eine wunderbare Stadt. Die Schätze der Museen umfassen Jahrhunderte und spiegeln die reiche Geschichte der Stadt wider.“ Gerade diese Vielfalt, die nur wenige Städte zu bieten hätten, findet die Kunsthistorikerin reizvoll.

Viele Schätze, wie diese Figurengruppe, waren bislang in verschiedenen Depots untergebracht. Sie bekommen bald eine neue Heimat. Foto: Baumgartl
Viele Schätze, wie diese Figurengruppe, waren bislang in verschiedenen Depots untergebracht. Sie bekommen bald eine neue Heimat. Foto: Baumgartl

Den großen Herausforderungen der nächsten Jahre sieht sie mit Spannung entgegen. „Wir bekommen ein neues Depot. Das ist eine große Chance“, erklärte sie bei der Pressekonferenz. Bis 2020, so hofft die geborene Regensburgerin, soll der Neubau in Burgweinting abgeschlossen sein. In dem neuen, zentralen Museumsdepot werden alle Schätze der Städtischen Museen zusammengeführt, die bisher auf verschiedene Depots in der Stadt verteilt waren. Ein Schaudepot soll das neue Gebäude nicht werden. „Wir zeigen unsere Schätze weiter in der Stadt“, so Gerstl. Aber das Depot soll gleichzeitig als Forschungszentrum dienen, in dem Wissenschaftler und Studierende optimale Bedingungen für ihre Arbeit vorfinden sollen. Zudem wird das Gebäude in Burgweinting auch die neue Heimat des Stadtarchivs mit Lesesaal und Vortragsraum werden.

Historisches Museum soll Ort der Begegnung werden

Parallel zum Bau des Depots muss bereits der Umzug der Verwaltungsmitarbeiter aus dem Historischen Museum am Dachauplatz vorbereitet und dessen Umbau konzipiert werden. „Das Museum wir in großem Maße von Umbauarbeiten betroffen sein“, kündigte Gerstl an. Es solle moderner und offener werden, „ein Ort der Begegnung und Kommunikation für die gesamte Stadt und alle Bürger“. Im Moment sieht sich die Kunsthistorikerin andere Häuser an, um sich Inspirationen zu holen. Sie freue sich darauf, das Haus neu einzurichten. „Am Ende wird es dann endlich möglich sein, auch Schätze zu zeigen, die wir bisher aufgrund der Bedingungen nicht zeigen konnten.“ Leitobjekte sollen weiterhin im Historischen Museum ausgestellt werden, aber künftig sollen auch Kostbarkeiten in den Schauräumen zu sehen sein, die bisher in den Depots versteckt waren. „Da wird sich einiges tun“, sagte Gerstl.

Doris Gerstl über ihren Job in Regensburg:

Dr. Doris Gerstl im MZ-Interview

Neuer Eingangsbereich für Museum

Eine wichtige Rolle beim Umbau des Historischen Museums wird laut Kulturreferent Klemens Unger auch der Eingangsbereich spielen. Dieser müsse neu gestaltet werden, mit einem einladenden Foyer und einem Museumsshop. „Ein Museum ohne Museumsshop ist nicht mehr zukunftsfähig“, betonte Unger bei der Pressekonferenz. Einig ist er sich mit Doris Gerstl darin, dass der Eingang des Museums weiterhin prominent am Dachauplatz und nicht am Minoritenweg sein soll. Was das alles kosten wird, können die Verantwortlichen noch nicht sagen. Man sei noch ganz am Anfang der Konzeptionierung und Planung. Und auch für die Städtische Galerie im Leeren Beutel stehen Veränderungen an. Aus Gründen des Brandschutzes muss hier einiges neu gestaltet werden.

Das neue Museum der Bayerischen Geschichte sieht Doris Gerstl als Plus für die neu gestalteten Städtischen Museen. Sie erhofft sich zahlreiche Synergieeffekte. „Wir erhalten dann zwischen Bahnhof, Dom und Donau eine einzigartige Kulturmeile in Regensburg mit einem vielfältigen Angebot und lebendigen Begegnungsorten für alle Bürger.“

Geplante Ausstellungen

  • Die Museen:

    Zu den Städtischen Museen in Regensburg gehören außer dem Historischen Museum am Dachauplatz die Städtische Galerie im Leeren Beutel und die documente vom Reichstag bis zur Schnupftabakfabrik.

  • Fotografie:

    Auf das Festival Fotografischer Bilder im Leeren Beutel im Oktober freut sich Doris Gerstl ganz besonders. In dessen Rahmen werden zu einem Symposium vom 26. bis 28. Oktober international renommierte Fotografen erwartet.

  • Grabungsfeld in Burgweinting: Das Grabungsfeld in Burgweinting, eines der größten Grabungsgebiete Europas, soll im Zentrum einer Ausstellung im Historischen Museum Ende des nächsten Jahres stehen. Es wird die letzte Ausstellung im Museum vor den Umbauarbeiten sein. (wk)

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