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Flut so früh im Jahr ist ungewöhnlich

Starke Niederschläge und Schneeschmelze lassen Donau über die Ufer treten. Seit Samstagabend sinkt der Wasserstand wieder
Von Elfi Bachmeier-Fausten, Heiner Stöcker und Manfred Forster

  • Vom Damm aus konnten Spaziergänger das Ausmaß des Hochwassers an der Schiffsanlegestelle Kelheim sehen. Foto: Bachmeier-Fausten
  • Land unter in Kelheim – im Bild ein Blick Richtung Maxbrücke. .Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Seit 22.15. Uhr am Samstagabend sinkt der Wasserstand der Donau wieder. Von 20.30 bis 22.15 Uhr registrierte das Wasserwirtschaftsamt Landshut einen Pegel von 565 Zentimeter. Damit blieb die Donau unterhalb der am Donnerstag prognostizierten sechs Meter. Aktuell, am Sonntag um 9.25 Uhr, vermeldete der Hochwassernachrichtendienst 555 Zentimeter, um 9.45 Uhr 552 Zentimeter. Bis 17.15 Uhr war die Donau bereits auf 536 Zentimeter gesunken. Laut der Prognose soll die Donau am frühen Dienstagmorgen wieder unter die Meldestufe 1 fallen.

An einem Dreikönigstag um die plus zehn Grad Celsius und Hochwasser in Kelheim – sicherlich etwas Außergewöhnliches. Laut Sachgebietsleiter Peter Staudinger vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Landshut ist ein Hochwasser „so früh im Jahr ungewöhnlich“. Es sei auf starke Niederschläge im Allgäu und im südlichen Alpenvorland und Schneeschmelze zurückzuführen.

Feuerwehrkräfte sind am Samstag beim Kloster Weltenburg im Einsatz. .Foto: Bachmeier-Fausten
Feuerwehrkräfte sind am Samstag beim Kloster Weltenburg im Einsatz. .Foto: Bachmeier-Fausten

Pegel stieg bis Samstagabend

Am Feiertag in der Früh erreichte der Donaupegel in Kelheim die Meldestufe 3. Um 10 Uhr lag der Pegel bereits bei 544 Zentimetern und stieg im Laufe des Tages weiter an – um 21.15 Uhr waren es 565 Zentimeter und um 22.30 Uhr 564 Zentimeter. Die Schiffsanlegestelle, das Donauvorland, der Großparkplatz in Weltenburg waren überschwemmt.

Dreikönigs-Hochwasser in Kelheim

Bereits am Mittwoch war vom WWA ein Pegelstand um die sechs Meter prognostiziert worden. In Kelheim und auch andernorts wurden Vorkehrungen getroffen. „Wir haben sofort reagiert, als die Prognose vom Wasserwirtschaftsamt gekommen ist“, so Georg Sinzenhauser, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim-Stadt.

Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim-Stadt, Georg Sinzenhauser, erläutert den Flutschutz für das Kloster Weltenburg.Video: Bachmeier-Fausten

Entsprechend des prognostizierten Pegelstands von sechs Metern seien die Planungen aufgestellt worden.

Der Pegel am Samstag gegen 16 Uhr, er stieg aber dann noch etwas. .Foto: Bachmeier-Fausten
Der Pegel am Samstag gegen 16 Uhr, er stieg aber dann noch etwas. .Foto: Bachmeier-Fausten

Am Freitag war der Hochwasserschutz für den Ort Weltenburg und beim Kloster aufgebaut worden. Am Samstagnachmittag ist zur im Klosterhof vorhandenen stationären Pumpe, „die tagtäglich für die Grundwasserhaltung läuft“, in einem Schacht noch eine weitere „zur Unterstützung der Oberfächen-Entwässerung in Gang gesetzt worden, um das Grundwasser auf einem bestimmten Niveau zu halten“.

Land unter auf den Wiesen bei Kelheimwinzer. Leserfoto: Ingrid Roithmeier
Land unter auf den Wiesen bei Kelheimwinzer. Leserfoto: Ingrid Roithmeier

Der Kommandant und einige Kameraden waren deshalb beim Kloster im Einsatz. Zu dieser Zeit paddelten Männer in einem Schlauchboot auf der hochwasserführenden Donau in Richtung Kelheim. Diese Leute gefährdeten sich selbst und wenn etwas passieren sollte, dann auch Rettungskräfte, so Sinzenhauser.

Die Donau war auch im Kelheimer Ortsteil Stausacker über das Ufer getreten. Foto: Robert Kolb
Die Donau war auch im Kelheimer Ortsteil Stausacker über das Ufer getreten. Foto: Robert Kolb

Kreisbrandrat Nikolaus Höfler sagte am Samstagabend: „Ich denke, dass sich die vorbeugenden Maßnahmen der Gemeinden mit den Bauhöfen und Feuerwehren und des Wasserwirtschaftsamtes sehr bewähren. Es schadet aber trotzdem nicht, wachsam zu bleiben. Ich bin sehr froh, dass es bei dem Wasserstand geblieben ist.“

Donau-Segnung am Dreikönigstag durch Abt Thomas Freihart Foto: Robert Kolb
Donau-Segnung am Dreikönigstag durch Abt Thomas Freihart Foto: Robert Kolb

Regen forderte Kräfte zusätzlich

Gefordert waren Wehren nicht nur bei Vorbereitungen: „In der Nacht zum Freitag ist eine Unwetterfront mit Starkregen drüber gezogen“, so Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Rott. Das Wasser floss zum Beispiel in Painten über die Felder am Hang zwischen der Kelheimer Straße und Neulohe über die Hilde-Rygol-Siedlung (Musikstadl) Richtung Wohnbebauung Preß.

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