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Hochschule: Der Standort steht fest

Hitzig diskutierten die Neumarkts Stadträte, wo künftig Studenten lernen sollen. Die MZ beantwortet die wichtigsten Fragen.
von Wolfgang Endlein

Durch dieses Portal des früheren Altenheims am Residenzplatz könnten in Zukunft Studenten schreiten. Fotos: Endlein
Durch dieses Portal des früheren Altenheims am Residenzplatz könnten in Zukunft Studenten schreiten. Fotos: Endlein

Was haben die Stadträte in der Standortfrage beschlossen?

Der Stadtrat hat sich aus sieben Standorten für den am Residenzplatz entschieden. Dies umfasst erstens den Bereich ehemaliges Altersheim plus Kinderhort und zweitens den Bereich Parkplatz Mühlstraße. Die Entscheidung wurde mit 23 Ja-Stimmen gegen acht Nein-Stimmen gefällt.

An dieser Stelle könnten künftig Studenten stehen: im Innenhof des ehemaligen Altersheims am Residenzplatz.

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Welche Standorte standen zur Auswahl?

Zwei der sieben von der Stadtverwaltung präsentierten Standorte beinhalteten eine Option 1a und 1b. Neben dem Residenzplatz trifft dies auch auf den Bereich Parkplatz Dr.-Grundler-Straße zu, der mit der angrenzenden Flussmeisterei verknüpft wurde. Daneben listete die Verwaltung die Standorte Sonderpädagigisches Förderzentrum, Flugfeld, früheres Delphi-Areal, Alter Bauhof und Glossner-Brauerei auf.

Was waren die Argumente für den Standort Residenzplatz?

Für OB Thomas Thumann und die Stadtverwaltung erfüllt der Standort Residenzplatz entscheidende Kriterien. Ausreichend große Flächen in zentraler, repräsentativer Lage seien im Besitz der Stadt und damit sofort verfügbar. Angesichts des bestehenden Zeitdrucks sei dieser Standort die einzige realistische Option.

Im früheren Altenheim, das bis zur Schließung von Schwestern betrieben wurde, findet sich noch deren Kapelle. Foto: Endlein
Im früheren Altenheim, das bis zur Schließung von Schwestern betrieben wurde, findet sich noch deren Kapelle. Foto: Endlein

Der Druck entsteht dadurch, dass die Übergangslösung im Haus St. Marien bis März 2020 vertraglich fixiert ist und die darüber hinaus gehende Etablierung des Studiengangs durch den Freistaat auch entscheidend von einem bis dahin zu schaffenden geeigneten Hochschulgebäude abhängt.

Thumann erklärte, dass für diesen Standort zudem Fördergelder in Aussicht stünden. Andererseits geht die Verwaltung von höheren Baukosten als an Vergleichsstandorten aus. Der Parkplatz Mühlstraße ist aus Sicht des Rathauschefs eine Option für eine mögliche künftige Erweiterung.

Ein Kommentar zur Stadtratsentscheidung lesen Sie hier:

Kommentar

Projekt ist beschädigt

Das Hochschulgebäude soll am Residenzplatz entstehen. Das haben die Stadträte beschlossen – unter Murren. CSU, SPD und FLitZ kritisierten den Zeitdruck,...

Wie bewertete die Verwaltung die anderen Standorte?

Den anderen Standorten attestierte Thumann teilweise auch, eine Option für die Zukunft zu sein – aber eben nicht jetzt. Die Gründe: nicht schnell verfügbar, weil nicht im städtischen Besitz, oder aus Sicht der Verwaltung zu dezentral gelegen.

Einer der Standorte, der im Gespräch war, ist die Glossner-Brauerei. Darüber berichtet dieser Artikel.

Welche Kritik wurde im Stadtrat geäußert?

Kritik kam von CSU, SPD und FLitZ. Im Kern richtete sie sich mehrheitlich aber nicht gegen den Standort Residenzplatz, sondern gegen die Art der Entscheidungsfindung. Die Kritiker warfen der Stadtspitze vor, zu kurzfristig (gut eine Woche vor der Sitzung wurden den Räten die Unterlagen zugestellt) zu mangelhafte Infos gegeben zu haben. Eine Diskussion der Standorte sei auf dieser Basis und unter dem Zeitdruck unmöglich. Ein früher eingeleiteter Beratungsprozess wäre nötig gewesen. Thumann wies die Kritik zurück, es handele sich um eine Überrumpelungstaktik.

Der Leiter des Studiengangs, Prof. Dr. Frank Ebinger, freut sich über die Entscheidung. Foto: Böhm
Der Leiter des Studiengangs, Prof. Dr. Frank Ebinger, freut sich über die Entscheidung. Foto: Böhm

Rollen bald die Bagger am Residenzplatz?

Nein. Bis dahin ist es noch weit. Zunächst sieht der Beschluss vor, dass Architekten und Fachplaner gesucht werden, um den Standort näher zu planen. Was darüber hinausgeht, soll erst angegangen werden, wenn gesichert ist, dass der Freistaat die Unterhalts- und Betriebskosten für das Gebäude dauerhaft übernimmt. Wie Stadtbaumeister Matthias Seemann erklärte, seien diese Kosten primär wichtig. Sie könnten über die kommenden Jahrzehnte Kosten im spürbar zweistelligen Millionenbereich zur Folge haben. Derweil ist der Leiter des Studienganges, Prof. Dr. Frank Ebinger, optimistisch, dass sich der Freistaat bei fortgesetzt positiver Entwicklung spätestens im dritten Jahr des Studienganges dauerhaft zum Standort bekennt.

Das ehemalige Altersheim steht schon seit vielen Jahren leer und ist im Besitz der Stadt. Foto: Endlein
Das ehemalige Altersheim steht schon seit vielen Jahren leer und ist im Besitz der Stadt. Foto: Endlein

Was kostet das Hochschulgebäude die Stadt?

Viele Stadträte kritisierten, dass sie diese Information nicht bekommen hätten. Die Stadtverwaltung verteidigte sich, man könne noch nicht sagen, wie hoch die Kosten seien. Man kenne das Raumkonzept noch nicht.

Wie die Studenten sich in Neumarkt fühlen, hat die MZ Ende 2016 erfragt. Hier geht es zum Artikel.

Wie nimmt die Hochschule die Entscheidung auf?

Ebinger freute sich über den Beschluss. Der Standort sei ideal. Die positive Entwicklung des Studienganges setze sich fort. Das sei auch an den Bewerberzahlen abzulesen. Zum Start im Wintersemester 2016/17 hätte es knapp über 200 Bewerber gegeben, zum neuen Semester seien es nochmal etwas mehr. Zwischen 30 und 40 Studierende kommen demnach zu den bislang 38 Studierenden hinzu.

Was braucht die Hochschule im Gebäude?

Wenn der Bachelor-Studiengang erstmal seine volle Stärke mit rund 120 Studenten über drei Jahrgänge verteilt erreicht hat, braucht es laut Ebinger mindestens drei bis vier Seminarräume für jeweils bis zu 40 Studenten. Erforderlich seien auch eine kleine Bibliothek, ein Computerraum, eine kleine Kantine, Zimmer für Professoren und Administration sowie ein größerer Raum für Veranstaltungen.

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