MyMz

Ideen für die Passionsspiele reifen

Bis zum Schauspiel in 2019 ist es noch weit. Doch schon jetzt macht sich Euphorie unter den Helfern in Neumarkt breit.
von Wolfgang Endlein

Regisseur Michael Ritz gefällt, was da im ehemaligen Schwesternhaus in der Bräugasse lagert. Als „üppig“ bezeichnet er den Kostümfundus der Passionsspiele, den Rita Iberl seit 1999 betreut. Foto: Endlein
Regisseur Michael Ritz gefällt, was da im ehemaligen Schwesternhaus in der Bräugasse lagert. Als „üppig“ bezeichnet er den Kostümfundus der Passionsspiele, den Rita Iberl seit 1999 betreut. Foto: Endlein

Neumarkt.Der Schreibblock liegt immer auf dem Nachttisch von Rita Iberl bereit. Für den Fall, dass die Eingebung im Schlaf über sie kommt. Was soll Herodes anziehen? Was die Jünger? Wie soll das Kostüm des Pilatus aussehen? Seit 1999 stellt sich Iberl derlei Fragen. Seither ist die Neumarkterin die Verantwortliche für die Kostüme der Neumarkter Passionsspiele, die 2019 eine Neuauflage erleben sollen (wir berichteten).

Rita Iberl mit dem Kostüm des Herodes, zu dem die Idee ihr aus heiterem Himmel beim Schneidern an einem Kleid für sich selbst kam. Foto: Endlein
Rita Iberl mit dem Kostüm des Herodes, zu dem die Idee ihr aus heiterem Himmel beim Schneidern an einem Kleid für sich selbst kam. Foto: Endlein

„Schneidern ist mein Leben“, sagt Iberl und man kann sie zu dieser Leidenschaft nur beglückwünschen. Anders wäre der Aufwand, den die ehrenamtliche Kostümbildnerei kostet, wohl auch mehr Leiden. Iberl empfindet jedoch vor allem Spaß, wie sie sagt. Auch wenn sie sich an Zeiten erinnert, die kein Zuckerschlecken waren. „Wir hatten uns an die Hektik gewöhnt“, sagt sie über manch heiße Phase im Vorfeld eines Passionsspiels.

Am Ende fließen Tränen

Etwa wenn dem Regisseur plötzlich der Gedanke kommt, die Kostüme einer gewissen Gruppe von Darstellern in blau haben zu wollen. Dann legen die Damen um Rita Iberl Überstunden mit Nadel und Faden ein. Doch es sei gerade diese Gemeinschaft im Wirken auf ein Ziel hin, die sie so an den Passionsspielen begeistere, sagt die „Obernäherin“. „Wenn dann alles vorbei ist, fließen bei manchen die Tränen. Weil sie traurig sind, dass es vorbei ist und man sich nicht mehr so regelmäßig sieht“, erzählt Iberl.

Die Organisationsleiter Franz Düring (r.) und Franz Ebenhöch sind begeistert, mit welchem Enthusiasmus in Neumarkt auf die Passionsspiele reagiert wird. Foto: Endlein
Die Organisationsleiter Franz Düring (r.) und Franz Ebenhöch sind begeistert, mit welchem Enthusiasmus in Neumarkt auf die Passionsspiele reagiert wird. Foto: Endlein

Doch bis zu diesem Zeitpunkt irgendwann in 2019 ist noch sehr viel Zeit. Eine Zeit, in der es viel Gelegenheit zu gemeinschaftlichen Arbeiten auf allen Ebenen der Organisation der Passionsspiele geben wird. Die jüngste fand am vergangenen Samstag statt, als die Passionsspielfamilie in einer Gemeinschaftsaktion Hunderte von Kostümen vom Pfarrhof von St. Johannes in das ehemalige Schwesternhaus in der Bräugasse brachte.

Zahlreiche Kartons mit Kostümen lagern im ehemaligen Schwesternhaus und warten darauf, sortiert zu werden. Foto: Endlein
Zahlreiche Kartons mit Kostümen lagern im ehemaligen Schwesternhaus und warten darauf, sortiert zu werden. Foto: Endlein

Dort warten die vielen Kartons darauf, sortiert zu werden. „Das wird eine Menge Arbeit“, ist sich Rita Iberl bewusst, die aber generell auf etwas weniger Arbeit für die Kostümbildner hofft als bei der vergangenen Ausgabe 2009. Worauf ihr Michael Ritz, der neue Regisseur der Passionsspiele, Hoffnung macht. Als „üppig“ und „reichlich“ bezeichnet er den Kostümfundus der Passionsspiele, auf den er größtenteils zurückgreifen will.

Vieles im Stadium der Idee

Veränderungen im Detail wird es aber geben. Nur welche, das ist größtenteils noch nicht fix. Vieles befindet sich im Stadium der Idee. Zu hören ist beispielsweise von einer einheitlicheren Kostümierung der Jünger. Die Rede ist auch von einer Ausstattung aller Soldaten mit Rüstungen aus Metall. Doch das sei eine Frage der Finanzierung. Die Entscheidungen reifen allmählich aus Ideen, die vorerst wohl vor allem noch im Kopf des Regisseurs sind, der sagt: „70 Prozent des Konzepts habe ich schon im Kopf“.

Dass die Kostüme dabei eine große Rolle spielen, sagt er immerhin auch. „Die Kostüme sind das Bühnenbild.“ Auf ein eigentliches Bühnenbild will er ganz verzichten, wie er bereits bei früheren Gelegenheiten der MZ berichtete. Die bisherige Bühnenausstattung habe die Zuschauer erschlagen. „Das Spiel ist wichtiger als die Kulisse“, betont Ritz, der dafür geeignete Darsteller braucht. Ein Casting soll dabei helfen.

Wann das Casting stattfindet und weitere Informationen dazu, gibt Regisseur Michael Ritz im MZ-Interview:

Das Casting für die Passionsspiele Neumarkt

Doch schon jetzt gebe es genügend Interessierte, sagen die Organisationschefs Franz Düring und Franz Ebenhöch, die nur so vor Euphorie sprühen. „Neumarkt reißt sich um die Passionsspiele“, bilanziert Düring angesichts langer Listen an Bewerbern. Dennoch: Es dürfen sich gerne noch Interessierte melden – auch solche, die nicht schauspielern, aber sich handwerklich einbringen wollen.

Lesen Sie mehr:

Weitere Nachrichten aus Neumarkt finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht