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Jahn: Jetzt geht der Blick nach vorn

Nach dem Aufstieg wird für die 2. Liga geplant. Der Etat wird dabei erhöht und drei neue Spieler sind bereits verpflichtet.
Von Jürgen Scharf, MZ

Auch in der 2. Liga will der SSV Jahn als echtes Team auftreten. Foto: Nickl
Auch in der 2. Liga will der SSV Jahn als echtes Team auftreten. Foto: Nickl

Regensburg.Heiko Herrlich hat in seinen bislang eineinhalb Jahren beim SSV Jahn Regensburg oft erzählt, dass er nur in Etappen denke. Ein Spiel nach dem anderen, Schritt für Schritt. Zu weit nach vorne zu schauen, lenke nur ab, findet der Trainer. Geschäftsführer Christian Keller scheint es ähnlich zu handhaben. Am Dienstagabend, nach dem Sieg in der Relegation, wird er gefragt, wie der Klub das Abenteuer 2. Liga denn nun angeht. Keller antwortet mit einem Schmunzeln: „Die erste Amtshandlung ist, dass wir jetzt gemeinsam zum Essen gehen und ich da eine Rede halten darf.“ Diese habe er sich übrigens für den Fall der Fälle bereits zurecht gelegt: „Natürlich, denn Vorbereitung ist alles.“

Auch für die 2. Liga scheint der SSV Jahn gut vorbereitet zu sein. Die Lizenz für die zweithöchste deutsche Spielklasse hat er bereits vor Monaten beantragt und erhalten. Insbesondere das neue Stadion erleichtert dem Verein die Arbeit. Als er 2012 in die 2. Liga aufstieg, musste der Klub die alte Arena an der Prüfeninger Straße – wieder einmal – behelfsmäßig aufrüsten. Mit seinem von der Stadt errichteten Schmuckkästchen kann er nun natürlich ohne weitere Investitionen auch in der 2. Liga antreten.

Ein Plan, wie sich der Klub allgemein auf die neuen Anforderungen einstellt, gibt es bereits. Der Etat für den Betrieb der Profimannschaft werde „ligabedingt natürlich etwas höher ausfallen“, sagt Keller. Eine konkrete Zahl will er dabei – wie auch in der Vergangenheit – nicht nennen. In der abgelaufenen Saison hatte der Verein einen Gesamtetat von 6,5 Millionen Euro. Nach Informationen unseres Medienhauses wurden hiervon knapp drei Millionen Euro für die Profimannschaft verwendet.

Gewaltiger Sprung beim TV-Geld

Der Klub kann aus einem ganz einfachen Grund nun auch mehr ausgeben: Er nimmt mehr ein. Der Sprung bei den Fernsehgeldern etwa ist gewaltig. Vergangene Saison in der 3. Liga bekam der Jahn hier 711 000 Euro. In der 2. Liga wird er 6,5 Millionen Euro erhalten. Und auch bei den Zuschauer- und Sponsoringeinnahmen kann der Verein mit einem Zuwachs kalkulieren. Alleine bei den bayerischen Derbys gegen Nürnberg, Ingolstadt und Fürth, die in der 2. Liga anstehen, dürfte die Continental-Arena proppenvoll werden – und das macht den Jahn wiederum für Sponsoren interessanter. Andererseits gibt es auch Ausgaben, die jetzt steigen. Mit der Stadt Regensburg ist vereinbart, dass der Jahn in der 2. Liga nicht mehr wie jetzt in der 3. Liga 5000 Euro Miete pro Spieltag bezahlen muss, sondern 15 000 Euro. Zudem ist in der 2. Liga an die Stadt eine Umsatzbeteiligung von maximal 500 000 Euro für die gesamte Saison zu entrichten. Zu vermuten ist auch, dass einige Spieler Verträge haben, in denen das Gehalt ligaabhängig gestaffelt ist.

Der Kader

  • Vertrag bis 2018:

    Philipp Pentke (Torwart), Bastian Lerch (Torwart), Oliver Hein (Abwehr), Sebastian Nachreiner (Abwehr), Markus Palionis (Abwehr), Kevin Hoffmann (Mittelfeld), Benedikt Saller (Mittelfeld), Marvin Knoll (Mittelfeld),Marco Grüttner (Sturm)

  • Bis 2019:

    Alexander Nandzik (Abwehr), Sven Kopp (Abwehr) Jann George (Sturm), Marc Lais (Mittelfeld)

  • Bis 2020:

    Andy Geipl (Mittelfeld)

  • Auslaufende Verträge:

    Marcel Hofrath (Abwehr), Ali Odabas (Abwehr), Thomas Paulus (Karriereende), Robin Urban (Abwehr), Uwe Hesse, Andre Luge, Daniel Schöpf, Kolja Pusch, Erik Thommy, Patrik Dzalto (alle Mittelfeld), Haris Hyseni (Sturm), Markus Ziereis (Sturm), Michael Faber (Wechsel zur DJK Vilzing steht bereits fest)

Bei der Planung des Kaders ist der Klub bereits recht weit. Acht Spieler, darunter absolute Leistungsträger wie Philipp Pentke, Markus Palionis, Oliver Hein, Marco Grüttner, Marvin Knoll oder Alexander Nandzik hatten ohnehin Verträge, die mindestens noch für die nächste Saison gelten. Mit Sebastian Nachreiner, Andy Geipl, Marc Lais und Jann George konnten zuletzt bereits vier weitere Eckpfeiler der Mannschaft länger an den Klub gebunden werden. Mit Kolja Pusch und Markus Ziereis sei er sich auch bereits einig, erzählt Keller. Bei beiden wird in den kommenden Tagen die Bekanntgabe eines neuen Vertrags erwartet. Beim vom FC Augsburg ausgeliehenen Erik Thommy gebe es dagegen bislang nichts Neues zu vermelden. Nach wie vor sei es grundsätzlich so, dass Thommy nach Augsburg zurückkehre, sagt Keller. Wenn sich aber doch noch eine Chance ergeben würde, ihn in Regensburg zu halten, würde der Jahn „alles uns Mögliche dafür tun“.

Paulus beendet die Karriere

Thomas Paulus beendet seine Karriere. Foto: Nickl
Thomas Paulus beendet seine Karriere. Foto: Nickl

Bislang stehen zwei Spieler fest, die den Verein verlassen, Thomas Paulus beendet seine Karriere, Michael Faber geht zur DJK Vilzing. Drei Spieler hat der Klub derweil bereits neu verpflichtet, wie Keller verrät. In den kommenden Tagen werde der Verein sie vorstellen: „Es sind alles Spieler, denen wir die 3. Liga gut zugetraut haben und bei denen wir Entwicklungspotenzial für die 2. Liga sehen.“

Nun hat die Mannschaft zunächst einmal drei Wochen Urlaub. Wie beim Jahn üblich erhält allerdings jeder Spieler einen individuellen Trainingsplan für diese Zeit. In die Vorbereitung auf die 2. Liga startet der Klub dann in der vorletzten Juni-Woche.

Ab dann wird es auch wieder Ernst, daran lässt Trainer Herrlich jetzt schon keinen Zweifel. Auf den Lorbeeren des Aufstiegs werde sich die Mannschaft nicht lange ausruhen können, glaubt er: „Mit Erfolgen steigen die Erwartungen, auch in Regensburg.“ Ab sofort gelte es, „die Mannschaft bestmöglich für die 2. Liga vorbereiten. Und ich bin zuversichtlich, dass wir Lösungsmöglichkeiten finden, dass wir die Klasse halten“.

Der Coach erinnert sich schließlich noch gut daran, dass es im vergangenen Sommer etliche Skeptiker gab, die bezweifelten, ob die Mannschaft gut genug für die 3. Liga sei. Das Ende ist jetzt bekannt: Aufstieg. Nun rechnet er damit, dass es ähnliche Fragen zur Ligatauglichkeit geben wird: „Und ich werde dann optimistisch entgegnen, dass wir dran arbeiten, dass wir das schaffen werden.“

Alles zum Aufstieg des SSV Jahn finden Sie in unserem Newsblog:

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