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Keine Helfer – keine Oldtimer

Die Absage des Oldtimer-Treffens in Seligenporten überraschte. Der Veranstalter beklagt sich über zu wenige Helfer.
Von Johannes Heil

Im Vorjahr waren beim Oldtimer-Treffen in Seligenporten rund 300 Fahrzeuge ausgestellt. Foto: Regnet
Im Vorjahr waren beim Oldtimer-Treffen in Seligenporten rund 300 Fahrzeuge ausgestellt. Foto: Regnet

Seligenporten.Mehr als 300 historische Fahrzeuge waren im vergangenen Jahr beim Oldtimer-Treffen in Seligenporten zu sehen. Darunter auch so manch skurriles Gefährt, das die Zuschauer in Staunen versetzte. Luxuskarrossen, Bulldogs und alte Motorräder reihten sich dicht an dicht. Alle Autoliebhaber, die sich schon auf die diesjährige Ausgabe der Veranstaltung gefreut haben, schauen nun allerdings in die Röhre.

Für diesen Sonntag wäre das Ereignis eigentlich angesetzt gewesen. Doch vor einigen Tagen hieß es dann vonseiten des Veranstalters, der Oldtimer-Treff könne in diesem Jahr nicht stattfinden, aus „organisatorischen Gründen“ so die Begründung. Eine Meldung, die viele Oldtimer-Freunde in gleichem Maße in Staunen versetzte, wie vor Jahresfrist die ausgestellten Fahrzeuge des Oldtimer-Treffens.

Markus Turinsky, zweiter Vorstand des organisierenden SV Seligenporten räumt ein: „Wir waren in diesem Jahr einfach sehr spät dran mit der Organisation.“ „Wir hatten strukturelle Probleme innerhalb des Vereins“. Der Abstiegskampf der ersten Fußball-Mannschaft in der Regionalliga habe viele Kräfte innerhalb des Vereins gebündelt, führt Turinsky weiter aus. „Das ist alles mit geballter Wucht auf uns eingeprasselt.“ Für das Oldtimer-Treffen hätten sich schließlich nicht genug Helfer gefunden, die letztendlich mit angepackt hätten.

Feuerwehrfest wirft Schatten voraus

Außerdem werfe das große Feuerwehrfest in Seligenporten schon jetzt seine Schatten voraus. Im Juni wird die Freiwillige Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen feiern. Durch all diese Faktoren sei das Oldtimer-Treffen etwas ins Hintertreffen geraten. „Wir haben wirklich alles versucht, um die Organisation zu stemmen. Uns ist es sehr schwergefallen, das Treffen abzusagen“. Aber letztendlich sei es eben schließlich nicht anders gegangen.

Die Absage solle allerdings nicht zur Regel werden, in Zukunft seien sehr wohl weitere Oldtimer-Treffen geplant. „Im nächsten Jahr wollen wir wieder voll angreifen“, kündigte Turinsky an.

Dieter Probst ist federführend für die Organisation des Treffens zuständig. Im vergangenen Jahr hatte er gemeinsam mit Bernd Glas diese Aufgabe übernommen, sie hatten den Staffelstab von Christa und Dieter Rau übernommen, die sich in den Jahren davor um die Organisation gekümmert und das Treffen seinerzeit ins Leben gerufen hatten.

Hier finden Sie weitere Informationen:

Oldtimer

  • Gesetz:

  • Im Paragraf 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung heißt es: „Zur Einstufung eines Fahrzeugs als Oldtimer (...) ist ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers oder Prüfingenieurs erforderlich.“

  • Richtlinie:

  • Weiter heißt es: „Die Begutachtung ist nach einer im Verkehrsblatt nach Zustimmung der zuständigen obersten Landesbehörden bekannt gemachten Richtlinie durchzuführen.“

  • Untersuchung:

  • „Im Rahmen der Begutachtung ist auch eine Untersuchung im Umfang einer Hauptuntersuchung nach Paragraf 29 durchzuführen.“

Probleme nach dem Übergang

Im vergangenen Jahr hatten die Raus noch – quasi als Übergang – bei der Organisation unterstützend unter die Arme gegriffen. „Nach diesem Übergangsjahr haben uns in diesem Jahr dann schlicht und einfach die Helfer gefehlt“, gibt Dieter Probst zu. Aus dem Verein sind aber auch Stimmen zu hören, die sagen, dass es Beschwerden gegeben habe, da teils langjährige Helfer in diesem Jahr angeblich nicht gefragt worden waren. Doch neben dem Problem zu weniger Helfer hätte es noch mehrere Schwierigkeiten gegeben, so Dieter Probst. Ein weiterer Grund, so Probst, sei die Tribüne beim alten Sportheim des SV, die die nötige Sicherheit nicht mehr gewährleisten hätte können. Auch in Sachen Hygiene sei bei den sanitären Anlagen des alten SV-Geländes nicht mehr alles in optimalem Zustand.

Für die Zukunft will Probst aber nicht aufgeben. Da viele Helfer auch altersbedingt ausgeschieden seien, sei es nun Aufgabe, jüngere Helfer zu rekrutieren, um im nächsten Jahr wieder ein Oldtimer-Treffen stattfinden lassen zu können. Außerdem soll ein neuer Platz gefunden werden, Probst denkt da etwa an den Klosterstadl oder an das neue Gelände des SV Seligenporten. Die Entscheidung, in diesem Jahr zu verzichten, sei letztendlich nicht leicht gefallen: „Es war eine sehr schwere Entscheidung für uns. Wir schauen aber nun wieder nach vorne“. Eines der Grundprinzipien des Treffens sei gewesen, dass es kostenlos ist. Dieses Prinzip wollte man nun nicht über Bord werfen: „Wir haben uns zur Absage entschieden, weil wir letztendlich dann nichts improvisieren wollten, was der ganzen Veranstaltung nicht gerecht würde.“

Enttäuschung beim Bürgermeister

Auch bei der Gemeinde Pyrbaum ist man enttäuscht über die Absage des Prestige-Events. Bürgermeister Guido Belzl sagte auf Anfrage unseres Medienhauses: „Natürlich ist es schade, dass das Oldtimer-Treffen in diesem Jahr nicht stattfinden kann.“ Die Veranstaltung sei immer ein echtes Highlight für die Gemeinde gewesen, habe sich seit der ersten Austragung auch eine gewisse Tradition erarbeitet. Über die Hintergründe der Absage wusste das Gemeindeoberhaupt nichts: „Ich habe davon auch erst aus der Zeitung erfahren.“ Auch der Bürgermeister hofft, dass die Veranstaltung im kommenden Jahr wieder stattfinden werde.

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