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Mit Fakten gegen Fake

Medien müssen sich gegen pauschale Diskreditierung wehren, sagt Dr. Markus B. Rick vom Verband Bayerischer Zeitungsverleger.

Dr. Markus B. Rick, Hauptgeschäftsführer/Syndikusrechtsanwalt des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger e.V. (VBZV)
Dr. Markus B. Rick, Hauptgeschäftsführer/Syndikusrechtsanwalt des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger e.V. (VBZV)

Regensburg.Die Diskreditierung der Medien, so scheint es, hat Hochkonjunktur. So genannte Wutbürger beschimpfen bei ihren Demonstrationen die „Lügenpresse“, in den sozialen Netzwerken werden Medienvertreter beleidigt, bedroht und angepöbelt. Selbst im Weißen Haus scheint das Pressebashing salonfähig geworden zu sein. Der neue US-Präsident disqualifiziert vor allem namhafte Zeitungen, mit denen er sich nach eigenen Angaben im Kriegszustand befindet, pauschal als „Fake News“ – bevorzugt auf Twitter.

Umso überraschender ist vor diesem Hintergrund das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die vor wenigen Tagen von der Universität Würzburg veröffentlicht wurde. Sie stellt, allen Unkenrufen zum Trotz, ein steigendes Vertrauen der Deutschen in „ihre“ Medien fest. Am besten schnitten dabei die klassischen Medien ab, neben TV und Radio also vor allem die Zeitungen. „Noch nie seit über 15 Jahren“, wird der Leiter der Studie zitiert, „war das Vertrauen in die Presse so hoch wie heute. Den deutschen Medien ist es gelungen, das in sie gesetzte Vertrauen zu stärken und weiter auszubauen.“

In unserer Bildergalerie begründen Leser, für wie glaubwürdig sie die Tageszeitung halten:

Für wie glaubwürdig halten Sie die Tageszeitung?

Doch wie passen diese gegenläufigen Entwicklungen zusammen? Wie ist dieses Paradoxon zu verstehen? Dafür gibt es sicher keine einfache Erklärung. Immerhin scheint die große Mehrheit der Deutschen aber ein unverändert großes Bedürfnis zu haben, sich aus seriösen, unabhängigen, gut recherchierten und deshalb glaubwürdigen Quellen zu informieren. Und hier kann natürlich auch die Zeitung punkten. Sie setzt Fakten gegen Fake News, Sachlichkeit gegen Polemik, Ausgewogenheit gegen Einseitigkeit und Differenziertheit gegen Verallgemeinerung. Sie holt Menschen aus ihrer Filterblase heraus und konfrontiert sie auch mit den Tatsachen, Meinungen und Wahrnehmungen Anderer. Dies gilt ganz unabhängig davon, wie und wo eine Zeitung gelesen wird – gedruckt, im Web oder als App.

Kommunikationswissenschaftler Carsten Reinemann erklärt im MZ-Interview die Bedeutung einer freien Presse.

Mit diesem Befund dürfen sich die Vertreter der Qualitätsmedien aber nicht zufrieden geben. Vielmehr müssen sie den zumeist pauschalen Versuchen, ihre Glaubwürdigkeit zu beschädigen, entschlossen entgegen treten. Die neue Glaubwürdigkeitskampagne dieser Zeitung ist hier ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ihre Botschaft ist erfrischend klar: Wir stehen für einen faktenbasierten, professionellen, unabhängigen Journalismus und sind damit ein starker, zuverlässiger Partner für die Menschen in der Region.

Damit steht die Mittelbayerische Zeitung aber nicht allein. Fast alle bayerischen Zeitungsverlage haben sich einer landesweiten Kampagne angeschlossen, die ebenfalls die Stärken der Zeitung im Zeitalter von Fake News und Hasskommentaren unterstreicht. „Meine Zeitung – Jedes Wort wert“ – so heißt es bald wieder in vielen Zeitungsanzeigen, in Kino- und Radiospots, auf vielen Plakaten und in den sozialen Netzwerken.

Aber auch um die Menschen, die wir mit solchen Kampagnen nicht erreichen, müssen wir uns kümmern. Um die Voreingenommenen, die Misstrauischen, die Enttäuschten. Auch sie müssen wir ernst nehmen, ansprechen und für uns gewinnen. Wir müssen daher auch bereit sein, uns selbst kritisch zu hinterfragen und unsere Rolle als Meinungsmacher und -vermittler immer wieder auf den Prüfstand stellen. Dazu gehört vor allem der offene Dialog mit unseren Lesern. Dann werden wir aus der Ära der Fake News gestärkt hervorgehen.

Alle Infos zu unserer Initiative finden Sie hier.

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