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Neue Wege zu reinem Wasser

Mehrere Millionen Euro investieren die Stadtwerke Kelheim in das „Wasserkonzept 2025“. Die Kunden werden das mitbezahlen
Von Gabi Hueber-Lutz

Die Stadtwerke Kelheim stellen die Trinkwassergewinnung auf komplette neue Füße. Phase eins startet 2018. Foto: dpa-Archiv
Die Stadtwerke Kelheim stellen die Trinkwassergewinnung auf komplette neue Füße. Phase eins startet 2018. Foto: dpa-Archiv

Kelheim.Nichts ist selbstverständlicher für uns, als den Wasserhahn aufzudrehen und ständig sauberes Wasser zur Verfügung zu haben. Doch damit das so ist, ist im Hintergrund ein großer technischer Apparat notwendig. Ein Apparat, der erhalten und gegebenenfalls erneuert werden muss.

Der Brunnen sieben wurde neu gebaut. Weil im Wald außenrum die Vögel so schön zwitschern, erhielt er den Namen Vogelsänger. 159 Liter Wasser verbraucht der Durchschnittsdeutsche am Tag. Im Brunnen Vogelsänger schafft die Pumpe aus 110 Metern Tiefe täglich 1 500 Kubikmeter Wasser heran, das sind 1,5 Millionen Liter Wasser. Das reicht für durchschnittlich 9434 Menschen. Foto: Hueber-Lutz
Der Brunnen sieben wurde neu gebaut. Weil im Wald außenrum die Vögel so schön zwitschern, erhielt er den Namen Vogelsänger. 159 Liter Wasser verbraucht der Durchschnittsdeutsche am Tag. Im Brunnen Vogelsänger schafft die Pumpe aus 110 Metern Tiefe täglich 1 500 Kubikmeter Wasser heran, das sind 1,5 Millionen Liter Wasser. Das reicht für durchschnittlich 9434 Menschen. Foto: Hueber-Lutz

Die Stadtwerke Kelheim haben unserem Medienhaus nun ein Konzept vorgestellt, anhand dessen sie die Wasserversorgung in ihrem Gebiet bis zum Jahr 2025 auf komplett neue Beine stellen wollen. Dazu investieren sie voraussichtlich acht Millionen Euro in das Versorgungsnetz, die Brunnen und die Hochbehälter. Durch die anstehenden Veränderungen sparen die Stadtwerke Kosten für den Unterhalt ihrer Anlagen. Eventuell können auch noch Fördergelder beantragt werden.

Vor großen Preiserhöhungen bräuchten die Kunden keine Angst zu haben, versicherte Christian Kutschker, der Geschäftsführer der Stadtwerke Kelheim. Anfang der 2020er Jahre werde man über eine Erhöhung des Wasserpreises reden müssen. 2010 war die vorletzte Erhöhung, 2016 die letzte.

Ultrafiltrationsanlage installiert

Die Qualität des Wassers soll mit den Arbeiten auf einem hohen Standard sichergestellt werden. „Das Wasser wird noch besser als heute“, so Kutschker. Von den Baumaßnahmen selbst würden die Menschen im Wesentlichen gar nichts mitbekommen.

Die Ultrafiltrationsanlage ist das erste Stück, das vom Wasserkonzept 2025 bereits verwirklicht worden ist. Sie hält Viren, Keime, Bakterien und Trübstoffe zurück. Zusätzlich wird das Wasser mit UV-Licht bestrahlt. Nicht zurückgehalten werden die „guten“ Stoffe wie Natrium, Calium und Kalzium. Die Inhaltsstoffe des Wassers können auf der Homepage der Stadtwerke nachgelesen werden. Foto: Hueber-Lutz
Die Ultrafiltrationsanlage ist das erste Stück, das vom Wasserkonzept 2025 bereits verwirklicht worden ist. Sie hält Viren, Keime, Bakterien und Trübstoffe zurück. Zusätzlich wird das Wasser mit UV-Licht bestrahlt. Nicht zurückgehalten werden die „guten“ Stoffe wie Natrium, Calium und Kalzium. Die Inhaltsstoffe des Wassers können auf der Homepage der Stadtwerke nachgelesen werden. Foto: Hueber-Lutz

Als erste Maßnahme der Rundumerneuerung hat der Brunnen sieben am Goldberg eine neue Ultrafiltrationsanlage bekommen. Er liefert qualitativ sehr gutes Wasser, das aber wegen des Karstgebiets oft viel Sand enthält. Wenn es nach der Filtration aus dem Hahn kommt, ist alles entfernt, was in Trinkwasser nichts zu suchen hat. Erhalten bleiben viele Mineralstoffe. „Das kann man mit einem Mineralwasser vergleichen“, sagt Christian Kutschker.

Das Wassernetz der Stadtwerke ist historisch gewachsen. Das gesamte Netz wurde erfasst und das Ziel definiert, wie es 2025 aussehen soll. Das Gebiet teilt sich grob gesprochen in nördlich und südlich der Donau auf. Im Norden existieren drei Brunnen, die auf jeden Fall erhalten werden sollen.

Zwei der Brunnen, der Brunnen 5 und der Brunnen Kelheimwinzer sind sanierungsbedürftig, außerdem der dazugehörige Hochbehälter am Goldberg. Die drei Brunnen sollen ihr Wasser alle in diesen einen Hochbehälter einspeisen. Das hat auch den Vorteil, dass sich das Wasser mischt und so seine Eigenschaften immer konstant bleiben. Im Süden existieren derzeit drei Brunnen und fünf Hochbehälter. Nach der Verwirklichung des Konzepts bleiben zwei Hochbehälter – Weltenburg II und Süd II – und ein Brunnen erhalten. Es ist der Brunnen fünf, genannt Silbergrube in Weltenburg. Er liefert qualitativ sehr hochwertiges Wasser und ist sparsam im Unterhalt. Das Konzept soll in fünf Phasen verwirklicht werden, die sich über acht Jahre hinziehen.

Wassermeister Martin Hirsch hat die Bedürfnisse an die künftige Wasserversorgung in den Fokus seiner Arbeit gestellt und gemeinsam mit dem technischen Leiter Bernd Göttlicher das Konzept für die Wasserversorgung erarbeitet. Bis zum Jahr 2025 soll es verwirklicht werden. Am Ende der Umbaumaßnahmen gibt es noch drei Hochbehälter, die aus vier Brunnen gespeist werden. Foto: Hueber-Lutz
Wassermeister Martin Hirsch hat die Bedürfnisse an die künftige Wasserversorgung in den Fokus seiner Arbeit gestellt und gemeinsam mit dem technischen Leiter Bernd Göttlicher das Konzept für die Wasserversorgung erarbeitet. Bis zum Jahr 2025 soll es verwirklicht werden. Am Ende der Umbaumaßnahmen gibt es noch drei Hochbehälter, die aus vier Brunnen gespeist werden. Foto: Hueber-Lutz

Phase eins beginnt 2018. Vom Hochbehälter Weltenburg II wird entlang der Bahnlinie eine Leitung nach Kelheim gelegt, um eine zweite Leitung mit sehr gutem Wasser durch das Hopfenbachtal zu haben. Außerdem wird über den Höhenzug vom Hochbehälter Weltenburg eine Leitung zum Hochbehälter Süd II gelegt. Die Hochdruckzone in Affecking kann dann einfacher versorgt werden.

In der zweiten Phase wird der zentrale nördliche Hochbehälter am Goldberg saniert. Der wird schwierig zu sanieren sein, denn die Lage ist verkehrstechnisch sehr kompliziert. Jedoch ist er mit einem Volumen von 2500 Kubikmetern Wasser für die Versorgungssicherheit sehr wichtig. Zum Vergleich: Die beiden anderen Hochbehälter Weltenburg II und Süd II haben zusammen eine Kapazität von 1500 Kubikmetern. In der dritten Phase wird der Hochbehälter Kelheimwinzer geschlossen. Nach Winzerberg wird das Wasser dann hochgepumpt.

Studie wird erstellt

Phase vier ist für 2022 vorgesehen. Die Hochbehälter Weltenburg I und Stausacker werden stillgelegt. In Phase fünf muss 2023 eventuell eine Wasseraufbereitungsanlage für die Anlage in Weltenburg gebaut werden. Sie verhindert, dass sich Eisen und Mangan im Behälter ablagern. Eine gerade laufende Studie muss das aber erst noch klären. Die Anlage käme auf zirka zwei Millionen Euro, die in den geschätzten Kosten von acht Millionen Euro für die gesamte Maßnahme bereits enthalten sind.

In einer Themenwoche haben die Situation des Trinkwassers und der Gewässer im Landkreis Kelheim ausführlich beleuchtet.

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