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Neuer Besucherrekord erwartet

Die 23. Fortsetzung in Sandharlanden soll alles bisher Dagewesene sprengen. Das ganze Dorf wird zur Einkaufsmeile.
Von Walter Dennstedt

Spargel – frisch auf den Tisch. Foto: Weigert
Spargel – frisch auf den Tisch. Foto: Weigert

Abensberg. Sandharlanden. Am Sonntag, 7. Mai, ist es wieder soweit: Dann steigt in Sandharlanden die 23. Auflage des Spargelmarkts.

Marktleiter Anton Kiermeier erwartet dazu einen neuen Besucherrekord und kündigt an, dass erneut das ganze Dorf zum Marktplatz werde, Höfe ihre Tore öffnen und ein buntes Rahmenprogramm – nicht nur zum Thema Spargel – die Besucher unterhalten werde. Los geht der Spargelmarkt Sandharlanden am Sonntag, 7 Mai, um 10 Uhr.

Bekannt und beliebt ist er vor allem, weil Besucher an diesem Tag sich nicht nur mit feldfrischem Spargel eindecken können, sondern auch mit allerlei kulinarischen Variationen dieses Edelgemüses verköstigt werden. Zudem gibt es einen Ökobauern- und Handwerksmarkt, eine große Oldtimerausstellung mit Sonderschau, den Biergarten der Vereine am Dorfplatz, Bioprodukte ab Hof und die Möglichkeit, die Ernte des Spargels hautnah zu erleben.

Einzugsbereich wird immer größer

Der erste Sonntag im Mai ist für viele ein Fixtermin, nach Sandharlanden zu kommen: Regensburger, Münchner, Landshuter, Ingolstadt, Besucher aus dem Landkreis lassen sich in die Geheimnisse des Spargelanbaus einführen. Ob Mittagessen, Kaffeetrinken oder nur Brotzeitmachen, auf den Spargelhöfen und am Dorfplatz werden die Besucher mit allerlei leckeren Sachen verwöhnt.

Der Spargelanbau hat in Sandharlanden eine jahrzehntelange Tradition. Der leichte, humushaltige Sandboden dieser Gegend ist für den Anbau dieses Edelgemüses bestens geeignet. Inzwischen ist der Spargelanbau für einen Großteil der Landwirtschaft im Ort zur Haupteinnahmequelle geworden.

In der Saison von Anfang April bis Johanni (24. Juni) sind über 300 Erntehelfer in der Ortschaft engagiert. Außer der Vermarktung vor Ort werden die umliegenden Gastwirtschaften und Verbrauchermärkte sowie die Großmarkthalle in München beliefert.

Auch an vielen Verkaufshäuschen in Nord- und Südbayern kann man den frischen Spargel mit der Herkunftsbezeichnung Abensberg erwerben. Während man sich im Süden Bayerns den Markt mit den Konkurrenten aus Schrobenhausen in etwa teilt, hat der Abensberger Spargel in der Oberpfalz in weiten Teilen ein Alleinstellungsmerkmal und in Nürnberg ist man nach Angaben von Spargelerzeugern ebenfalls gut vertreten, trotzt der Konkurrenz, die im Fränkischen seit einigen Jahren aufwächst.

Doch die Sandharlandener Landwirte haben vorgesorgt: Zusätzlich zum Spargelanbau entwickelt sich seit einigen Jahren der Anbau von Erd-, Himbeeren- und Blaubeeren zu einem von Verbrauchern gern angenommen Zusatzgeschäft für Landwirte. Dabei wird die Ware entweder zum Selberpflücken vom Feld angeboten oder aber tischfertig verpackt – mit dementsprechenden Preisunterschieden.

Der Spargelmarkt Sandharlanden, übrigens einer der offiziellen Markttage der Stadt Abensberg, beginnt am Sonntag mit einem Gottesdienst um 10 Uhr. Marktplatz ist das gesamte Dorf mit Zentrum am Dorfplatz. Hier befindet sich der Biergarten der Ortsvereine mit kulinarischen Schmankerln und Musik. Gegen Mittag findet hier ein Königinnentreffen statt, bei dem um 13 Uhr die Spargelkönigin vorgestellt wird.

Auf allen Spargelhöfen werden die Gäste mit Spargelgerichten und anderen Köstlichkeiten bewirtet. Interessierte können zusehen, wie der frisch gestochene Spargel gewaschen, sortiert und geschält wird. Natürlich wird der erntefrische Spargel auch zum Kauf angeboten.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm soll den Besuchern einen gemütlichen und auch informativen Nachmittag bescheren. Mit einer Pferdekutsche werden Fahrten durchs Dorf und auf die Spargelfelder angeboten.

Im Norden des Orts zeigen die Oldtimerfreunde Sandharlanden nicht nur alte Traktoren, sondern bei einer Sonderschau das alte Handwerk des Drechselns und des Schmiedens. Zudem gibt es an der Hauptstraße wieder einen großen Handwerkermarkt. Über 35 Fieranten bieten hier unterschiedlichsten Waren an.

Bei den Betrieben hat längst computergesteuerte Technik Einzug gehalten, wenn es um das Waschen, Sortieren, verpacken und anschließend genau richtige lagern, um eine möglichst lang anhaltende Frische zu erreichen, geht. Hier ist aber andererseits auf den Feldern weiterhin Handarbeit gefragt, die gelernt sein will. Spargel wird bekanntlich gestochen, mit speziellen Messern und das, was für den Laien so leicht aussieht, ist manchmal eine hohe Kunst.

Schon längst reichen die heimischen Arbeitskräfte nicht mehr aus, um den Arbeitsanfall zu bewältigen. Deshalb setzt man auf Fremdarbeiter. Kamen die anfangs aus Tschechien und Polen, so ist mittlerweile der Großteil der Saisonarbeiterinnen und -arbeiter aus Rumänien.

An Renommee gewonnen

Der Abensberger Spargel, dessen Vermarktung eine Erzeugergemeinschaft unterstützt, ist seit Jahren zunehmend bekannt in Bayern. Das ist nicht zuletzt dem Status eines geschützten Regionalprodukts zu verdanken, sondern vor allem durch die Qualität des Edelgemüses begründet. Und Jahr für Jahr gibt es neue Variationen von Rezepten zur Spargelzubereitung, auch renommierte Köche haben den Abensberger Spargel längst entdeckt und zaubern so manches, was man sich zu Beginn der Spargelerzeugung, als man eben Sauce Hollandaise, Schinken und Kartoffel als so ziemlich einzige Zubereitungsart kannte, noch nicht erahnte.

Für den Sonntag ist besseres Wetter angesagt. Die anhaltende Kälteperiode im April, von der viele hoffen, dass es bereits die vorgezogenen „Eisheiligen“ waren, hat die Produktion von Spargel in diesem Jahr gedämpft. Doch die Landwirte sind zuversichtlich, nicht zuletzt durch den Einsatz von Folienabdeckungen, dass der Spargel bis zum Sonntag wie sprichwörtlich wächst. So steht den Besuchern aus nah und fern nichts entgegen beim Vergnügen, Abensberger Spargel und bayerische Kultur vereint auf dem Bummel durch das Dorf ausgiebig zu genießen.

Das Rahmenprogramm zum Spargelmarkt

  • Rast:

    Die empfiehlt sich im Biergarten am neuen Kirchplatz. Dazu spielt Unterhaltungsmusik. Zudem werden Pferdekutschenfahrt für Groß und Klein angeboten.

  • Kulinarik:

    Getränke, Grill, Schweinebraten, Käse, Spargelsuppe, Kaffee und Kuchenbuffet von den Sandharlandener Frauen werden angeboten.

  • Produktwerbung:

    Auf dem Programm steht ein Treffen der Spargelkönigin mit vielen Festköniginnen aus nah und fern.

  • Aktionstag:

    Unter dem Motto „Hoch hinaus mit dem THW Kelheim“ präsentieren sich die Helfer am Feuerwehrhaus.

  • Kinder:

    Es gibt Geschicklichkeitsspiele und Bierkistenstapeln. Auch der Kindergarten „Friedolins Kindernest“ bietet Spiel, Spaß und Spannung.

  • Ausstellungen:

    Fahrzeuge, Präsentation heimischer Gewerbetreibender, eine Ausstellung von Land- und Gartengeräten werden ebenso angeboten, wie die Präsentation des Bogenschießens der Abteilung des FSV Sandharlanden. Zudem ist das Klöppeln, ein altes Handwerk zu sehen, es gibt ein Oldtimer landwirtschaftlicher Fahrzeuge mit Sonderschauen zum Drechseln und Schmieden.

  • Landwirtschaft:

    Viele Höfe öffnen ihre Tore und bieten warme oder kalte Spargelspezialitäten. Es gibt zudem ein Café am Spargelhof, Abenteuerspielplätze, Spargelgerichte nach eigenen Rezepten, einen Streichelzoo, Bioprodukte ab Hof und Spargelernte hautnah. (dt)

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