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Pläne für einen schöneren Schlossweiher

Im an Gewässer armen Neumarkt ist der Weiher eine Ausnahme. Doch das Potenzial für Naherholung wird nicht voll genutzt.
von Wolfgang Endlein

Zentral gelegen in der Stadt bietet der Schlossweiher manch idyllischen Blick. Foto: Endlein
Zentral gelegen in der Stadt bietet der Schlossweiher manch idyllischen Blick. Foto: Endlein

Neumarkt.Wasser zieht Menschen magisch an. Im Schatten sitzend schweift der Blick über das Wasser und Entspannung stellt sich ein. Im Kleinen kann man das auch in Neumarkt – mitten in der Stadt. Der Schlossweiher liegt zentral, seine Ufer sind begrünt von stattlichen Bäumen, in deren Schatten es sich gut entspannen ließe bei idyllischen Ausblicken.

Der Genuss ist aber eingeschränkt. Die Wege mitunter schmal und nicht immer gut, vielerorts entsorgen Chaoten ihren Müll nicht in den vorhandenen Mülleimern und vor allem das grüne, teils mit einer schmutzigen Schicht überzogene Wasser sorgt für eine an manchen Stellen wenig einladende Atmosphäre.

An manchen Stellen im Schlossweiher treibt auf dem Wasser eine schmutzige Schicht. Foto: Endlein
An manchen Stellen im Schlossweiher treibt auf dem Wasser eine schmutzige Schicht. Foto: Endlein

Das Potenzial ist also vorhanden, wird aber nicht voll ausgenutzt. Im benachbarten Stadtpark ist dies auch der Fall. Dort treibt die Stadt nun aber dessen Sanierung voran (wir berichteten). Bei den dazugehörigen Diskussionen im Stadtrat kam auch der Schlossweiher zur Sprache. Helmut Jawurek (CSU) hatte damals angemerkt, bei der Parksanierung das in nächster Zeit nötige Ablassen des völlig verschlammten Schlossweihers bei mitzubedenken. Durch dieses wäre der gerade erst ausgebaggerte Weiher im Stadtpark wiederum betroffen, in den das ablaufende Wasser viel Schlamm spülen würde.

Der Pächter des Schlossweihers, Reinhold Meyer, bestätigt die Notwendigkeit, das Gewässer in den nächsten Jahren vom Schlamm zu befreien. Durch herabfallende Blätter und Eintrag von Sediment durch zufließendes Wasser verlande das Gewässer zusehends. In der Folge drohe der Weiher umzukippen und entsprechende Gerüche zu entwickeln.

Schon in der Vergangenheit hat sich so mancher Neumarkter Gedanken über das grünliche Wasser und dessen Qualität gemacht, wie dieser MZ-Artikel beweist.

Der Schlamm muss raus

Ob dafür das Wasser abgelassen werden muss, erachtet Meyer als fraglich. Er habe von der Stadtverwaltung auch von der Option des Schlammabsaugens erfahren, sagt der Pächter, der als Angler und Fischliebhaber Fische in den Weiher einsetzt. Diese verhinderten eine Verkrautung des Weihers.

Diesen aufzuwerten, ist kein neuer Gedanke. 2011 hatte Werner Thumann (CSU) das zum Thema im OB-Wahlkampf gemacht und Pläne vorgestellt, für die er die Unterstützung des Weiher-Besitzers Dr. Franz Ehrnsperger von der Lammsbräu hatte (wir berichteten). Sechs Jahre später ist Thumann nach wie vor davon überzeugt, dass der Weiher mehr Erlebnispotenzial hat.

Aus seiner Sicht sollte gestalterisch und ökologisch Hand angelegt werden. Gestalterisch, um mit beispielsweise Stegen an der Uferseite zur Schule hin den Weiher besser erlebbar zu machen. Ökologisch sollte aus seiner Sicht, der Weiher in Bereichen renaturiert werden. Ihm schweben dazu Flachwasserzonen mit Schilf vor, was das Wasser reinige.

Die Wassergüte wird auch von dem Regenrückhaltebecken profitieren, dass derzeit südlich des Freibads entsteht. So wird künftig bei Starkregenereignissen kein überschüssiges Schmutzwasser aus der Kanalisation mehr in den Weiher gelangen.

Über die Geschichte des Schlossweihers gibt der Infoartikel Auskunft:

Geschichte des Schlossweihers

  • Entstehung:

    Pfalzgraf Friedrich II. (1482-1556) ließ neben dem nach einen Großbrand 1520 im Renaissancestil wiedererrichteten Schloss auch einen großen Weiher anlegen, der unter anderem als Löschweiher dienen sollte.

  • Funktionen:

    Der Schlossweiher erfüllte jedoch im Lauf der Geschichte vielerlei Funktionen: als Fischweiher, Großviehschwämme, für die Eisgewinnung der Brauereien und als Ort für den Eislauf.

Dass sich all dies lohnt beziehungsweise lohnen würde, daran hat Thumann keinen Zweifel. „Der Schlossweiher hat eine wichtige Bedeutung“, sagt er mit Blick auf das an Gewässern arme Neumarkt. „Städte profitieren von Gewässern“.

Nicht immer findet am Schlossweiher wie hier der Müll den Weg in die Mülleimer. Manches landet im Wasser. Foto: Endlein
Nicht immer findet am Schlossweiher wie hier der Müll den Weg in die Mülleimer. Manches landet im Wasser. Foto: Endlein

Davon sei auch die Stadtspitze überzeugt, sagt Thumann, der über entsprechende Gespräche mit seinem Namensvetter, Oberbürgermeister Thomas Thumann, berichtet. Aber auch schon im Stadtrat war von der Stadtverwaltung zu hören, dass nach der Sanierung des Stadtparks als nächster Schritt der Schlossweiher ins Auge gefasst werde. „Wir müssen Zusammenhänge herstellen“, bekräftigt Werner Thumann, der Umweltreferent des Stadtrats ist. Das Areal rund um den Weiher könne eine attraktive Brücke zum Badareal bilden.

„Ein Spaßbad will ich nicht“

Der Besitzer des Weihers, Dr. Franz Ehrnsperger, steht Gedankenspielen für eine Aufwertung des Weihers offen gegenüber, wie er sagt. Der Weiher habe schließlich vor allem „ökologische Defizite“. Er werde alles, was zu einer Verbesserung in dieser Hinsicht beitrage, mittragen. Alles was hingegen in Richtung einer „Zubetonierung“ gehe, lehne er ab. „Ein Spaßbad will ich nicht“, sagt Ehrnsperger.

Die vielen Wasservögel machen Weiher-Pächter Reinhold Meyer Sorgen. Sie sorgen seiner Aussage nach mit ihren Fäkalien für Nährstoffeintrag und damit für erhöhtes Algenwachstum. Foto: Endlein
Die vielen Wasservögel machen Weiher-Pächter Reinhold Meyer Sorgen. Sie sorgen seiner Aussage nach mit ihren Fäkalien für Nährstoffeintrag und damit für erhöhtes Algenwachstum. Foto: Endlein

An einem kann aber auch eine noch so gute Gestaltung wenig ändern: fehlende Kinderstube. Müll findet sich immer wieder im Weiher. „Was ich schon alles aus dem Wasser gezogen habe“, sagt Reinhold Meyer und berichtet von vielen Fahrrädern. Meyer ärgert sich aber nicht nur über den Müll, sondern auch über jene Menschen, die die Wasservögel füttern. Die vielen Tieren sorgten durch ihre Fäkalien für einen Nährstoffgehalt im Wasser, der zu Algenwachstum und der grünen Farbe führe.

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