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Rädlinger will Ende 2018 einziehen

Die Chamer Baufirma gräbt die Fundamente ihrer Niederlassung auf 1800 Quadratmetern bis zu fünf Meter tief in den Boden.
Von Johannes Schiedermeier

Auf rund 1775 Quadratmetern Grundfläche wird die neue Hauptniederlassung der Baufirma Rädlinger errichtet. Die gesamte Nutzfläche wird bei 5800 Quadratmetern liegen. Die Baugrube auf deren Fundament eine Tiefgarage entsteht wird bis zu fünf Meter tief ausgehoben. Foto: Schiedermeier
Auf rund 1775 Quadratmetern Grundfläche wird die neue Hauptniederlassung der Baufirma Rädlinger errichtet. Die gesamte Nutzfläche wird bei 5800 Quadratmetern liegen. Die Baugrube auf deren Fundament eine Tiefgarage entsteht wird bis zu fünf Meter tief ausgehoben. Foto: Schiedermeier

Cham. Die Firma Rädlinger hat Großes vor. Das wird spätestens jetzt klar, wenn sich die ersten Konturen der neuen Hauptniederlassung des Windischbergerdorfer Baulöwen in der Baugrube am Fuße des Buchbergs abzeichnen. 70 mal 25 Meter Fundament sind genehmigt. Sie werden – je nach Höhenlinie – drei bis fünf Meter tief in den Boden reichen. 150 Stellplätze wird die Tiefgarage dort unten umfassen. Das teilte Geschäftsführer Rüdiger Altmann mit.

16,50 Meter hoch darf das Gebäude werden, erklärt Arthur Scheurer. Dies seien die genehmigten Ausmaße. Geregelt wird die maximale Höhe durch die Nachbarschaft. Der Bürobau darf nicht höher werden als das Kloster. Das schließe eine spätere Aufstockung aus, so Scheurer auf Anfrage.

Der Baugrund: Bevor das Fundament für den 70 Meter langen Baukörper ausgehoben werden konnte, kaufte Rädlinger das Haus eines Anwohners und riss es nieder. Der Waldkindergarten wurde auf den nahen Parkplatz umgesiedelt und soll dort eine Unterkunft erhalten, für die er keine Sponsoren braucht. Das Kloster wird Tagungsort und Betriebsrestaurant. Foto: Schiedermeier
Der Baugrund: Bevor das Fundament für den 70 Meter langen Baukörper ausgehoben werden konnte, kaufte Rädlinger das Haus eines Anwohners und riss es nieder. Der Waldkindergarten wurde auf den nahen Parkplatz umgesiedelt und soll dort eine Unterkunft erhalten, für die er keine Sponsoren braucht. Das Kloster wird Tagungsort und Betriebsrestaurant. Foto: Schiedermeier

Geschäftsführer Altmann gibt die Zahl der Mitarbeiter, die später in der neuen Niederlassung arbeiten sollen, mit rund 120 an. Das alte Bürogebäude soll dann komplett die Mannschaft der Abteilung Maschinenbau aufnehmen. Als „sportlich“ bezeichnet Altmann den Bauzeitenplan: „Wir wollen noch heuer das Dach draufbringen und Ende des Jahres 2018 in den Neubau umziehen.“

Die Auffüllfläche: Eine rund 200 Meter Luftlinie entfernte Wiesenfläche nutzt die Firma Rädlinger, um den Abraum für ihre neue Hauptniederlassung unterzubringen. Die Feuchtfläche in der Wiese sei kein Biotop gewesen, so das Landratsamt. Die Auflagen: unbelasteter Erdaushub, landschaftsgerechte Ausführung und die Wiederherstellung der Wiese. Foto: Schiedermeier
Die Auffüllfläche: Eine rund 200 Meter Luftlinie entfernte Wiesenfläche nutzt die Firma Rädlinger, um den Abraum für ihre neue Hauptniederlassung unterzubringen. Die Feuchtfläche in der Wiese sei kein Biotop gewesen, so das Landratsamt. Die Auflagen: unbelasteter Erdaushub, landschaftsgerechte Ausführung und die Wiederherstellung der Wiese. Foto: Schiedermeier

3 000 Kubikmeter Erde fährt der Windischbergerdorfer Baulöwe seit Wochen praktisch im Minutentakt lastwagenweise über die Straße. Eine Auffüllung von 13 000 Kubikmetern hat das Landratsamt in einer Senke auf der gegenüberliegenden Straßenseite genehmigt, so der Sprecher des Landrats, Friedrich Schuhbauer, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Untere Naturschutzbehörde habe in diesem Zusammenhang auch festgestellt, dass eine „Feuchtfläche“ aufgefüllt werde. Dabei handle es sich aber nicht um ein Biotop, so Schuhbauer, sondern „vermutlich um eine Verlandungsfläche eines ehemaligen Teiches“. In dessen Bereich sei 2016 Humus abgebaggert worden, um etwaige Leitungen festzustellen. Der Naturschutz habe die erforderlichen Maßnahmen für die Auffüllung festgelegt: Es darf zum Beispiel nur unbelasteter Erdaushub verwendet werden, es muss eine landschaftsgerechte Ausführung erfolgen, die Fläche ist wieder als Wiese anzusäen und als Dauergrünland zu erhalten.

Bau am Kloster eingestellt

Die Großbaustelle: Praktisch im Minutentakt rollen die Lastwagen. Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Cham und Windischbergerdorf muss regelmäßig von der Firma Rädlinger gesäubert werden. Teilweise brauchen die Kipper die gesamte Straßenbreite, um das Auffüllmaterial für die Zu- und Abfahrtsspuren abkippen zu können. Foto: Schiedermeier
Die Großbaustelle: Praktisch im Minutentakt rollen die Lastwagen. Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Cham und Windischbergerdorf muss regelmäßig von der Firma Rädlinger gesäubert werden. Teilweise brauchen die Kipper die gesamte Straßenbreite, um das Auffüllmaterial für die Zu- und Abfahrtsspuren abkippen zu können. Foto: Schiedermeier

In der Nachbarschaft ruhen die Arbeiten am Klostergebäude. Dazu Schuhbauer: „Für den Bereich des Klostergebäudes liegt ein Bauantrag für eine Nutzungsänderung zu Seminarräumen und einem Betriebsrestaurant vor, über den in Kürze entschieden wird!“ Auf Hinweis des Landratsamtes, dass es dieser Genehmigung bedürfe, sei der Bau vorübergehend eingestellt worden. Laut Arthur Scheurer, dem Leiter der Bauverwaltung im Chamer Rathaus, fehlt für eine Genehmigung noch ein Emissionsschutz-Gutachten, das in Arbeit sei.

Geschäftsführer Altmann berichtet: Momentan finden im Kloster Entkernungs- und Abbrucharbeiten statt. Das Dach des Klosters wird lediglich energetisch ertüchtigt und es wird wieder genauso hergestellt wie es war. Mit den Wiederaufbauarbeiten werden wir beginnen, sobald die schriftliche Genehmigung hierfür vorliegt.“ Laut Landratsamt sei dies in den nächsten Tagen.

Heimat für den Waldkindergarten

Die Zufahrt: Zur künftigen Hauptniederlassung Rädlinger soll eine breite Allee führen, deren Ränder aus alten Apfelbaumsorten bestehen sollen. So hat es das Landratsamt vorgeschrieben. Dafür fielen die Bäume am Straßenrand. Stattdessen erhält die Niederlassung eine eigene Zu- und Abfahrt auf Höhe des Friedhofs Windischbergerdorf. Foto: Schiedermeier
Die Zufahrt: Zur künftigen Hauptniederlassung Rädlinger soll eine breite Allee führen, deren Ränder aus alten Apfelbaumsorten bestehen sollen. So hat es das Landratsamt vorgeschrieben. Dafür fielen die Bäume am Straßenrand. Stattdessen erhält die Niederlassung eine eigene Zu- und Abfahrt auf Höhe des Friedhofs Windischbergerdorf. Foto: Schiedermeier

Geklärt ist laut Rädlinger-Geschäftsführer Rüdiger Altmann auch das Schicksal des Waldkindergartens, der seinen Container-Standort am Waldrand verlassen musste. Es gebe eine Genehmigung für ein Holzhaus auf dem Parkplatz am Waldrand, direkt neben dem Spielplatz des Kindergartens. Dafür habe man die Auflage bekommen, eine Sondergenehmigung innerhalb der Baumfallgrenze durch einen speziell verstärkten Dachstuhl zu ermöglichen.

Altmann bestätigt, dass die Firma Rädlinger dem Waldkindergarten Unterstützung zugesagt hat. „Es stimmt. Sie werden keine Sponsoren brauchen. Das haben wir so zugesagt.“ Der Waldkindergarten hat keinen öffentlichen Träger und hätte sich den Umzug aus dem Rädlinger-Container selbst nicht leisten können.

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