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Regensburg feiert eine Marathon-Party

Die Läufer sind von der Stimmung begeistert. Aber die Hitze machte den Teilnehmern und Helfern am Sonntag zu schaffen.
Von Sebastian Böhm, MZ

Tausende Läufer bahnten sich am Wochenende ihren Weg durch Regensburg. Hier sehen Sie die Bilder.

Regensburg.Eine Gruppe amerikanischer Touristen schafft es gerade noch so über die Straße auf den Domplatz. Ein Radfahrer fährt direkt auf sie zu und pfeift sich den Weg frei. Ihm folgt eine große Gruppe von Läufern, darunter muss ein Top-3-Athlet einer der vier Kategorien sein.

Denn die Radfahrer begleiteten am Sonntag jeweils die ersten drei Läufer des Marathons, des Dreiviertelmarathons, des Halbmarathons und des Viertelmarathons durch Regensburg. Sie sind ein Teil des großen Helferteams, das für einen reibungslosen Ablauf des Laufevents sorgt. „Es hat im Prinzip alles gepasst“, sagt Veranstaltungsleiterin Claudia Fritsch und fügt lachend hinzu: „Auch die Medaillen haben für jeden Teilnehmer gereicht.“

Am Ende blieben sogar ein paar übrig. Denn von den circa 5000 angemeldeten Läufern gingen letztendlich nur 4150 an den Start. „Zehn Prozent Schwund sind normal. Aber es war vielen bestimmt auch zu heiß“, erklärt Fritsch. Vor allem beim Halbmarathon hätten mehrere Läufer auf die Teilnahme verzichtet – einer Disziplin, in der traditionell viele unerfahrene Läufer im Feld zu finden sind. „Wenn sie sich das in dieser Hitze nicht zutrauen, ist eine Absage absolut vernünftig“, zeigt Fritsch Verständnis.

Für die nötige Abkühlung war auf der Strecke gesorgt. Foto: altrofoto.de
Für die nötige Abkühlung war auf der Strecke gesorgt. Foto: altrofoto.de

„Mir war es definitiv zu heiß“, sagt Simon. Der Informatikstudent nahm das erste Mal an einem Halbmarathon teil und beendete das Rennen mit einer Zeit von einer Stunde und 52 Minuten. „Aufgrund der Hitze kann man damit schon zufrieden sein, aber ich hätte eigentlich mehr von mir erwartet“, fasst er zusammen. Begeistert war er allerdings von der Organisation und der Stimmung rund um die Strecke. Es hätte genügend Versorgungsstationen mit Wasser, Iso-Getränken und Obst gegeben.

Und auch für die nötige Abkühlung von außen wurde gesorgt. „Es gab vier Stationen, an denen man abgeduscht wurde“, sagt der 26-Jährige. Entweder von der Feuerwehr oder auch von Privatpersonen, die ihre Gartenschläuche spontan zu Duschen umfunktioniert haben.

Im Start- und Zielbereich auf dem Infineon-Gelände neben dem Westbad begannen für Simon und alle anderen Teilnehmer die Rennen. Die Rundstrecke führte sie entlang der Donau in die Altstadt und wieder zurück. An 14 Stellen sorgten Musiker für eine motivierende Begleitmusik. „Das nimmt man als Läufer auf jeden Fall wahr“, erklärt Simon.

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Vor allem aber die vielen Zuschauer hätten alles gegeben. „Die Thundorfer Straße war links und rechts voller Menschen, aber auch an der Steinernen Brücke, am Kohlenmarkt und auf dem Haidplatz war sehr viel los“, sagt der Student. Ein positives Feedback, das auch Fritsch von mehreren anderen Teilnehmern bekommen habe.

Der heiße Sonntag hatte jedoch ebenso unschöne Entwicklungen zu bieten. „Es gab im Vergleich zum Vorjahr mehr Stürze“, erklärt Fritsch. Jürgen Eder, Kreisbereitschaftsleiter beim Bayerischen Roten Kreuz in Regensburg, führt das vor allem auf hitzebedingte Kreislaufprobleme zurück. „Wir hatten insgesamt drei Transporte von der Strecke ins Krankenhaus“, sagt Eder. Insgesamt habe es fünfzig Versorgungen von verletzten Teilnehmern gegeben. Schlimme Fälle seien aber nicht dabei gewesen, sagt Eder am Sonntag und ergänzt: „Ein normaler Marathon-Alltag.“

Update: Erst am Montagmittag wurde bekannt, dass der Regensburg Marathon ein Menschenleben gefordert hat. Ein 28-Jähriger brach nach dem Ziel zusammen und verstarb später im Krankenhaus.

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