MyMz

Schmuckstück in der Altstadt geschaffen

Ehepaar Kerstin Schaible und Gerd Honig sanierte die Wohnanlage beim Ledererturm im Westen Kelheims – die Familie wohnt dort.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Das Ehepaar Kerstin Schaible und Gerd Honig zeigt der Reporterin die sanierte Anlage in der Lederergasse. Fotos: Bachmeier-Fausten
Das Ehepaar Kerstin Schaible und Gerd Honig zeigt der Reporterin die sanierte Anlage in der Lederergasse. Fotos: Bachmeier-Fausten

Kelheim. Sie haben ein Herz für die Kelheimer Altstadt, investierten hier und engagieren sich hier auch: Kerstin Schaible und ihr Ehemann Gerd Honig. Das Paar kaufte die Immobilie an der Lederergasse, zu der der Ledererturm gehört, und sanierte diese. Zum 1. Mai nun ist Kerstin Schaible Pächterin des Turmhotels „Zum Erasmus“.

Der Altstadtspaziergang, den Kelheims Altstadtmanagerin Sonja Wessel anlässlich des Tags der Städtebauförderung am Samstag, 13. Mai, anbietet, führt auch zu der sanierten Wohnanlage von Kerstin Schaible und Gerd Honig, die außen besichtigt werden kann. Gegen 12.35 Uhr werde man dort eintreffe, je nachdem wie viele Fragen die Teilnehmer bei den vorherigen beiden Stationen (Rauchhaus am Ludwigsplatz 14, Feilmeier-Sanierungsobjekt Ludwigstraße 3) hätten, so Sonja Wessel.

Ein Blick in den Innenhof der sanierten Wohnanlage Lederergasse Nr. 14. Foto: eb
Ein Blick in den Innenhof der sanierten Wohnanlage Lederergasse Nr. 14. Foto: eb

Die gebürtige Kelheimerin Kerstin Schaible, deren Urgroßvater eine Schlosserei hatte: „Ich lebe gerne in meiner Geburtsstadt Kelheim und freue mich, diese wunderbare Urlaubs- und Wohnstadt mit meinen Ideen zu bereichern.“ Ihr Ehemann Gerd Honig ist von Hessen nach Bayern gekommen.

Ein Stück Geschichte im Zuhause

Die Familie Schaible/Honig wohnt selbst in der sanierten Anlage rund um das Einzeldenkmal Ledererturm. Die Geschichte Kelheims ist im Esszimmer präsent mit einem sichtbar gemachten Turmmauerteil. Frühere Garagen westlich des aus dem 13./14. Jahrhundert stammenden Turms wurden im Zuge der Sanierung zum Wohn-, Ess- und Küchenbereich. Ein Stück Stadtmauer nördlich des Turms sei mit „Betonsteinen ausgeflickt“ gewesen und daher wieder verputzt worden. Das Ehepaar gewährt der Reporterin unseres Medienhauses Einblick in das in der Kelheimer Altstadt geschaffene Schmuckstück mit mehreren Wohnungen, die vermietet sind. Zur Wohnung um den Ledererturm gehört ein schöner Garten. Dort ist auch das Zuhause von zwei Bienenvölkern.

Die Wohnanlage an der Lederergasse im Westen der Kelheimer Altstadt ist fertig saniert. Das Zwiebeltürmchen an dem Gebäude zur Straßenseite hin ist laut Kerstin Schaible um 1920 entstanden. Foto: eb
Die Wohnanlage an der Lederergasse im Westen der Kelheimer Altstadt ist fertig saniert. Das Zwiebeltürmchen an dem Gebäude zur Straßenseite hin ist laut Kerstin Schaible um 1920 entstanden. Foto: eb

Die engagierte 46-jährige Geschäftsfrau und dreifache Mutter Kerstin Schaible ist ihren Angaben zufolge seit zwei Jahren Imkerin.

Auf ihr Faible für die Historie angesprochen sagt die Kelheimerin: „Ich bin selbst in der Altstadt im Haus der Großeltern in der Donaustraße aufgewachsen.“ Die erworbene Wohnanlage in der Lederergasse sei zwei Jahre lang saniert worden. Dieses Objekt „konnte nur mit sehr viel Eigenleistung in der Form umgesetzt werden“. Aufgrund von Nachforschungen von Kelheims Stadtarchivar Dr. Wolf-Heinrich Kulke habe sie erfahren, dass das Jura-Haus bei der Wohnanlage „schon einmal Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz meiner Familie war“. Es ist eines der Gebäude der Gesamtanlage. Als man von deren Veräußerung erfahren habe, „haben wir uns relativ schnell zum Kauf entschlossen“. Diesen Schritt haben beide „überhaupt nicht“ bereut. Allerdings ist zu hören, dass die Sanierung „wahnsinnig“ aufwenig gewesen sei. Außer den 5000 Euro vom Fassadenprogramm der Stadt habe es keine Förderungmittel gegeben. Von Eigentümer-Seite wird ihre Investition (Kauf und Sanierung) für das Objekt mit über einer Million Euro angegeben. Als ihren Wunsch nennt Kerstin Schaible, „dass auch die Straße saniert wird“. „Dass die Stadt da etwas macht“, sagt Gerd Honig.

Ein Idyll ist der Garten, der zur Wohnung des EhepaarVom Garten aus hat man einen Blick zur Befreiungshalle. Eine Besonderheit gibt es dort: das Zuhause von zwei Bienenvölkern, denn Kerstin Schaible ist auch Imkerin. Foto: eb
Ein Idyll ist der Garten, der zur Wohnung des EhepaarVom Garten aus hat man einen Blick zur Befreiungshalle. Eine Besonderheit gibt es dort: das Zuhause von zwei Bienenvölkern, denn Kerstin Schaible ist auch Imkerin. Foto: eb

Im März ist seinen Angaben nach die letzte der Wohnungen bezogen worden. Es sei kernsaniert worden. Die Wohnungen seien zwischen 40 und 110 Quadratmeter groß. Deren Individualität „schätzen die Mieter“. Von der jungen Frau bis zum Senior wohnten in der Anlage, die durch ihre Einheit einen „gewissen Charme hat“. Wie Gerd Honig berichtet, seien beim Umbau im Boden von Garagen auch alte, gemauerte Bottiche der ehemaligen Gerberei zu Tage gekommen. Das Schwierigste bei der Sanierung sei gewesen, „dass keine Fundamente vorhanden waren“ und die Deckenhöhe in den Garagen nur circa zwei Meter betragen habe. Für eine normale Raumhöhe für Wohnungen habe der Boden tiefergelegt werden müssen. Ehefrau Kerstin Schaible hat den Wunsch, dass von der Rahmenplanung, die jetzt in der Altstadt im Gespräch sei, „vieles umgesetzt wird. Ich finde die Idee mit einem Schwimmbad im Alten Kanalhafen toll. Ganz wichtig ist, das die Anlegestelle als Erstes in Angriff genommen wird.“

Wechsel des Aufgabengebiets

Die Pächterin des Turmhotels „Zum Erasmus“ samt Gaststätte und Biergarten hatte ihren Angaben zufolge „Anfang des Jahres die Idee, dieses zu übernehmen“. Diese habe „mit positiver Zusage des Eigentümers“ Robert Kreitmaier umgesetzt werden können. Wie Robert Kreitmaier gegenüber der Reporterin unseres Medienhauses sagt, habe er „der Pächterin in Aussicht gestellt, den Erweiterungsbau in den nächsten zwei bis drei Jahren umzusetzen“. Sie, so Kerstin Schaible, habe „schon immer starkes Interesse an der Tourismusbranche. Ihr einstiges Fitnessstudio in Schwandorf habe sie aufgegeben, erwähnt die gelernte Kauffrau. Sie habe nicht mehr die „weiten Wege“ haben wollen und möchte in der Stadt, in der sie lebe, auch arbeiten.

Im Westen der Altstadt Kelheims wohnen und seit dem 1. Mai im östlichen Bereich arbeiten. Dafür haben sich Kerstin Schaible und ihr Ehemann Gerd Honig entschieden. Die Kelheimerin hat das Turmhotel „Zum Erasmus“ mit Gaststätte und Biergarten (im Bild) gepachtet. Sie wird dabei von ihrem Ehemann und Team unterstützt. Foto: eb
Im Westen der Altstadt Kelheims wohnen und seit dem 1. Mai im östlichen Bereich arbeiten. Dafür haben sich Kerstin Schaible und ihr Ehemann Gerd Honig entschieden. Die Kelheimerin hat das Turmhotel „Zum Erasmus“ mit Gaststätte und Biergarten (im Bild) gepachtet. Sie wird dabei von ihrem Ehemann und Team unterstützt. Foto: eb

„Eine neue Branche entdecken ...“

„Eine neue Branche zu entdecken, ist etwas sehr Aufregendes und spornt uns an, das Best zu gegeben. Dienstleistung leben, Neues ausprobieren, kreativ arbeiten und mit einem tollen Team den Gast begeistern“. Ihrem Team gehörten insgesamt sieben Mitarbeiter an. Die Berufsbranchen seien bei ihr verschieden, aber Kerstin Schaible betont, im Endeffekt handle es sich jedoch stets um die Dienstleistungsbranche – die Kelheimerin begrüßte freundlich ihre Gäste als Gastronomin in der Matthias-Kraus-Gasse und auch bei ihrer Immobilie in der Lederergasse.

Weitere Berichte aus Kelheim lesen Sie hier

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Tag der Städtebauförderung

  • Angebot

    Am 13. Mai findet der Tag der Städtebauförderung statt, an dem die „Soziale Stadt“ Kelheim teilnimmt. Laut Pressemitteilung ist es eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag sowie dem Deutschem Städte- und Gemeindebund. Kelheims Altstadtmanagerin Sonja Wessel informiert über „Erfolge der Städtebauförderung sowie über aktuelle und bevorstehende Projekte in Kelheim“.

  • Infos

    Ab 9.30 Uhr ist sie am Infostand beim Rathaus anzutreffen. Über Fördermöglichkeiten in der Altstadt sind dort auch Infos zu erhalten. Besucher haben die Möglichkeit, Ideen und Wünsche zur Altstadtentwicklung an einer Tafel anzubringen. Um 12 Uhr beginnt der Altstadtspaziergang.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht