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Schulter an Schulter, mitten im Ort

Ministerin Emilia Müller stellte in Waldmünchen drei geförderte Projekte in der Oberpfalz für Menschen mit Behinderung vor.
Von Petra Schoplocher

Ortstermin im Garten: Roland Böck, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Reichenbach (Zweiter von rechts) zeigt Staatsministerin Emilia Müller, wie der Neubau aussehen soll. „Ein Freudentag“ für Menschen mit Behinderung, fanden auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler (Vierter von links), Bürgermeister Markus Ackermann (links) und die Vertreter zweier weiterer geförderter Träger in Regensburg und Mitterteich. Foto: Schoplocher
Ortstermin im Garten: Roland Böck, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Reichenbach (Zweiter von rechts) zeigt Staatsministerin Emilia Müller, wie der Neubau aussehen soll. „Ein Freudentag“ für Menschen mit Behinderung, fanden auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler (Vierter von links), Bürgermeister Markus Ackermann (links) und die Vertreter zweier weiterer geförderter Träger in Regensburg und Mitterteich. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Große und kleine Botschaften, verpackt in einen kurzen Satz: „Das ist ein guter Tag“. Für Menschen mit Behinderung, aber auch deren Familien und die Orte, die gestern im Mittelpunkt standen. Waldmünchen, Regensburg und Mitterteich. In diesen unterstützt das Bayerische Sozialministerium – wie auch 31 weitere Projekte – die Schaffung von Wohnungen, Werk- oder Förderstätten für gehandicapte Menschen mit erheblichen finanziellen Mitteln. Eine der Einrichtungen, die von dem insgesamt 57 Millionen großen Füllhorn profitiert, ist die Förderstätte der Barmherzigen Brüder, in der Staatsministerin Emilia Müller die Oberpfälzer Projekte im Jahresförderprogramm gestern vorgestellt hat.

„Es ist wichtig, dass es keine Ausgrenzung mehr gibt, sondern echte Teilhabe.“

Emilia Müller

Von den 7,2 Millionen Euro, die in die Oberpfalz fließen, entfallen gut 2,6 Millionen Euro auf die Barmherzigen Brüder. Im Breitenwiesweg soll im Garten des bestehenden Gebäudes ein Wohnheim für diejenigen gebaut werden, die untertags die Förderstätte besuchen. Das gefiel der Ministerin gleich aus mehreren Gründen. Zum einen, weil damit den Erfordernissen immer älter werdender Behinderter Rechnung getragen würde. Die ebenso alternden Eltern wären durch die Wohnmöglichkeiten ihrer „Kinder„ keine Sorgen mehr machen. Ein Altenheim sei für Behinderte nämlich keine adäquate Unterbringungsmöglichkeit, unterstrich sie und machte dies gleich als eine große Aufgabe für die Zukunft aus.

Geförderte Projekte in der Oberpfalz

  • Bayern:

    Die Staatsregierung stellt bayernweit 57 Millionen Euro für die Schaffung von inklusiven Wohnungen, Werk- und Förderstätten für Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Von den 34 Projekten, die den Sprung in das Jahresförderprogramm geschafft haben, liegen drei in der Oberpfalz.

  • Waldmünchen:

    Die Barmherzigen Brüder Reichenbach planen einen Neubau mit 24 Wohnmöglichkeiten für schwerbehinderte Menschen und solche mit Autismus. Von den fast 4,4 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt über 2,6 Millionen der Freistaat, fast 440 000 Euro steuert der Bezirk zu.

  • Regensburg:

    Auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne entstehen ebenso 24 Wohnplätze der Lebenshilfe. Kostenpunkt: 4,85 Millionen Euro, von denen der Freistaat 70 Prozent finanziert, der Bezirk weitere zehn.

  • Mitterteich:

    Die Förderstätte der Katholischen Jugendfürsorge wird von 18 auf 36 Plätze erweitert. (ps)

Steckten schon einmal die Köpfe zusammen: Emilia Müller und Franz Löffler, rechts der Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Reichenbach, Roland Böck. Foto: Schoplocher
Steckten schon einmal die Köpfe zusammen: Emilia Müller und Franz Löffler, rechts der Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Reichenbach, Roland Böck. Foto: Schoplocher

In Waldmünchen sah sie zudem ein ihr ganz wichtiges Anliegen umgesetzt. Gerade die Wohnheime gehörten inmitten die Städte und nicht in die Peripherie. „Nur so ist echte Teilhabe möglich“, meinte sie. „In Waldmünchen werden Inklusion und Integration gelebt“, unterstrich Bürgermeister Markus Ackermann. Die Förderstätte bezeichnete er als Oase für Menschen mit Behinderung, die geplante Erweiterung trage dazu bei, das Profil als soziale Stadt weiter zu schärfen. Bereits bei der Einweihung der Förderstätte mit ihren 20 Plätzen im Jahr 2011 war klar, dass dieser Schritt kommen müsste, lobten sowohl Bezirkstagspräsident Franz Löffler als auch Ackermann das vorausschauende Agieren der Barmherzigen Brüder. Die Stadt sehe sich mit der Einrichtung „Schulter an Schulter“, um den Behinderten einen wertschätzenden Alltag zu ermöglichen.

„Hier und heute geben wir Antworten auf aktuelle Fragen unserer Zeit.“

Franz Löffler

Franz Löffler stufte alle drei Projekte in der Oberpfalz als „moderne, den Menschen gerecht werdende Botschaft“ ein. Ganz bewusst gehe man im Regierungsbezirk mit derartigen Einrichtungen in die Fläche, um möglichst heimatnahe Versorgung zu gewährleisten. „Jetzt bräucht mer halt noch a Wohnheim“.Diesen Satz hörte auch Barmherzige Brüder-Geschäftsführer Roland Böck vom ersten Tag an im Haus. Folglich werde man sich nun anstrengen, mit und in dem zweigeschossigen Neubau etwas zu schaffen, dass perfekt für die Menschen und ihre Bedürfnisse passt.

Groß war die Freude bei Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, deren Förderstätte in Mitterteich (die einzige im Landkreis Tirschenreuth) nun ihre Plätze verdoppeln kann, und Johann Halbritter (Geschäftsführer Lebenshilfe Regensburg). Die Lebenshilfe wird mit ihrem Wohnheim erstmals direkt in der Stadt angekommen. „Ein glücklicher Zufall“, fand Halbritter, während Eibl ein „klares Signal für Schwerst- und Mehrfachbehinderte“ sah.

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