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Stadtpark hat seine Parkplatz-Diskussion

Die Planer möchten die Umgestaltungspläne für den Neumarkter Park ausweiten. Dafür müsste ein Parkplatz weichen.
von Wolfgang Endlein

  • Wo jetzt noch Autos parken, sehen die Planer für die Zukunft einen Wasserspielplatz als Hingucker für den Stadtpark. Foto: Endlein
  • Der Stadtpark ist in die Jahre gekommen und braucht an mancher Stelle eine Auffrischung. Insbesondere die Wege, sind in einem schlechten Zustand. Foto: Endlein

Neumarkt.Das Lob war umfassend: Tolle Ideen, eine ausgezeichnete Präsentation der Fachplaner und die Atmosphäre im Arbeitskreis – außergewöhnlich konstruktiv. Die Äußerungen der Stadträte zu den in der Sitzung am Donnerstag vorgestellten Plänen für die Umgestaltung des Stadtparks ließen eine einhellige Zustimmung vermuten. Bei nicht wenigen folgte dem Lob jedoch ein Aber.

Über die Pläne für die Umgerstaltung hat die MZ bereits vorab umfangreich berichtet. Den dazugehörigen Artikel finden Sie hier.

CSU-Stadtrat Richard Graf machte den Anfang und sprach das, wie er sagte, Unwort aus: Parkplätze. Einmal mehr drehte sich bei einem Projekt in Neumarkt die Diskussion vor allem darum. Denn die vorgestellten Pläne, die von den Fachplanern gemeinsam mit einem Arbeitskreis aus Stadtrat und Verwaltung erarbeitet wurden, beinhalteten auch den Vorschlag, den Umgriff der Umgestaltung zu erweitern. Der Parkplatz an der Mühlstraße, Ecke Abtsdorfer Gasse mit seinen rund 100 Parkplätzen soll weichen für ein wertiges Entrée in den Stadtpark.

Welche Ideen die Planer im Detail für den Stadtpark haben, erklärt dieser Artikel.

Oberbürgermeister Thomas Thumann hatte vor der Diskussion schon angekündigt, dass die Parkplätze im näheren Umfeld wiederhergestellt werden müssten. Er nannte dabei das Grundstück jenseits der Mühlstraße hin zur Dammstraße, das im Gespräch ist für den Bau eines möglichen Hochschulgebäudes. Durch den Höhenversatz zur Dammstraße und der städtebaulichen Notwendigkeit, die Höhe des gegenüberliegenden Neuen Marktes zu erreichen, ist dort für den Rathauschef bauliches Potenzial für Parkplätze vorhanden.

Was mit dem Parkplatz geschehen soll, wurde im Stadtrat heiß diskutiert. In der Umfrage können Sie auch ihre Meinung äußern.

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Kann der Parkplatz am Stadtpark weichen?

Der Stadtpark soll umgestaltet werden. Die Planer wollen in ihre Pläne auch den Parkplatz an der Mühlstraße einbeziehen. Dieser hat rund 100 Parkplätze.

In der Diskussion betonten viele Stadträte die Bedeutung der Parkplätze an dieser Stelle. Verkehrsreferent Jakob Bierschneider (UPW) verwies wie andere Redner auf die Geschäfte am nahen Unteren Markt und in der Klostergasse, die Stadtbücherei, die Hofkirche und den Reitstadel. „Die Parkplätze müssen eins zu eins erhalten bleiben“, sagte Bierschneider, um abschließend festzustellen: „Neumarkt ist keine Kurstadt, sondern eine Einkaufsstadt“.

Der Stadtpark hat eine lange Geschichte, über die der Infoartikel aufklärt:

Geschichte des Stadtparks

  • Historie:

    Da der Neumarkter Stadtpark am Rand der Altstadt liegt, verwundert es nicht, dass das Areal eine längere Geschichte hat.

  • Überreste:

    Abzulesen ist dies nicht nur an der nahen Residenz, sondern auch an den Erhebungen, die sich im Park finden.

  • Entwicklung:

    Die erhöhten Bereiche sind die Überreste der Schanze, die laut Stadtarchivar Dr. Frank Präger einst im 17. Jahrhundert als vorgelagerte Verteidigungslinie diente. Spätestens im 19. Jahrhundert sei diese aufgelassen worden. Danach kam das Gelände in private Hand, bevor es die Stadt 1925 in einen Park umwandelte.

Die Diskussion nahm in der Folge den Lauf wie schon viele zuvor bei anderen Projekten in Neumarkt. Bierschneiders Worte fanden viel Zustimmung, es gab aber auch Räte, die Kritik an der ihrer Meinung nach allzu großen Gewichtung des Themas Parkplätze in Neumarkt übten. „Es gibt keinen Grund für Parkplätze auf diesem Filetstück“, sagte Sigrid Steinbauer-Erler von den Grünen und verwies darauf, dass der Parkplatz eigentlich nur ein Provisorium sei. Pedra Wittmann (UPW) erinnerte daran, dass „wir überall nachverdichten“. Die Menschen bräuchten daher grüne Flächen. Autos müsse man stapeln und nicht auf den wertvollsten Flächen der Stadt abstellen. Günther Stagat (SPD) erneuerte die schon oft gehörte Kritik: Es gebe genügend, bezahlbare Parkplätze in Neumarkt.

Beim Blick ins Archiv finden sich zahlreiche Beispiele von Projekten in Neumarkt, die stark von der Diskussion um Parkplätze geprägt wurden und werden. Das Ganzjahresbad ist das jüngste Beispiel, über das in diesem MZ-Artikel berichtet wird.

Stadtbaumeister Matthias Seemann sagte, er habe generell nichts dagegen, Parkplätze zu schaffen. Doch sollten vorhandene Parkangebote besser ausgenutzt werden. Nach Beobachtungen der Stadtverwaltung parken rund 50 Dauerparker auf dem Parkplatz. Diese könnten auch dazu bewegt werden, andere Möglichkeiten wie etwa das Parkhaus Rosengasse zu benutzen, regte Seemann an.

Tiefgarage begeistert Kämmerer nicht

Für viele Räte blieb es aber dabei: Die Parkplätze sollten erhalten bleiben – und das im direkten Umfeld. Es gab Vorschläge zu hören, die vom Erhalt des Parkplatzes an sich und den Verzicht auf eine Erweiterung über eine Kompromisslösung aus etwas Park und etwas Parken bis hin zum Bau eines Parkdecks oder einer Tiefgarage reichte. Letzteres führte aber bei Kämmerer Richard Graf wegen der zu erwartenden Kosten zu einer sauren Miene. Andere Stadträte wiesen auf die schwierige Grundwassersituation an dieser Stelle hin.

Die Aufenthaltsqualität im Stadtpark soll gesteigert werden. Foto: Endlein
Die Aufenthaltsqualität im Stadtpark soll gesteigert werden. Foto: Endlein

Letztlich setzte eine Mehrheit von 26 zu neun Stimmen den Beschluss durch, die Erweiterung der Umgestaltungspläne an dieser Stelle vorerst noch nicht abzusegnen. Der Stadtrat soll sich mit der Sache erst wieder befassen, wenn für das Parken nähere Pläne erarbeitet wurden. Wohlwollend nahm der Beschluss hingegen die Planungen für den restlichen Teil des Parks zur Kenntnis. Zudem beschlossen die Räte auf Anregung von FLitZ-Stadtrat Dieter Ries, dass die Planungen auf den Abschnitt südöstlich des Wasserspielplatzes hin zur Klostergasse ausgeweitet werden sollen.

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