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Politik

Schreibt Merkel ihre Reden selbst?

Nein – dafür hat die Bundeskanzlerin ihre Fachleute. Doch inhaltlich mischt sie schon mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rednerpult im Bundestag Foto: dpa

Mit einem kleinen Stapel Blätter in der Hand - so lief Bundeskanzlerin Angela Merkel zu dem schwarzen Pult. Darauf legte sie die Papiere und dann ging sie los: Die Regierungserklärung. Das ist eine besondere Rede, die die Kanzlerin häufiger vor vielen Politikern hält. Am Mittwoch war es wieder soweit. Die Kanzlerin redete im Bundestag in Berlin unter anderem über unsere Währung, den Euro – der steckt gerade in der Krise. Frau Merkel erzählte in ihrer Rede, wie die Regierung das Thema sieht und wie man die Krise meistern kann. Aber wie entsteht eigentlich so eine Regierungserklärung? Und schreibt die Kanzlerin sie selbst?

   Einfache Antwort: Nein - aber Frau Merkel arbeitet an der Regierungserklärung mit. Zunächst einmal hat Frau Merkel viele Fachleute, die sich mit dem jeweiligen Thema richtig gut auskennen. Denn so eine Regierungserklärung greift immer ein bestimmtes Thema auf. Die Fachleute schreiben erst mal Stichwörter auf. Einer von ihnen fasst diese dann zu einem ersten groben Rede-Entwurf zusammen.

   Dieser Rohentwurf geht dann an das Büro der Kanzlerin. „Und wenn die Kanzlerin Zeit hat, schaut sie sich selbst den Text an und merkt zum Beispiel an, was vielleicht noch mit rein muss“, erklärt Robert Maier. Der 42-Jährige ist Redenschreiber im Kanzleramt. Auch wenn er selbst keine Regierungserklärungen schreibt, kennt er sich mit ihnen gut aus. Wenn Frau Merkel dann ihre Anmerkungen gemacht hat, geht der erste Rohentwurf wieder an einen Redenschreiber.    „Und dann geht das Basteln mit den Textbausteinen los“, sagt Robert Maier.

„Das ist, also ob viele Legosteine durcheinander auf dem Tisch liegen, die dann sortiert und zusammengebaut werden müssen.“ Denn jetzt muss ein richtiger Text geschrieben werden, den die Kanzlerin später vorlesen kann. „Aber eigentlich versucht die Kanzlerin immer, frei zu sprechen, also nicht Wort für Wort abzulesen. Die Rede soll nämlich nur ein Hilfsmittel sein.“    Wenn der Redenschreiber seine Arbeit beendet hat, geht die fertige Rede unter anderem wieder zurück an die Kanzlerin.

„Wenn Frau Merkel es zeitlich hinbekommt, legt sie selbst noch mal Hand an“, sagt Robert Maier. Ihre Änderungen arbeitet der Redenschreiber dann noch ein. Aber oft wird bis zur letzten Minute am Text der Regierungserklärung gefeilt. Schließlich soll sie auf dem neuesten Stand sein. (dpa)

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