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Gesundheit

Barfuß durch Tau und Schnee

Von Birgit Ellinger, dpa

Barfuß auf die kalte Wiese. Den Kindern machts Spaß - und es soll gesund sein. Foto: Birgit Ellinger

.Mit nackten Füßen durch Tau, Schnee und kaltes Wasser laufen - das soll gesund sein? Nach der Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp auf jeden Fall. Auch Schüler einer Grundschule in Bayern sind davon überzeugt.

Anna und Korbinian haben ihre Schuhe und Socken zuerst ausgezogen. Ihr Hosen sind hochgekrempelt. So warten die beiden Neunjährigen auf das Startsignal ihrer Lehrerin. Als auch die anderen Schüler fertig sind, geht's los: Barfuß rennen die Mädchen und Jungen auf die große Wiese neben dem Schulhof. Dort stapfen sie durch das Gras.

Vom Morgentau ist es noch ganz nass und kalt. «Schade, dass noch kein Schnee liegt. Schneetreten macht noch mehr Spaß», sagt Anna. Langsam setzt sie einen Fuß vor den anderen. Am schönsten sei das Gefühl danach. «Zuerst ist es kalt. Aber wenn man danach die Socken anzieht und ein bisschen rumhüpft, werden die Füße ganz warm.»

Tau-Treten ist gesund. Das meinte zumindest der Pfarrer Sebastian Kneipp. Der lebte vor weit mehr als hundert Jahren. Viele Menschen folgen seither seiner Lehre. Kneipp war auch der Ansicht, dass es gut tut, wenn man Füße oder Arme für ein paar Sekunden in kaltes Wasser taucht - allerdings nur, wenn man es richtig macht. Das Wasser soll erfrischen und dafür sorgen, das der Körper gut durchblutet wird.

Auch die Lehrer der Grundschule Heiligkreuz in Kempten in Bayern finden Kneipps Ideengut. Deshalb werden die Schüler dort auch in seiner Gesundheitslehre unterrichtet. Dazu gehört zum Beispiel, dass man sich bewegen sollte. Wie man sich entspannt und gesund ernährt.

«Wir haben schon in der ersten Klasse mit dem Kneipp-Unterricht angefangen. Ich finde die Sachen gut, die er sich ausgedacht hat», sagt die neunjährige Julia. Manche Schüler wiederholen die Anwendungen sogar zu Hause und bringen sie ihrer Familie bei. «Wenn Schnee liegt, laufe ich mit meiner Mutter manchmal barfuß über die Terrasse», sagt Anna.

Das Tau-Treten steht in der Grundschule Heiligkreuz zweimal in der Woche fest auf dem Programm. Bevor der normale Unterricht beginnt, dürfen die Mädchen und Jungen aus allen Schulklassen dabei mitmachen.

Die anderen Kneippschen Anwendungen wie Wassertretenoder Massagen werden in den Unterricht eingebaut. Vor allem im Sommer, wenn es heiß ist, sind auch Kniegüsse sehr beliebt. Dabei lassen die Schüler ihren Mitschülern mit einem Schlauch kaltes Wasser über die nackten Füße bis rauf zum Knie laufen. «Das erfrischt total», sagt Korbinian. Er mag auch die kalten Armbäder gerne. «Die machen wir immer nach der Sportstunde.»

Das Ganze ist für die Schüler aber keine Pflicht. «Bei uns ist alles freiwillig. Wer nicht mag, weil ihm an dem Tag nicht danach ist, der muss auch nicht», sagt die Schulleiterin Iris Bergmann. Das komme aber nur sehr selten vor.

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