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Christoph von der Maus ist immer aufs Neue dumm

In der „Sendung mit der Maus“ ist Christoph Biemann der Mann mit dem grünen Pullover. Meistens weiß er etwas nicht - er will es aber erfahren. Die Fragen und Ideen bekommt er oft von den Zuschauern.
Interview: Fabian Albrecht, dpa

Christoph Biemann ist schon viele, viele Jahre bei der „Sendung mit der Maus“ dabei. Foto: Christoph Schmidt/dpa
Christoph Biemann ist schon viele, viele Jahre bei der „Sendung mit der Maus“ dabei. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Christoph Biemann ist schon seit Ewigkeiten bei der „Sendung mit der Maus“ dabei. Als er mit seinen Sachgeschichten anfing, war er 20 Jahre alt. Heute ist er 65! Christoph Biemann hat also schon sehr viele Dinge erklärt. Trotzdem sagt er im Interview mit den dpa-Kindernachrichten: Ich bin nicht der schlaueste Mensch.

Sie tragen immer einen grünen Pulli und immer Schnauzer. Wird man Sie auch mal anders sehen?

Christoph Biemann: „Den Schnauzer kann ich ja nicht an- und ausziehen. Und auf der Straße sieht man mich immer ohne grün. Wenn mich dort jemand anlächelt, lächele ich auch zurück.“

Erwachsene tun immer so, als wüssten sie alles. Gucken sie trotzdem manchmal heimlich die „Sendung mit der Maus“?

Christoph Biemann: „Ganz sicher. Oft sagen Erwachsene, dass sie es mit ihren Enkeln gucken oder mit ihren Kindern. Aber auch ohne schauen sie es. Oft sind die Kinder nur ein Vorwand.“

Wie finden Sie Ideen für die Sendungen?

Christoph Biemann: „Wir kriegen Post und E-Mails. Mit ganz vielen Fragen, ohne Ende Fragen. Jede Woche sind es 50 bis 60 Fragen.“

Sind die Filme heute anders als früher?

Christoph Biemann: „Ja, schon. Sie sind ein bisschen schneller. Das Prinzip aber ist das Gleiche. Nach dem Angucken soll man denken: Ich verstehe was, was ich vor ein paar Minuten noch nicht verstanden habe. Und das macht Spaß, macht Freude, macht ein gutes Gefühl.“

Gab es mal etwas, das so kompliziert war, dass Sie es nicht erklären konnten?

Christoph Biemann: „Ja, es gibt immer Grenzen. "Wo wohnt Gott?" ist schwer zu erklären. Manchmal denke ich auch: Och nee, das will ich nicht erklären. Zum Beispiel das Thema: Wo kommt eine Erkältung her? Die Antwort ist: Meide Menschen, nimm keinen in den Arm, gib keinem die Hand. Da habe ich gesagt: Nee, das will ich nicht erzählen.“

Warum lernt man bei Ihren Sendungen so viel?

Christoph Biemann: „Wir verlassen uns nicht auf den Text. Jedes Bild hat eine bestimmte Aussage. Das ist natürlich schwer herzustellen. Das heißt, wir arbeiten sehr lange an den Filmen. Im ganzen Jahr mache ich 60 Minuten Film. Klingt jetzt nicht so viel, aber es ist viel Arbeit.“

Du hast schon so viele Filme und Experimente gemacht. Bist du der schlaueste Mensch im Land?

Christoph Biemann: „Überhaupt nicht, nein, nein. Ich bin professionell dumm, weil ich ja die Filme nur machen kann, wenn ich die Antwort nicht weiß. Erst wenn ich im Laufe der Recherche rauskriege, wie die Antwort lautet, werde ich selber schlauer und kann weitergeben. Aber bei jeder Frage bin ich neu dumm.“

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