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Justiz

Mit 17 schon als Richter entscheiden

Der Richter in diesem Gericht geht noch zur Schule. Er heißt Fabio Piciocchi und ist 17 Jahre alt. Normalerweise sind Richter erwachsen. Und sie haben eine lange Ausbildung gemacht, damit sie entscheiden dürfen, ob etwa jemand eine Strafe bekommt.

Die Schüler-Richter bereiten sich vor: Sie lesen die Akte über einen Täter. Foto: Armin Weigel/dpa
Die Schüler-Richter bereiten sich vor: Sie lesen die Akte über einen Täter. Foto: Armin Weigel/dpa

Aber Fabio ist Schüler-Richter in der Stadt Passau im Bundesland Bayern. Solche Schüler-Gerichte gibt es auch in anderen Bundesländern. Dort verhandeln Jugendliche Fälle von Jugendlichen, die gegen das Gesetz verstoßen haben: etwa Graffiti gesprüht, wo es verboten ist. Oder Auto gefahren ohne Führerschein.

Für ihre Aufgabe werden die Schüler-Richter von Experten geschult. Zudem suchen Polizei und Staatsanwaltschaft die Fälle aus. Dabei müssen die Täter zustimmen, dass ihr Fall vor ein Schüler-Gericht kommt. Und sie müssen ihre Tat gestehen.

Die Idee dabei: Wenn die Richter im gleichen Alter sind wie der Täter, verstehen sie vielleicht besser, wie es zur Tat gekommen ist. Fabio erzählt: „Wir sprechen ganz normal mit den Tätern. Komplizierte Paragrafen lassen wir weg, die kennen wir ja selbst nicht.“ Paragrafen sind Teile von Gesetzes-Texten.

Dann müssen die Richter mit dem Täter gemeinsam eine gerechte Strafe finden. Er soll dabei vor allem lernen, so etwas nicht noch einmal zu machen. Wenn dann der Staatsanwalt mit der Entscheidung des Schüler-Gerichts einverstanden ist, ist der Fall erledigt.

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