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Wissenschaft

Science Slam: Auf die Plätze, fertig ... los!

Von Stefanie Paul, dpa

Forscher Sebastian Lotzkat kommt beim Science-Slam-Publikum gut an. Foto: Winfried Köppelle

.Musiker, Komiker, Schauspieler - es gibt viele Leute, die auf Bühnen auftreten. Aber wusstest du, dass Wissenschaftler das auch machen? Bei einer Art Wettstreit stellen sie ihre Forschung vor.

Eigentlich hat Ullrich mit der ganzen Sache nichts zu tun. Er denkt, er sitze doch nur im Publikum. Doch plötzlich ist er mittendrin und muss die Zeit stoppen. Der Moderator auf der Bühne hat ihn dazu verdonnert. So ist das beim Science Slam. Dort muss das Publikum mitmachen. Also keine Widerrede. Ullrich zückt sein Handy und stoppt damit die Zeit. Immerhin eine wichtige Aufgabe! Sobald die Zeit um ist, muss Ullrich laut rufen: «Zeit!» Das ist das Zeichen dafür, dass Schluss ist.

Bei einem Science Slam treten Studenten und junge Forscher in einer Art Wettstreit gegeneinander an. Jeder Teilnehmer hat genau zehn Minuten Zeit, um seine Forschungs-Arbeit vorzustellen. Und zwar so lustig, spannend und verständlich wie möglich. Nach zehn Minuten ist Schluss – egal, ob der Vortrag fertig ist oder nicht. Danach darf das Publikum Punkte vergeben – von eins bis zehn. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Einer der Teilnehmer an diesem Abend ist Sebastian Lotzkat. Er ist beim Science Slam in der Stadt Köln als Zweiter an der Reihe. In einem schwarzen T-Shirt, heller Hose und Turnschuhen steht er auf der Bühne. Normalerweise arbeitet er in einem großen Forschungs-Institut in der Stadt Frankfurt. Für den Science Slam ist er extra angereist. Der Moderator ruft von der Seite: «Die Zeit läuft ab ... jetzt!»

Applaus! Ullrich drückt auf die Stoppuhr und Sebastian legt los. Hinter ihm ist eine große, weiße Leinwand aufgebaut. Darauf sieht man Fotos von Schlangen und Echsen, von Bergen, Dschungel und jeder Menge Matsch. «Bei mir geht es um Biologie. Also um Feld, Wald und Wiesen», erklärt der junge Forscher. Die ersten Leute im Publikum lachen schon. Ein gutes Zeichen.

In einem rasanten Tempo erzählt der Forscher weiter und läuft dabei von einer Seite der Bühne zur anderen. In seiner Hand hält er eine Art Fernbedienung. Mit dieser bedient er den kleinen Computer, der an der Seite auf einem Tisch steht. Sebastian Lotzkat erforscht Reptilien im Regenwald von Panama. Das Land liegt in Zentralamerika.

Sebastian versucht zum Beispiel, so viele Echsen und Schlangen wie möglich miteinander zu vergleichen. Und manchmal entdeckt er dabei sogar eine neue Art! Man nenne diese Vielfalt der Arten auch Bio-di-ver-si-tät. «Das ist es, was unseren Planeten so toll macht», erklärt der junge Forscher begeistert.

Plötzlich kommt der Zwischenruf von Ullrich: «Zeit!» Aber keine Panik, Sebastian ist rechtzeitig fertig geworden. Nun muss das Publikum beraten und darüber entscheiden, wie viele Punkte sein Vortrag bekommen soll. Der Moderator zählt 91 von 100 Punkten. Besser ist bei diesem Science Slam keiner. Gewonnen!

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