MyMz
Anzeige

Ausbildung

Büromanagement von der Pike auf lernen

An der Berufsfachschule für Büroberufe in Regensburg werden angehende Kaufleute unterrichtet – ganz praxisnah.
Von der Klasse 12a der Beruflichen Oberschule Wirtschaft in Regensburg

An der Berufsfachschule erwerben Schüler einen vollwertigen Ausbildungsabschluss.  Foto: Christopher Zwick
An der Berufsfachschule erwerben Schüler einen vollwertigen Ausbildungsabschluss. Foto: Christopher Zwick

Regensburg.„3…2…1… meins!“ So oder so ähnlich könnte es in Regensburg am Petersweg klingen, wenn morgens um 8 Uhr die angehenden Kaufmänner den Handelstag starten. An der Berufsfachschule für Büroberufe in Regensburg werden die Schülerinnen und Schüler zum Kaufmann und zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet. Bewerben kann sich jeder, der Interesse an dieser Ausbildung hat. Die Schüler beginnen dabei in der 10. Jahrgangsstufe. Quereinsteiger sind jedoch mit der nötigen Vorbildung auch in der Lage gleich die 11. Klasse zu besuchen. Voran geht jedoch immer ein Vorstellungsgespräch bei den ausbildenden Lehrern, die Ende Juni jeden Jahres stattfinden. Dies ist die erste kleine Bewährungsprobe.

Schuleigene Firmen

Um eine praxisnahe Ausbildung garantieren zu können, wurden die beiden schuleigenen Firmen Bimedia und Regutec gegründet, um den praktischen Teil der dualen Ausbildung nachzubilden. Bimedia verkauft Bürozubehör wie zum Beispiel Beamer, Leinwände oder Flipcharts. Regutec vertreibt Arbeitsschutzkleidung und jegliche Formen von Abfallbehältern.

Der Handel wird nicht nur regional abgewickelt. Europaweit erfolgt ein Austausch an Gütern zwischen den Schülerfirmen – und dies unter realen Bedingungen. Die Kommunikation findet unter anderem auch in englischer Sprache statt. Sowohl im Schriftverkehr als auch am Telefon müssen sich die einzelnen Schüler bewähren. „Wir handeln beispielsweise mit der Firma Cafe und Co. aus dem österreichischen Linz, von denen wir Kaffeemaschinen, Kaffee und Kaffeemilch beziehen“, berichtet Stefan aus der Klasse 11a.

Die Schüler bekommen fachliche Unterstützung.  Foto: Christopher Zwick
Die Schüler bekommen fachliche Unterstützung. Foto: Christopher Zwick

Darüber hinaus kümmern sich die Auszubildenden um den Einkauf, Verkauf und den Zahlungsverkehr. Auch die Aufgaben eines Sekretariats müssen übernommen werden. Dazu gehört, dass die Auszubildenden Mahnungen schreiben, Zahlungsein- und ausgänge verbuchen. Der gesamte Geschäftsprozess wird der realen Geschäftswelt komplett nachgebildet. Es werden Rechnungen erstellt und versendet. Lieferscheine müssen bearbeitet werden. Sollte ein säumiger Kunde nicht zahlen, so gehen auch Mahnungen per Post oder per Email an den Käufer. Auch die Gehaltsabrechnungen werden firmenintern von den Schülern unter Aufsicht selbst durchgeführt.

Aufstieg zum Prokuristen

Innerhalb der Ausbildung ist durchaus ein Aufstieg zum Prokuristen möglich. Das heißt, dass ein Schüler als Vertreter der Lehrkraft fungieren kann und mehr Administrationsrechte besitzt. „Ein Vorteil zur realen Ausbildungswelt liegt darin, dass sich die Schüler durchaus Fehler erlauben können, die in ihrer Konsequenz nicht unmittelbar zu gravierenden Folgen führen. Fehler haben keine Nachteile. Vielmehr können diese in der geschützten Atmosphäre des Klassenzimmers ausgewertet und überdacht werden“, so Florian Schiegl, Abteilungsleiter der BFS.

Fit fürs Büro

  • Abschluss:

    An der Berufsfachschule für Büroberufe erreicht man den IHK-Abschluss Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement. Die Ausbildung dauert drei Jahre (zwei Jahre in Ausnahmefällen). Es entstehen keine Kosten – außer Material- und Prüfungsgebühr.

  • Weiterbildung:

    Danach kann man sich zum Handelsfachwirt weiterbilden oder an die Berufsoberschule gehen.

  • Anmeldung:

    Bis Mitte Mai am St.-Peters-Weg 17 im Sekretariat

„Es steht also in diesem Bereich der Lerneffekt im Zentrum. Dies führt insgesamt zu einer entspannteren Lernatmosphäre.“ Der Schutzraum Schule erlaubt es zudem, dass man die verschiedenen Geschäftsprozesse aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten kann. So gelingt es, Zusammenhänge besser darzustellen und mehrmals zu wiederholen. Dabei wird auch der Praxisbezug nicht außer Acht gelassen.

Praktikum außerhalb der Schule

Das erworbene Wissen aus der 10. und 11. Klasse kann im 22-wöchigen Praktikum in der 12. Klasse angewendet werden. Dazu besuchen die Schüler eine außerschulische Ausbildungsstätte. Daneben verlassen die Schüler einmal pro Jahr das Schulhaus, um sich mit Vertretern der übrigen Übungsfirmen auf der Messe zu treffen. Dort knüpfen sie neue Geschäftskontakte, außerdem wird die Ware aus dem eigenen Portfolio angeboten. Die Organisation wird von den Schülern selbst durchgeführt. Sie erstellen aussagekräftige Visitenkarten und entwerfen einen Messestand.

Lieferscheine und Rechnungen müssen bearbeitet werden.  Foto: Christopher Zwick
Lieferscheine und Rechnungen müssen bearbeitet werden. Foto: Christopher Zwick

Wie in der realen Arbeitswelt werden sie mit eigener Firmenkleidung ausgestattet. Das kommt bei den Schülern positiv an – auch bei Sirin aus der 11. Klasse: „Die selbstständige Organisation des Messestandes und vor allem die Möglichkeit, dass ich dort eigenverantwortlich meine Ideen umsetzen durfte, das hat mir am meisten gefallen. Außerdem konnte man die Vertreter anderer Schülerfirmen persönlich kennenlernen.“ Professionalität ist gewollt, da am Ende ein Messe-Sieger gekürt wird. Hier konnte im Jahr 2019 die Firma Regutec unter der Leitung von Studienrat Stefan Groitl den ersten Platz erzielen. Am Ende der 12. Klasse und damit am Ende der Ausbildung steht der fertige IHK-Abschluss, durch den die Schüler einen vollwertigen Ausbildungsabschluss erwerben. Damit stehen Wege in die Wirtschaft offen.

Weitere Schülerartikel finden Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht