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Chef von 750 Mitarbeitern

Regierungspräsident Axel Bartelt sprach – noch vor Beginn der Corona-Krise – mit Schülern über seine Arbeit.
Von der Klasse 8a des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums, Regensburg

Regierungspräsident Axel Bartelt führte die Schüler des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums – noch vor der Corona-Krise – durch seinen Amtssitz.  Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz
Regierungspräsident Axel Bartelt führte die Schüler des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums – noch vor der Corona-Krise – durch seinen Amtssitz. Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz

Regensburg.

Wie lange sind Sie schon im Amt?

Ich bin seit 2014 Regierungspräsident der Oberpfalz, davor war ich über 20 Jahre in der Bayerischen Staatskanzlei in München tätig.

Wie kommt man in dieses Amt?

Man wird vom Innenminister beziehungsweise Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Bewerben für dieses Amt kann man sich nicht.

Arbeiten Sie in Ihrem Traumberuf?

Mein erster Traumberuf als Jugendlicher war Flugkapitän, aber ich konnte ihn aufgrund meiner Kurzsichtigkeit nicht erlernen. Auch eine Tätigkeit als Diplomat im Auswärtigen Dienst oder als Lehrer hätte ich mir vorstellen können.

Macht Ihnen die Arbeit Spaß?

Ja, definitiv. Man kann viele verschiedene und interessante Menschen treffen und das Amt ist sehr vielfältig.

Schüler des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums besuchten  –noch vor der Corona-Krise – den Regierungspräsidenten Axel Bartelt.  Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz
Schüler des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums besuchten –noch vor der Corona-Krise – den Regierungspräsidenten Axel Bartelt. Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz

Müssen Sie oft am Wochenende arbeiten?

Ich beginne meinen Arbeitstag gegen 8.30 Uhr und er endet selten vor 19 Uhr. Oft besuche ich bis spät abends noch Veranstaltungen – oder auch am Wochenende. So sind es insgesamt rund 60 Stunden pro Woche. Herausfordernd ist auch, dass man bei besonderen Ereignissen oder Krisen immer bereit sein muss. So habe ich vor einigen Jahren mitten in der Nacht gemeinsam mit dem Oberbürgermeister die ersten Busse mit Flüchtlingen in Regensburg empfangen. Wir haben uns selbst ein Bild von der Lage gemacht und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und Regierung bei der Aufnahme und Unterbringung der Geflüchteten unterstützt.

Gibt es eine zeitliche Beschränkung für das Amt?

Als Beamter kann man ein Amt nach dem Beamtengesetz bis zum maximal 68. Lebensjahr ausüben.

Wie viel Geld verdient man?

Man kann von der Bezahlung gut leben. Wenn man reich werden möchte, muss man aber einen anderen Beruf ausüben.

Wie sind Sie dazu gekommen, Jura zu studieren?

Ich war auf einem naturwissenschaftlichen Gymnasium und wollte eigentlich Deutsch- und Geschichtslehrer werden, aber davon wurde mir aufgrund der damals schlechten Einstellungsprognosen abgeraten. Deshalb habe ich Jura studiert, weil es sehr interessant und vielseitig ist und mein Ziel war, Menschen in schwierigen Situationen rechtlich beraten zu können.

Hatten Sie schon wichtige Aufgaben in Ihrer Schulzeit, zum Beispiel Klassen- oder Schülersprecher?

Nein, hatte ich nicht, aber ich finde so etwas wie Streitschlichter an der Schule oder Schülersprecher sinnvoll und wichtig, weil man davon profitiert und sich weiterentwickelt. Dies kann man im späteren Leben gut gebrauchen.

Die Regierung der Oberpfalz am Emmeramsplatz  Foto: Uwe Moosburger
Die Regierung der Oberpfalz am Emmeramsplatz Foto: Uwe Moosburger

Hatten Sie immer gute Noten?

Die Noten in der Schule waren gut, aber nicht sehr gut, aber ich hatte dann sehr gute Staatsexamensnoten; daraufhin wurde ich von drei Ministerien gefragt, ob ich bei ihnen arbeiten möchte.

Wie viele Menschen arbeiten in der Regierung der Oberpfalz?

Insgesamt circa 750 Mitarbeiter, davon allein etwa 160 für den Bereich Asyl. Diese sind dann oft an anderen Orten tätig und arbeiten nicht alle hier in Regensburg in diesem Gebäude.

Auch das Arbeitszimmer des Regierungspräsidenten durften sich die Schüler  – noch vor der Corona-Krise – ansehen. Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz
Auch das Arbeitszimmer des Regierungspräsidenten durften sich die Schüler – noch vor der Corona-Krise – ansehen. Foto: Kammermeier/Regierung der Oberpfalz

Erreichen Sie auch Forderungen, Ideen und Wünsche der Bürger? Auf welchen Wegen?

Ja, über mehrere Wege, zum Beispiel bei persönlichen Terminen oder aber auch per Post oder Email. Oft sind es auch Beschwerden. Es gibt auch gute Anregungen, zum Beispiel, wenn darauf hingewiesen wird, dass der Klimawandel auch in der Oberpfalz Auswirkungen hat und ernst genommen werden muss. Besonders wichtig sind mir der Umweltschutz und auch die Landwirtschaft, da diese unsere bayerische Kulturlandschaft prägt und erhält.

Aufgaben des Regierungspräsidenten

  • Bereiche:

    Als Regierungspräsident ist Axel Bartelt Leiter der Behörde. Die Regierung der Oberpfalz ist für sechs verschiedene Bereiche zuständig: Bereich 1: Sicherheit, Kommunales und Soziales; Bereich 2: Wirtschaft; Bereich 3: Bauen; Bereich 4: Schulen; Bereich 5: Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie Bereich 6: Ernährung und Landwirtschaft.

  • Schule:

    Im Schulbereich ist die Regierung der Oberpfalz laut Bartelt nur für die Grund-, Mittel- und Förder- und die berufliche Schulen zuständig. Die Realschulen und die Gymnasien unterstehen direkt dem Bayerischen Kultusministerium. Auch der Bereich Verbraucherschutz und Lebensmittelkontrolle ist dem Regierungspräsidenten nach eigenen Angaben sehr wichtig.

Wie beurteilen Sie die Leistung Ihrer Vorgänger?

Ich beurteile die Arbeit meiner Vorgänger, soweit mir diese bekannt ist, durchweg positiv. Jeder hat sein Bestes für die Oberpfalz gegeben. Eine Ausnahme ist die Zeit des Nationalsozialismus. Hier habe ich zum Beispiel der Universität angeboten, unsere Archive für eine wissenschaftliche Untersuchung zu öffnen, um dieses Kapitel, das heißt die Rolle der Regierung der Oberpfalz während dieser Zeit, aufzuarbeiten.

Wie stellen Sie sich Regensburg und die Oberpfalz in der Zukunft vor?

Ich wünsche mir weiterhin eine positive Entwicklung in einer gesunden und sicheren Zukunft. Die Oberpfalz ist eine aufstrebende Region, eine Fortsetzung dieser Entwicklung würde ich mir von Herzen wünschen. Wir sollten es alle mehr schätzen, dass wir in Deutschland seit 75 Jahren in Frieden und Freiheit leben können. Deshalb ist mir auch die Europäische Gemeinschaft sehr wichtig. Besonders freut mich auch die gute Freundschaft mit unseren osteuropäischen Nachbarn, die wir weiterhin pflegen und ausbauen sollten.

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