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Corona stellt Schulalltag auf den Kopf

Die Pandemie hat vieles verändert. Das MZ-Medienprojekt „Klasse informiert!“ gibt es aber auch im kommenden Schuljahr.
Von Dagmar Unrecht

Unterricht in der Schule und digitales Lernen gehen in der Pandemie Hand in Hand. An der Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Herbst gibt es Zweifel.
Unterricht in der Schule und digitales Lernen gehen in der Pandemie Hand in Hand. An der Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Herbst gibt es Zweifel. Foto: Patrick Pleul/dpa

Regensburg.Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt durcheinandergewirbelt – und auch das Schulleben in Bayern völlig auf den Kopf gestellt. „Klasse informiert!“, das Medienprojekt der Mittelbayerischen Zeitung, wurde von den Ereignissen ebenfalls überrascht. Schüler, Lehrer und unser Medienhaus – alle zusammen haben das Beste aus der Situation gemacht.

Im März diesen Jahres, die Faschingsferien waren in Bayern gerade vorbei, kam Corona Stück für Stück in den Schulen an. Auch in Ostbayern mussten damals Rückkehrer aus Risikogebieten – vor allem Skiurlauber, die in Südtirol oder Österreich waren – zu Hause bleiben – zunächst nur für zwei Wochen, so war der Plan. Doch dabei sollte es nicht bleiben. In der folgenden Zeit stieg die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Bayern stetig an. Daraufhin beschloss die Staatsregierung drastische Maßnahmen: Am Freitag, 13. März 2020, verkündet Ministerpräsident Markus Söder, dass alle Schulen und Kitas geschlossen werden. Ein bis dahin undenkbarer Schritt. Alle Einrichtungen sollten bis zu den Osterferien zumachen.

Herausforderung Home Schooling

Mitte März gab es bereits mehr als 1000 Corona-Infektionen in Bayern. Tendenz steigend. Museen, Bibliotheken, Restaurants und viele Geschäfte mussten zusperren. Nur Lebensmittelläden, Apotheken, Optiker und Geschäfte für Artikel des täglichen Bedarfs durften offenbleiben. Das öffentliche Leben kam zum Stillstand. Weitgehende Ausgangsbeschränkungen wurden verkündet. Auf den Straßen gab es kaum mehr Verkehr. Die meisten Arbeitnehmer verlagerten ihren Arbeitsplatz nach Hause und gingen ins Home office. Für die Schülerinnen und Schüler begann die Zeit des Home Schooling.

Zu Hause lernen und unterrichten – das war und ist für alle eine ungewohnte Situation. In den ersten Wochen des Lockdowns waren die Erfahrungen unterschiedlich. „Mebis“, die digitale Lernplattform des bayerischen Kultusministeriums, war oft überlastet. Die Voraussetzungen fürs digitale Lernen variierten je nach Elternhaus und Schule stark. Mal fehlte die passende technische Ausstattung, mal haperte es an individuellen Lern- und Lehrfertigkeiten. Manche Lehrer verschickten ihre Aufgaben per E-Mail, andere erstellten sogar Video-Tutorials. Gute Ideen und Flexibilität waren gefragt.

Eltern als Ersatzlehrer

Eltern fanden sich in einer ungewohnten Rolle wieder: als Ersatzlehrer. Dazu kam oft die Herausforderung, kleine Geschwister von Schulkindern beaufsichtigen zu müssen. Für viele Familien war der Lockdown eine Zerreißprobe.
Auch die Redaktion der Mittelbayerischen stellte die Pandemie vor neue Herausforderung. Termine wurden abgesagt, Besprechungen gab es nur noch per Telefon oder Video. Das Medienprojekt „Klasse informiert!“ musste sich ebenfalls neu ausrichten. Die Zeitungslieferungen an die Schulen wurden gestoppt, da die Kinder und Jugendlichen ja alle zu Hause waren. Stattdessen bekamen die Klassen einen digitalen Zugang zu unseren Medienprodukten. So konnten die Schüler ePaper, Website und alle anderen digitalen Angebote unseres Medienhauses nutzen – und damit den Corona-Einschränkungen ein Schnippchen schlagen. Die Kinder und Jugendlichen waren so über die Pandemie und ihre Auswirkungen in der Region aus erster Hand informiert.

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Den Lehrkräften wurde darüber hinaus auf der Website umfangreiches Lehrmaterial, abgestimmt auf die verschiedenen Jahrgangsstufen, zur Verfügung gestellt. Es gab ein Info-Paket für Grundschüler, Unterlagen für Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun und Materialien für ältere Schüler – also viel Lesestoff fürs Home Schooling. Lernvideos rundeten das Angebot ab.

Während zu Beginn der Pandemie bei Schülern, Eltern und Lehrern noch die Hoffnung bestand, dass nach den Osterferien wieder Normalität herrschen könnte, wurde spätestens im Laufe des Aprils klar: So schnell gibt es keinen Weg zurück. Zwar durften nach den Osterferien Abschlussklassen in Bayern wieder in die Schulen gehen, für alle anderen Kinder und Jugendlichen ging das Lernen aber zunächst zu Hause weiter. Im Mai konnten schrittweise weitere Schüler ins Klassenzimmer zurückkehren – aber nicht alle auf einmal.

Schichtsystem und Maske

Konzepte wurden erarbeitet, Schichtsysteme eingeführt, Klassen wurden geteilt und wechselten sich wochenweise in der Schule ab. Dazu kamen organisatorische Herausforderungen: Das Betreten und Verlassen der Schule und auch die Pausen mussten so arrangiert werden, dass der Kontakt auf ein Minimum reduziert war. Dazu kamen – wie im normalen Alltag auch – Abstands- und Hygieneregeln, vom Händewaschen bis zum Tragen einer Maske.

Eine weitere Folge der Pandemie war, dass in den Schule keine Veranstaltungen oder Ausflüge stattfinden durften. Für „Klasse informiert!“ bedeutete das, dass die Schüler keine Recherchetermine außerhalb der Schule wahrnehmen konnten, wie zum Beispiel Betriebserkundungen. Auch hier war Kreativität gefragt. Ein Möglichkeit: per Videokonferenz mit Ansprechpartnern in Betrieben sprechen und so zum Beispiel die Ausbildungsangebote in einer Firma ausloten. Eine andere Klasse führte ein Interview mit einem Unternehmer per Mail, weil der Besuch vor Ort nicht möglich ist.

Wie es im kommenden Schuljahr für die Kinder und Jugendlichen weitergeht, muss sich zeigen. „Klasse informiert!“ wird auf jeden Fall weitergeführt – angepasst an die Situation, die sich ab Herbst an den Schulen bietet.

Schülerartikel, die im Rahmen von des Medienprojekts „Klasse informiert!“ entstanden sind, finden Sie hier.

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