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FleiWa-Gründer zweifelte nie am Erfolg

Schüler aus Parsberg haben mit Metzgermeister Horst Kerscher über das Unternehmen FleiWa und seinen Werdegang gesprochen.
Von der Klasse 8aG der Mittelschule Parsberg

Metzgermeister Horst Kerscher bei der Warenannahme in seinem Betrieb
Metzgermeister Horst Kerscher bei der Warenannahme in seinem Betrieb Foto: Fleiwa Cham

Wald.Herr Kerscher, welche Tierarten werden in der FleiWa verarbeitet?

Schwein, Rind und Kalb, Pute, Lamm

Woher bekommt die FleiWa das Fleisch beziehungsweise die Tiere?

Wir schlachten nicht selbst, sondern bekommen unser Fleisch geschlachtet als Hälften, Viertel oder Teile geliefert. Soweit wie möglich berücksichtigen wir regionale Schlachtbetriebe und Fleischhändler aus Niederbayern und Oberpfalz.

Hatte Sie schon einmal befürchtet, dass das „Projekt“ FleiWa nicht klappt?

Nein

Wie sehen die Zukunftspläne aus? Haben Sie vor, weiter zu vergrößern?

Nein ich nicht, aber diese Entscheidungen treffen meine Nachfolger.

Wollten Sie schon immer Metzger werden?

Mein Berufswunsch war, in die Schifffahrt (Donaubinnenschiffer) zu gehen. Aber mein Vater, der in Regensburg im Schlachthof eine Lohnschlächterei betrieb, brauchte mich. Der Beruf machte und macht mir Freude und ich machte meine Meisterprüfung. 1967 stieg ich vom Schlachten auf die Herstellung und den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren um und begründete damit unsere Firma.

Hätten Sie selbst gedacht, dass die Firma so groß wird?

Nein

Wie viel Umsatz macht die FleiWa im Jahr?

Vier bis fünf Millionen Euro

Welche Aufgaben haben Sie jeden Tag?

Die Firma wird jetzt von meiner Tochter Martina und ihrem Mann Georg Pinzinger geführt. Ich habe dadurch freie Zeiteinteilung und bin da, wenn ich gebraucht werde.

Woran erkennt man gute Qualität bei Fleisch?

Durch Erfahrung sieht man an der Farbe, Marmorierung und Festigkeit die Qualität. An den Knochen und den Knorpeln kann wegen der Farbe und der Elastizität das Alter des geschlachteten Tieres bestimmt werden.

Was ist das beliebteste Produkt?

Die beliebtesten Produkte sind Leberkäs, Bratwürstel und Kamingeräuchertes.

Was hat Fleisch mit Klimaschutz zu tun?

Es werden viele negative Argumente von Klimaschützern vorgetragen. Was nicht zur Sprache kommt: Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel! Es speichert pflanzliches Eiweiß, das in unseren Breitengraden nur in der warmen Jahreszeit wächst und zur Verfügung steht. In den kalten Monaten, in denen es keine pflanzlichen Nahrungsmittel gibt, konnte der Mensch früher nur durch den Verzehr von Fleisch überleben und damit auch sich entwickeln. Als er noch mit der Natur und den Jahreszeiten im Kampf um das tägliche Leben stand, war immer die Beschaffung von Nahrung das Wichtigste. Obst, Gemüse und alle anderen pflanzlichen Produkte mussten für die schlechte Zeit haltbar durch Einkochen, Trocknen oder Verarbeiten gemacht und gespeichert werden. Nicht zu vergessen ist, dass Schlachttiere als Lieferanten von Eiern, Milch, Daunen, Fell und so weiter oder als Helfer des Menschen als Zugtiere bei Transport und Ackerbau gebraucht worden sind.

Die Klasse 8aG von der Mittelschule Parsberg konnte die FleiWa wegen der Corona-Pandemie leider nicht besichtigen. Deshalb haben die Schüler ihre Fragen per Mail gestellt.
Die Klasse 8aG von der Mittelschule Parsberg konnte die FleiWa wegen der Corona-Pandemie leider nicht besichtigen. Deshalb haben die Schüler ihre Fragen per Mail gestellt. Foto: Christiane Vatter-Wittl

Aus heutiger Sicht ist das alles auf den ersten Blick nicht mehr nötig, aber das funktioniert nur, wenn in den Ländern, in denen es das Klima zulässt, die Nahrungsmittel erzeugt werden und dann mehr oder weniger aufwendig zu uns transportiert werden müssen. Oder alternativ durch Einsatz von Energie eingefroren und entsprechend gelagert werden muss.

FleiWa – ein Familienbetrieb

  • Das Unternehmen:

    FleiWa ist die Abkürzung für „Fleisch- & Wurstwaren aus Wald“. Wald ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham. Sie liegt im Falkensteiner Vorwald und ist der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wald. Sie ist die westlichste Gemeinde im Landkreis Cham.

  • Ware:

    Die FleiWa bietet rund 120 Wurst- und Schinkenprodukte an. Rund 90 Prozent der Produkte werden in den Filialen verkauft und der Rest geht an die Gastronomie.

Wir haben in Deutschland zu 100 Prozent eine ausreichende Fleischerzeugung, aber nur zu 30 Prozent Gemüse oder Ähnliches, was wir selbst erzeugen können. Hier gilt es abzuwägen, ob Treibhäuser und Transportmittel oder bei uns gehaltene Nutztiere dem Klima mehr schaden. Außerdem: Weltweit ist nur gut ein Drittel der Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln geeignet. Der größte Teil der landwirtschaftlichen Flächen kann nur als Weideflächen für Rinder, Schafe und Ziegen genutzt werden.

Das Abholzen von Wäldern für den Anbau von Soja hat auch seinen Grund in der gestiegenen Nachfrage nach vegetarischen Produkten. Im Einzelnen geht es speziell um die Herstellung vegetarischer Schnitzel, Burger und Wurstprodukte, die wie Fleisch ausschauen und auch so heißen sollen. Nur ein Teil wird als Futtermittel verwendet.

Wie sehen die Hygienekontrollen aus?

Das Veterinäramt vom Landratsamt oder das Ordnungsamt führt mehrmals jährlich unangekündigte Betriebsbegehungen durch. Dabei werden die Sauberkeit, die betrieblichen Abläufe, bauliche hygienerelevante Schäden ebenso überprüft wie die Einhaltung der Hygienestandards und deren Dokumentationen.

Wie haben Sie in der Corona-Krise gearbeitet?

Wir konnten unter Beachtung der aufgestellten Regeln weiterarbeiten. Die Nachfrage in den Verkaufsstellen ist gestiegen, da viele wieder das Kochen für sich entdeckt haben. Allerdings sind die Umsätze mit der Gastronomie total weggebrochen.

Gibt es Mitarbeiter, die Vegetarier sind?

Mir ist nicht bekannt, ob wir auch Vegetarier unter unseren Mitarbeitern haben. Ich habe nicht gefragt. Es ist aber auch kein Hindernis.

Weitere Schülerbeiträge gibt es hier.

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