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Bildung

Lampen löten statt Vokabeln pauken

Beim Technik-Workshop mit Conrad Electronic am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwandorf sind tolle Produkte entstanden.
Von Selin Gürsoy, Emily Helbling, Eliza Kelmendi und Maria Tran, CFG-Gymnasium

Olli Sommer (hinten links) und Gerald Hirmer (vorne links) gehen den Teilnehmer mit fachkundiger Beratung zur Hand. Foto: Thomas Thalhammer
Olli Sommer (hinten links) und Gerald Hirmer (vorne links) gehen den Teilnehmer mit fachkundiger Beratung zur Hand. Foto: Thomas Thalhammer

Schwandorf.Die Spannung steigt, als wir uns dem Werkraum unserer Schule nähern. Dort werden wir schon von drei Mitarbeitern der Firma Conrad Electronic erwartet: Gerald Hirmer, Günther Brenner und Olli Sommer, die in der Kundenbetreuung beziehungsweise im Conrad Technology Center arbeiten. Heute werden sie uns lernen, wie man Taschenlampen lötet. Französisch, Biologie und Geschichte fallen dafür aus.

Als wir die Tür öffnen, stehen uns 26 Lötstationen gegenüber. Zuerst einmal aber prüft Gerald Hirmer unser Wissen. Wann wurde das Löten erfunden? Nach diversen Vermutungen unsererseits die Antwort: Das erste Mal haben die Ägypter gelötet, und zwar um 2000 vor Christi Geburt. Im Jahr 1926 erfolgte die erste elektrische Lötung.

Spitze wird bis zu 450 Grad heiß

Beeindruckt erhalten wir einige technische Informationen: Lötzinn schmilzt bei 180 Grad Celsius, die Spitze des Lötkolbens kann bis zu 450 Grad heiß werden. Erst bekommen wir noch wichtige Sicherheitshinweise, und dann dürfen wir die ersten Griffe einüben. Jeder erhält ein Kärtchen mit vielen Kupferpunkten darauf sowie eine Rolle mit Lötzinn und einen Kolben. Jetzt erklären uns die Techniker, wie man überhaupt lötet. Die Instruktionen der drei Herren können wir sofort in die Praxis umsetzen. Und tatsächlich: Beim Kontakt der Kolbenspitze mit einem der Kupferpunkte bildet sich schnell eine kleine, silbern glänzende Halbkugel aus Metall. Mit wachsender Begeisterung kreiert jeder sein „Nagelbrett“. Noch ein paar Minuten dürfen wir die neue Technik ausprobieren, dann wird es ernst.

Sicherheit geht vor

  • Gefahr:

    Die Kolbenspitze darf beim Löten keine Stromkabel, Haut oder beispielsweise Kleidung berühren.

  • Vorsichtsmaßnahme:

    Nach dem Löten sollte man sich immer die Hände waschen – besonders vor dem Genuss von Lebensmitteln.

Zunächst erfolgt die Aufforderung, das kleine Heftchen, das schon die ganze Zeit neben unserem Arbeitsplatz liegt, zu öffnen. Es enthält die Anleitung zum Taschenlampenbau. In einer kleinen Tüte finden wir außerdem Holzteile für den Rahmen der Lampe, Kabel, eine kleine Glühbirne und weitere Utensilien für die Montage.

Dann legen wir los: Mithilfe einer Mutter und eines Federrings wird der Taster an einem Holzteil befestigt. Danach zieht man ihn unter Verwendung eines Holzwerkzeugs fest. Anschließend werden die zwei Kabel verlötet und die überstehenden Drahtenden abgeschnitten.

Letzte Feinheiten werden von den Experten vermittelt. Foto: T. Thalhammer
Letzte Feinheiten werden von den Experten vermittelt. Foto: T. Thalhammer

Die drei Lehrgangsleiter gehen dabei von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und helfen, wo Schwierigkeiten auftreten. Aber wir unterstützen uns auch gegenseitig: Manche haben den technischen Dreh sofort heraus, bei anderen hakt es noch hier und da. Mit Teamwork und den fachkundigen Hinweisen der Betreuer lassen sich jedoch alle Hürden überwinden.

Geschafft: Die Lampe leuchtet

Als sämtliche Kabel verlötet sind, bauen wir zuletzt das Lämpchen ein. Dabei ist sehr genau darauf zu achten, dass es wirklich richtig sitzt. Schließlich wird der Widerstand montiert. Und jetzt der spannende Moment: Funktioniert unser Produkt? Ja, die Lampe leuchtet, alle haben es geschafft! Wir sind mächtig stolz darauf. Jetzt noch den Rahmen aufmontiert, den Akku eingelegt und die Kabel im Inneren verstaut, und fertig ist die Taschenlampe. Und schon übermitteln wir einander zur allgemeinen Belustigung mithilfe des im Arbeitsheftchen abgedruckten Morsecodes kurze Nachrichten.

Zum krönenden Abschluss erhält jeder von Gerald Hirmer eine Urkunde, die ihm den erfolgreich bestandenen Lötkurs bescheinigt. Damit endet ein interessanter Schulvormittag, an dem wir viel über Elektronik gelernt und mit Spannung und Vergnügen praktisch gearbeitet haben.

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